Grippewelle: Wie kann man im September 2018 vorbeugen?

Die besten Hausmittel : Mit Suppe und Sauna gegen Grippe

Wer über eine Grippe klagt, bekommt viele gute Ratschläge: heiße Milch, Honig, Ingwer, Schwitzen in der Sauna, Ruhe. Doch was hilft wirklich, und wie kann man vorbeugen?

Der Super-Sommer ist vorbei, am 23. September ist kalendarischer Herbstanfang – es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis die nächste Erkältung kommt. Kratzender Hals, tropfende Nase und Gliederschmerzen – diese Symptome kündigen die Erkältung oder sogar einen grippalen Infekt an. Lesen Sie hier woran Sie den Unterschied zwischen Grippe und Erkältung erkennen. Wer sofort zu Tabletten greift, handelt vorschnell. Wir sagen, wie man der Erkältung vorbeugen kann – und wie man sie behandelt, wenn sie einen dann doch erwischt.

Ingwer beispielsweise wirkt wie ein natürliches Antibiotikum. „Er enthält ätherische Öle und sogenannte Scharfstoffe“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Anja Markant vom Fachbereich für Oecotrophologie an der Fachhochschule Münster. Letztere hätten etwa eine schmerzlindernde Wirkung. Zudem rege Ingwer die Durchblutung an und sorge so auch für warme Hände und Füße. Für einen Ingwersud muss ein großes Stück der Wurzel für 20 Minuten ausgekocht werden. Das Getränk kann man dann etwa mit Honig gesüßt direkt trinken.

Wem die Ingwerwurzel zu exotisch und zu scharf ist, der kann auch auf die traditionelle Braukunst setzen und Bier zu sich nehmen. Zugegeben, zu viel Alkohol schwächt das Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser. Aber es gibt eine Ausnahme: „Warmes Bier in kleinen Mengen scheint tatsächlich bei Erkältungen zu helfen“, sagt Markant. „Bier enthält Hopfen, der sich durch ätherische Öle und Bitterstoffe auszeichnet.“ Die wirken ihr zufolge schlaffördernd – was ja bekanntlich die beste Medizin ist. Leicht erwärmt werde der Effekt verstärkt.

Wenn es schon um warme Getränke geht, darf Tee auf der Liste der Hausmittel nicht fehlen. Die besten Heißgetränke gegen Grippe und Erkältung finden Sie hier. Thymian beispielsweise wirkt antiviral, schleim- und krampflösend. Er wird deshalb vor allem bei Husten verordnet. Kamille und Salbei dagegen wirken hauptsächlich gegen Entzündungen und eignen sich deshalb, wenn der Hals schmerzt. Damit der Tee möglichst gut wirkt, sollte er in der Apotheke gekauft werden und nicht im Supermarkt. Sogenannter Heiltee enthält deutlich mehr ätherische Öle.

Wer auf heiße Milch mit Honig zum Einschlafen schwört, sollte dazu zwei Dinge wissen: Milch enthält zwar die Aminosäure Tryptophan, die der Körper zur Produktion schlaffördernder Hormone heranziehen könnte. Doch damit das in einem so nennenswerten Umfang geschieht, dass der Mensch besser in den Schlummer gleitet, müsste man Tryptophan im Tausender-Milligramm-Bereich dosieren. Plus: Bei Erkältung wirkt Milch schleimbildend und verschlimmert somit Halsprobleme.

Natürlich kann man sich nicht nur gesund trinken, sondern auch gesund essen. Leichte Kost ist wichtig, sie entlastet den Körper. Außerdem eignen sich Lebensmittel, die Senföle enthalten: Rettich beispielsweise oder auch Meerrettich. Sie sind wirksam gegen Viren und Bakterien, außerdem wirkt die Schärfe schleimlösend. Eine nahende Erkältung ist also ein guter Zeitpunkt für Räucherlachs mit selbst gemachten Sahnemeerrettich. Lesen Sie hier, wie Sie sich vor Grippe schützen können.

Ist die Krankheit schon ausgebrochen, empfehlen die Experten die gute alte Hühnersuppe. Die ist nämlich nicht nur gut für die Seele, sondern: „Hühnersuppe löst im Körper eine Reaktion aus, die bestimmte weiße Blutkörperchen, die für Entzündungsprozesse mitverantwortlich sind, in ihrer Bewegung blockiert“, sagt Thomas Rampp, Oberarzt der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen Mitte. Weitere Studien deuten zudem darauf hin, dass sich das in der Hühnerbrust enthaltene Carnosin positiv auf unsere Immunabwehr auswirkt. „Dadurch können Krankheitserreger besser abgewehrt und bekämpft werden“, ergänzt er.

Auch in Sachen Prophylaxe kann man etwas tun: Schon die Römer setzten auf die vorbeugende Wirkung von Wasseranwendungen und Saunen und besuchten darum regelmäßig ein Thermalbad. Auch heute empfehlen Ärzte präventiv solche Anwendungen. Der Grund: Unter der Wärmewirkung der Sauna öffnen sich die Blutgefäße. Der Kälteschock durch eiskaltes Abduschen führt anschließend zu einer reflexartigen Verengung der Gefäße. „Dadurch schießt der Blutdruck in die Höhe“, so Rampp. Es muss jedoch nicht immer die Sauna außer Haus sein.

Einen ähnlichen Effekt erzielen auch Kneipp-Güsse an den Beinen in der heimischen Badewanne oder als Armguss über dem Waschbecken. „Wichtig ist, dass man nie mit kalten Extremitäten beginnt, sondern diese vorher erwärmt“, sagt der Essener Allgemeinmediziner. Dann heißt es in zwölf bis 18 Grad kaltes Wasser abtauchen. Wenn die Arme dort 30 bis 40 Sekunden geruht haben und ein Kältegefühl spürbar wird, sollte man das Bad beenden, sich abtrocknen und anziehen.

Um Erkältungen vorzubeugen, ist auch ausreichend viel Ruhe und Erholung wichtig. Wer dauerhaft zu wenig, zu unruhig oder zu unregelmäßig schläft, belastet den Körper. Der kann dann Viren, die den Körper befallen, weniger gut bekämpfen. Ebenfalls sinnvoll: viel Bewegung an der frischen Luft.

Manchmal lassen sich die Viren aber auch einfach nicht abhalten. Dann bleibt nur noch auf die Faustregel in Sachen Erkältung und Grippe zu verweisen: Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie.

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