Gehirn in Bestform: So vermehren Sie Ihre Gehirnzellen

Gehirn in Bestform: So vermehren Sie Ihre Hirnzellen

Ständig dazu lernen, kreativ sein und konzentriert arbeiten. Damit das Gehirn das schafft und in Bestform bleibt, muss es trainiert werden. Hier erfahren Sie wie Sie dafür sorgen, dass sich Ihr Gehirn sogar selbst erneuert.

Es geht nicht um irgendwas, es geht um Ihr Hirn. Um 86 Milliarden Nervenzellen, die Ihre Denkzentrale ausmachen. Die dafür sorgen, dass Sie im Tennis besser werden, weil Sie dazu lernen, Ihr Auto auf dem Parkplatz wiederfinden, weil Sie sich erinnern oder im Job erfolgreich ein Konzept erarbeiten, weil Sie kreativ sind.

Das Hirn erneuert sich fortwährend

Damit das funktioniert, arbeitet das Gehirn im Wach- wie im Ruhezustand. Pausenlos kommunizieren dabei die Gehirnzellen miteinander. Synapsen vernetzen sich neu. Das ist auch deshalb notwendig, weil täglich tausende Nervenzellen absterben.

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, es sei der natürliche Lauf der Dinge, dass es mit der Zeit immer dunkler im Oberstübchen wird. Bis schließlich irgendwann das Licht ganz ausgeht. Vor einigen Jahren dann richtete sich der Spot auf eine wissenschaftliche Sensationsmeldung: Es wird nicht zwangsläufig zappenduster, denn das Hirn erneuert sich fortwährend. Sogar bis ins hohe Alter.

Im Hippocampus, einer Region des Gehirns an der Innenseite der beiden Schläfenlappen — also hinter den Ohren — werden täglich neue Hirnzellen produziert. Dieses Wunder, das sich auch Neurogenese nennt, spielt nach aktuellem Stand eine wichtige Rolle beim Lernen und bei der Gedächtnisbildung.

Bessere Lernqualität durch mehr Gehirnzellen

Parkinson: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Schon bei jungen Menschen soll die Neurogenese die Qualität des Lernens verändern. Sie erhöht die geistige Flexibilität und bestimmt, wie gut man verschiedene Informationen auseinanderhalten kann.

Was das heißt, lässt sich leicht an einem Beispiel verdeutlichen: Man fährt jeden Tag mit dem Auto zur Firma und stellt es dort auf dem Parkplatz ab. Nach der Arbeit kommt man nur dann nach Hause, wenn man sich erinnert, wo man das Fahrzeug abgestellt hat.

Jeden Tag muss man das Auto in einer anderen Parklücke abstellen. "Der Parkplatz an sich ändert sich nicht. Die innere Karte, die Sie von ihm im Kopf abgespeichert haben, benötigen Sie als Grundvoraussetzung dafür, dass Sie jeden Tag die aktuelle Parkbucht wiederfinden", sagt Hirn- und Stammzellenforscher Gerd Kempermann.

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Um diese Aufgabe bewältigen zu können, muss man neue Informationen in Zusammenhang mit alten bringen können. Man muss das vorhandene Wissen immer wieder auf den neuesten Stand bringen.

Ein gesundes Gehirn kann das. Das zeigt eindrucksvoll, wie flexibel es sich auf neue Reize einstellen kann. Hirnforscher bezeichnen diesen Prozess als Neuroplastizität. Diese wird nach Annahme der Wissenschaftler vor allem durch die Neuverbindung von Nervenzellen möglich. Aber die Flexibilität scheint stark von neuen Nervenzellen, nicht nur ihren Verbindungen abzuhängen.

Das ist im Alzheimerhirn anders

Am Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Dresden ist Gerd Kempermann den Mechanismen dafür auf den Fersen. Dabei haben er und sein Team vor allem die Menschen im Blick, die unter neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson leiden.

Denn ihr Gehirn kann sich immer weniger anpassen. Sie leben in der Vergangenheit. Auf das Parkplatzbeispiel bezogen heißt da: sie kennen den Parkplatz noch, vergessen aber, wo das Auto heute steht.

Unser Video über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Parkinson finden Sie hier.

Sechs Tipps, die die Denkzentrale in Schuss halten

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, welche Lebensmittel das Gehirn in Gang halten sollen, lesen SIe hier weiter.

(wat)
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