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Das sind die gefährlichsten Männerkrankheiten

Weniger krank aber früher tot : Das sind die gefährlichsten Männerkrankheiten

Männer gelten als robust. Anderes jedoch lassen Statistiken erahnen, die die Lebenserwartung erfassen. Demnach sterben sie im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen. Lesen Sie hier, welches die gefährlichsten Männerkrankheiten sind und was man dagegen tun kann.

Kaum ist er auf der Welt, schlägt das Leben hart und erbarmungslos zu: Von 1000 Babys ereilt noch im Säuglingsalter 4,1 Jungen der Tod. Statistisch gesehen mehr als unter den neugeborenen Mädchen. Die kommen zumindest bis zur Menopause besser durchs Leben, weil sie ein besseres Immunsystem haben, fanden britische Forscher heraus.

Auch wenn damit die gesundheitliche Grundausstattung des starken Geschlechts eher labiler ist als die seiner Gespielin, gibt es daneben noch zahlreiche andere Faktoren, die der Mann selbst in der Hand hat, um gefährlichen Männerkrankheiten wie Prostata- oder Lungenkrebs, Herzerkrankungen und Schlaganfall vorzubeugen.

Das macht Männer krank

Männer aber gelten als Vorsorgemuffel. Sie bringen lieber ihr Auto in den TÜV als selbst zum Vorsorgecheck zu gehen. Das beklagen Krankenkassen wie medizinische Fachgesellschaften gleichermaßen. Mehr als jeder zweite geht gar erst zum Arzt, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt, ergab eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2010. Zwar sind sie im Schnitt pro Jahr einen Tag weniger krank als Frauen, doch tun sie weniger dafür: Männer ernähren sich Studien zufolge ungesünder, haben mehr Unfälle, trinken mehr Alkohol, nehmen häufiger illegale Drogen und rauchen mehr.

Die Folgen solcher Lebensweisen zeigen sich in Übergewicht, Herzkreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und einer höheren Krebshäufigkeit insgesamt. Mit 250.000 Betroffenen liegt die Zahl der männlichen Spezies, die an Krebs erkranken, deutlich über der der Frauen — hier sind es 220.000. Prostata- und Lungenkrebs gehören zu den typischen Männerkrankheiten

Mit 65.000 Neuerkrankungen jedes Jahr ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern. Derzeit betrifft jede vierte Krebsdiagnose die Vorsteherdrüse, doch die Zahl steigt weiter an. Experten führen das unter anderem auf eine verbesserte Früherkennung zurück. Wird der Tumor frühzeitig entdeckt, sind die Überlebenschancen gut. Prostatakrebs endet deutlich weniger häufig tödlich als Darmkrebs, sagt die Deutsche Gesellschaft für Männergesundheit.

Die häufigsten Krebsarten in Deutschland

So können Sie vorbeugen Tritt Prostatakrebs innerhalb einer Familie auf, erhöht sich für männliche Verwandte das Risiko, selbst daran zu erkranken. In zehn Prozent der Fälle wird die furchtbare Vorstellung Wirklichkeit. Die Wahrscheinlichkeit die unberechenbare Krankheit zu bekommen steigt weiter an, wenn Angehörige bereits vor dem 55. Lebensjahr erkranken. Normalerweise können Männer ab dem 45. Lebensjahr jährlich von einer präventiven Tastuntersuchung Gebrauch machen, die als Vorsorgeuntersuchung von den Krankenkassen übernommen wird. Bei Krankheitsfällen in der Familie kann es jedoch auch vor diesem Zeitpunkt schon sinnvoll sein, sich untersuchen und in jedem Fall beraten zu lassen.

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Erste Anzeichen bei Prostatakrebs

Im Anfangsstadium ist es unwahrscheinlich, dem Krebs selbst auf die Schliche zu kommen, weil er dann oft keine Beschwerden verursacht. Wird er erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er bereits Knochenmetastasen gebildet hat. Symptome, die auf eine solche Krebserkrankung hindeuten können sind Schmerzen beim Wasser lassen, das Bedürfnis häufig zur Toilette zu gehen, Probleme überhaupt zu urinieren oder Blut in Urin oder auch Sperma. Die Probleme, die die Prostata dann verursachen kann, reichen bis ins Sexualleben hinein. Schmerzen bei der Ejakulation, eine schwache Erektion oder gar Impotenz können Vorzeichen der schlimmen Erkrankung sein.

Sollten Sie eines dieser Symptome feststellen, sollten Sie dringend Ihren Hausarzt aufsuchen. Daneben gibt es kaum präventive Maßnahmen, denen man nachgehen kann. Hoffnung setzen manche Männer auf den Konsum von Sojaprodukten. Denn in Ländern, in denen Männer viel Soja zu sich nehmen, beobachtete man weniger Prostataerkrankungen. Wissenschaftlich nachgewiesen ist dieser Effekt jedoch nicht. Im Gegensatz dazu weiß man jedoch heute, dass eine gesunde Ernährung mit viel Obst, frischem Gemüse und Ballaststoffen gut für die Vorbeugung verschiedenster Krebsarten ist.

Herz vor dem Kollaps

Über 60 Prozent der deutschen Männer sind übergewichtig. Fettpölsterchen statt Waschbrettbauch sind mehr als nur ein rein ästhetisches Problem, denn mit ihnen gehen unter anderem Erkrankungen wie Bluthochdruck und Arteriosklerose einher. Die Folgen führen zu zwei weiteren gefürchteten Krankheiten: Schlaganfall und Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz. Letztere führt das Robert-Koch-Institut schon seit Jahren auf der Liste der häufigsten Todesursachen. Der Herzinfarkt entsteht durch eine Verengung der Herzkranzarterien. In Deutschland sterben daran rund 80.000 Menschen jedes Jahr.

Trotz ihrer Abneigung gegen Arzt besuche, sollten Männer Symptome wie Engegefühl in der Brust oder Luftnot ernst nehmen, denn sie können auf eine Verengung der Herzkranzgefäße hindeuten und Vorboten eines Herzinfarkts sein. Typisch sind nach Angaben der Stiftung Männergesundheit auch Brustschmerzen, die in den linken Arm oder Kiefer ausstrahlen. Wer egal welche Art von Brustschmerz verspürt, sollte sich gleich durchchecken lassen, denn es besteht Lebensgefahr.

Vorbeugen gegen Infarkt und Dickdarmkrebs

Vorbeugen erfordert Disziplin, denn das beste Rezept ist eine Gewichtsreduktion auf den Normal-Body-Mass-Index, eine gesunde Ernährung und Bewegung. Wer das beherzigt kann selbst Risikofaktoren wie Diabeteserkrankungen, Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte minimieren oder gar ganz ausschalten. Zudem sinkt damit auch die Wahrscheinlichkeit Dickdarmkrebs zu bekommen, denn wie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in einer Studie herausfand, gilt übergewichtbedingter Dickdarmkrebs als Stoffwechselerkrankung. Neben der familiären Häufung ist die Adipositas der wichtigste bekannte Risikofaktor für das Kolonkarzinom.

Lesen Sie hier, welche weiteren Krankheiten zu den sieben gefährlichsten für den Mann zählen und wie man sie erkennt.

Hier geht es zur Infostrecke: Die sieben gefährlichsten Männerkrankheiten

(wat)