Birken und Gräser ärgern Heuschnupfengeplagte: Die Pollen fliegen wieder

Birken und Gräser ärgern Heuschnupfengeplagte: Die Pollen fliegen wieder

Die kalten Tage sind vorbei. Doch Allergiker trifft es jetzt besonders hart: Durch die verspäteten Frühlings-Temperaturen kommt es zu explosionsartigem Pollenflug. Birken- und Gräserpollen fliegen sogar gleichzeitig.

Allergiker dürfen sich in diesem Jahr nur wenig auf die Frühlingszeit freuen. Zwar fangen die Bäume wegen der langen Kältephase erst spät an zu blühen, doch genau aus diesem Grund schlagen die Pollen mit voller Härte zu. Den Anfang machen Erle und Haselnuss, die Birke schließt sich mit ihren Pollen gleich an.

"Birkenpollen sind die aggressivsten Vertreter. Sie haben das meiste Potenzial und treffen Allergiker besonders intensiv", sagt Dr. Christian Hentschel, Facharzt für Allgemeinmedizin, Allergologie und Naturheilverfahren aus Düsseldorf.

In diesem Jahr verschiebt sich der Birkenpollenflug und reicht bis in den Mai. Dann kommen die Gräserpollen hinzu, so dass sich eine explosionsartige Mischung ergibt, die Allergiker beider Pollenarten besonders hart trifft.

Erreicht der Blütenstaub die Augen- und Nasenschleimhäute, bildet der Körper gegen die vermeintlichen "Feinde" Antikörper und schüttet unter anderem den Botenstoff Histamin aus. Die Folgen sind tränende und juckende Augen, Fließschnupfen und Atemnot. Die Allergie kann auch zu Magen-Darm-Störungen, Müdigkeit sowie Konzentrationsstörungen führen. In schweren Fällen droht ein allergischer Schock.

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Ohne ausreichende Therapie erkranken laut Allergologen-Verband zudem 40 Prozent der Heuschnupfenpatienten an Asthma, das oft lebenslang bestehen bleibt.

Im Allgemeinen gilt: "Je intensiver der Winter, desto stärker die Pollensaison." Deshalb empfiehlt Dr. Christian Hentschel: "Die Intensität ist nicht zu unterschätzen. Allergiker sollten keine Selbstbehandlung mit Apotheken-Versorgung wagen, sondern sich gleich auf den Weg zum Allergologen begeben."

Was die wenigsten Patienten wissen ist, dass aus Allergien ernsthafte Krankheiten entstehen können, wenn sie unbehandelt bleiben. Asthma ist eine der häufigsten Folgen, aber auch eine Erkrankung an Neurodermitis ist möglich.

"Es ist eine Volkskrankheit, der leider nicht genug Beachtung geschenkt wird", sagt Dr. Christian Hentschel. Immerhin leiden 25 Prozent der Bevölkerung darunter. Und davon werden tatsächlich 95 Prozent noch immer falsch oder gar nicht behandelt.

(afp/rpo)