Dunkle Wolken im Herbst des Lebens: Osteoporose und Alzheimer - die Leiden der Alten

Dunkle Wolken im Herbst des Lebens : Osteoporose und Alzheimer - die Leiden der Alten

In einer Gesellschaft, in der mehr und mehr Menschen sehr alt werden, rückt Alzheimer ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Eine andere Krankheit im Herbst des Lebens ist Osteoporose. Vom Knochenschwund sind vor allem Frauen betroffen.

Eine der Folgen des Abbaus: Selbst ein nichtiger Anlass kann zu einem Bruch führen. Wer sich fit hält - geistig und körperlich - senkt das Risiko einer Erkrankung an Alzheimer und Osteoporose. Heilung bei Alzheimer ist derzeit nicht möglich. Osteoporose hingegen kann häufig vorgebeugt werden werden.

Freie Bahn für die Boten

100 Milliarden Zellen sorgen in unserem Gehirn dafür, dass der Menschen mehr ist als eine gut geölte Maschine. Sie machen ihn zur Person, zum Individuum. Wie das gelingt, davon hat die Wissenschaft bestenfalls eine Ahnung. Jeder Computer ist im Vergleich zum Gehirn kaum mehr als ein Taschenrechner.

Was man weiß: die Zellen sind über Nervenbahnen und die Blutgefäße sehr komplex miteinander verschaltet. Elektrische Impulse, aber auch Hormone, sogenannte Botenstoffe, spielen eine Rolle. Zum Beispiel: Das Auge selbst sieht kein Bild. Erst im Gehirn setzt sich die Nachricht von Lichtreizen über den Sehnerv zu einem Sinneseindruck zusammen. Was dafür notwendig ist: Freie Bahn für die Boten.

Der schleichende Erinnerungsverlust

Es beginnt harmlos. Gut, der Schlüssel ist nicht mehr da, wo er sonst immer seinen Platz hat. Wem passiert das nicht? Gerade mit zunehmendem Alter. Doch die Probleme wachsen: Wie war noch mal der Weg vom Bäcker nach Hause? Und warum bin ich überhaupt zum Bäcker gegangen? Nicht jede Form der Vergesslichkeit ist gleich Alzheimer.

Nimmt aber das Maß der Verwirrtheit zu, schränken die Ausfälle die Möglichkeiten im ganz normalen Alltag ein, dann gilt es, den diagnostischen Blick zu schärfen. In der Regel bleibt dies den Angehörigen vorbehalten, denn die Patienten "lernen", mit ihren Erinnerungslücken umzugehen und sich damit zu arrangieren. Sie haben nicht selten kein Problembewusstsein oder kaschieren aus Scham ihre Probleme.

Ausschluss anderer Ursachen

Zwischen den ersten Anzeichen und einer Diagnose von Alzheimer vergehen oft viele Monate oder Jahre. Die Krankheit beginnt schleichend. Eben mit Gedächtnispannen, wie sie jedem unterlaufen können.

Vielfach sind es die Angehörigen, die die Veränderung am deutlichsten wahrnehmen. Der Arzt kann Alzheimer nicht exakt diagnostizieren. Was er tut: Er schließt andere Formen der Altersdemenz aus. Dazu kann auch eine Computertomographie notwendig sein.

Das Lebensgefühl verbessern

Alzheimer ist nicht heilbar. Medikamente können den Prozess nur vorübergehend verlangsamen. Straffes Gedächtnistraining hilft nicht. Vielmehr verschafft es dem Patienten häufig das Gefühl, zu versagen. Geeigneter Umgang und später eine Pflegeeinrichtung, die auf Bewohner mit Demenz eingerichtet ist, können die Lebenssituation verbessern oder zumindest erleichtern.

Der Umgang mit Tieren oder eine stark sinnlich orientierte Freizeitgestaltung helfen ebenfalls zu guten Momenten in einer schweren Zeit. Wichtig für Angehörige: Sie müssen sich auf die neue Situation einstellen und können durch fachlichen Rat ihre Belastung mindern. Selbsthilfegruppen erleichtern das Verarbeiten der oft schwierigen Situation.

Geistig fit und körperlich beweglich

Weil man die Ursachen für die Amyloid-Plaque-Bildung nicht kennt, lässt sich nur schwer Konkretes zur Vorsorge sagen. Grundsätzlich gilt: Ausreichende Bewegung, eine gute und ausgewogene Ernährung stärken nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Geistig rege sein und bleiben, das schützt ebenfalls.

Bald eine Impfung gegen Alzheimer?

Die Wissenschaft arbeitet daran, Alzheimer wirksam zu bekämpfen. In den westlichen Ländern steigt die Lebenserwartung und damit ist zu befürchten, dass mehr Menschen an Demenz erkranken. Die Pharmaunternehmen kündigen für 2009 neue wirksamere Medikamente an.

Zwei wesentliche Ansätze: Durch eine geeignete Therapie soll die Bildung des erinnerungszerstörenden Eiweißes verhindert werden. Von einer Impfung gegen Alzheimer an Mäusen kann man inzwischen auch Berichte lesen. Ein anderes Projekt setzt darauf, die bereits vorhandenen Eiweiße zu zerstören. Ein echter Durchbruch aber ist nach wie vor nicht vorherzusagen.

Hier geht es zur Infostrecke: Der Alzheimer-Selbsttest

(anch)
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