Grippewelle 2019 in NRW: So ist die aktuelle Lage in der Region

Winterwetter in der Region : Das müssen Sie über die Grippewelle in NRW wissen

Schneefall und eisige Temperaturen begünstigen Grippe und Erkältung. Aber wie sehr schnieft und hustet NRW in diesen Tagen? Wir haben nachgefragt.

In einigen Büros sind fast alle krank, in anderen nicht. Solche Gegensätze und der Blick aus dem Fenster auf ein verschneites Düsseldorf oder auch Köln lassen die Frage aufkommen: Haben wir nun Grippewelle oder nicht?

„Nach virologischer Definition hat die Grippewelle in der zweiten Kalenderwoche begonnen“, sagt Marieke Degen, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI). Diese Definition besagt, dass im Labor jede fünfte Probe, die mit Verdacht auf Influenzaviren eingeschickt wird, auch solche aufweist. „Das heißt aber nur, dass die Grippewelle per Definition angefangen hat. Von einer dramatischen, sichtbaren Situation kann aber keine Rede sein“, sagt Degen. „Wir sprechen von einer insgesamt moderaten Erhöhung der Grippefälle.“

Das gilt für ganz Deutschland aber auch für NRW. Das zeigen die Diagramme des RKI. Der Praxisindex in NRW gibt die Abweichung der Fälle von Grippe- und Atemwegserkrankungen zu einem Normalzustand an. Das Diagramm zeigt: Nachdem die Fälle in der dritten Woche zurückgegangen sind, sind sie in der vierten Woche wieder gestiegen.

Der Praxisindex gibt die Abweichung der Fälle von Grippe- und Atemwegserkrankungen zu einem Normalzustand an. Foto: Robert-Koch-Institut/Robert-Koch-Instittut

Auch die Zahlen des Landeszentrums für Gesundheit NRW (LZG.NRW) bestätigen das. Seit Beginn der Grippesaison in der Kalenderwoche 40 im Jahr 2018 sind in ganz NRW 943 Fälle von Influenza registriert worden. In Winter 2017/2018 wurden im gleichen Zeitraum 1969 Fälle registriert, also fast doppelt so viele. Vor allem Düsseldorf und Münster waren Anfang 2018 stark betroffen. Anfang 2019 sieht das jedoch anders aus.

Hier die aktuellen Grippemeldungen des LZG.NRW:

Niederrhein: 134

Rheinland: 429

Ruhrgebiet: 289

Münsterland: 131

Ostwestfalen-Lippe: 90

Grippemeldungen nach Städten:

Düsseldorf: 89

Mönchengladbach: 6

Köln: 56

Leverkusen: 8

Duisburg: 32

Dortmund: 43

Münster: 14

Aachen: 14

Rhein-Kreis Neuss: 28

„Uns liegen bislang auch keine Meldungen über überfüllte Krankenhäuser vor“, sagt eine Sprecherin des LZG.NRW.

Wie sieht es im Rest Europas aus?

Laut RKI wurde in Europa in 15 Ländern (darunter Niederlande, Frankreich, Italien) eine mittlere in zwei Ländern (Malta, Rumänien) sogar eine hohe Influenza-Aktivität gemeldet.

Soll ich mich noch gegen Grippe impfen lassen?

Auch jetzt raten die Experten noch dazu, sich impfen zu lassen. Denn noch sind die registrierten Grippefälle moderat. Die Impfung benötigt allerdings zwei Wochen, um ihre Wirksamkeit zu entfalten. In dieser Zeit kann man also trotz Impfung noch erkranken. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Menschen über 60, für chronisch Kranke jeden Alters, für Schwangere sowie für Menschen, die im medizinischen Bereich oder in Gruppeneinrichtungen arbeiten.

Grippe oder grippaler Infekt?

Die Symptome einer Grippe sind sehr unterschiedlich. Sie können von einem leichten Husten bis hin zu hohem Fieber oder auch schweren Begleiterkrankungen wie etwa einer Lungenentzündung reichen. Der Verlauf ist nicht vorhersagbar. Deshalb ist die Influenza leicht mit einem grippalen Infekt zu verwechseln. Dabei handelt es sich um eine Erkältung, die mit grippeähnlichen Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit einhergeht. Diese werden im Normalfall von Rhinoviren ausgelöst und nicht dem Influenza-Virus. Um was für eine Erkrankung es sich handelt, kann nur beim Arzt durch eine Laborprobe geklärt werden.