Inkubationszeit bei Chlamydien-Infektion - das sollten Sie wissen

Zeit der Ungewissheit : Inkubationszeit bei Chlamydien: Wann wird man krank?

Sie verbreitet sich still und heimlich - die Geschlechtskrankheit Chlamydien. Symptome zeigen sich gar nicht, und unbehandelt kann eine Infektion sogar eine Unfruchtbarkeit herbeiführen. Wir erklären, warum Chlamydien in der Inkubationszeit so gefährlich sind.

Sexuell übertragende Erkrankungen kommen weltweit sehr häufig vor, und zwar bei Menschen beider Geschlechter, aller Gesellschaftsschichten und aller Altersklassen. Schuld daran sind den Experten zufolge veränderte Sexualpraktiken und Sexualverhalten. Auch in Deutschland sind diese Infektionen weit verbreitet. Als Ursache nennen sie den ungeschützten Geschlechtsverkehr, sowohl beim vaginalen als auch analen oder oralen Verkehr.

Die Problematik bei sexuell übertragbaren Krankheiten liegt besonders darin, dass die Infektionen oftmals ohne oder mit leichten Symptomen auftreten. Das wiederum stellt für den behandelnden Arzt eine große Herausforderung dar, sodass eine rasche Diagnose wesentlich erschwert wird. Hinzu kommt aber auch die Tatsache, dass die Betroffenen bei diesem Thema lieber schweigen - vor allem bei der Frage, wo man sich infiziert hat.

Mit ruhigem Gewissen lässt sich allerdings sagen, dass sich die meisten sexuell übertragenden Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydien gut behandeln lassen - vor allem, wenn sie früh bemerkt werden. Selbst der Verdacht auf eine Infektion sollte Anlass genug sein, um einen Arzt zu konsultieren. Schließlich heißt hier die Devise - je früher die Erkrankung erkannt wird, desto eher kann mit der Therapie begonnen werden.

Sexuell übertragbare Krankheiten, deren Ursache Bakterien sind, können gut mit Antibiotika behandelt werden. Gehören Viren allerdings zu den Auslösern der Erkrankung (wie bei HIV, Genitalherpes und Genitalwarzen), so gibt es nach heutigem Stand der Medizin keine Heilung.

Wenden wir uns nun den Chlamydien zu. Unter Chlamydien versteht man kleine Bakterien, die als Parasiten in Zellen leben und sich dort im Körper des Menschen ausbreiten. Bestimmte Chlamydien-Bakterien sorgen für Entzündungen im Intimbereich und an den Augen. Die Krux an einer Chlamydien-Infektion ist, wie bei vielen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, dass in den meisten Fällen gewöhnlich gar keine Symptome auftreten. Daher handelt es sich bei einer Infektion mit Chlamydien auch um eine stille und heimtückische Erkrankung, die fatale Folgen haben kann.

Übrigens: Eine Chlamydien-Infektion verläuft bei 80% der Frauen und 50% bei Männern symptomlos. Vermutlich handelt es sich hierbei nur um die Spitze des Eisbergs, eine Meldepflicht gibt es nämlich nicht. Vor diesem Hintergrund sollten unspezifische körperliche Beschwerden, die auf eine Ansteckung mit Chlamydien hindeuten könnten, unbedingt ernst genommen werden. Der richtige Arzt für Frauen ist der Gynäkologe, bei Männern übernimmt der Urologe die Diagnose.

Welche Symptome können bei Chlamydien auftreten?

Eine Chlamydien-Infektion kann sich beim Mann durch eine Entzündung der Harnröhre äußern. Es kann zu Beschwerden beim Wasserlassen und zu wässrigem Ausfluss kommen. Während des vaginalen Geschlechtsverkehrs können Schmerzen auftreten. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Entzündung des Enddarms beim Analverkehr. Diese kann mit Durchfällen, Schleim- und Blutbeimengungen im Stuhlgang sowie Schmerzen beim Stuhlgang einhergehen. Im fortgeschrittenen Stadium einer Chlamydien-Infektion können die Hoden anschwellen und schmerzen. Auch die Nebenhoden und Prostata können davon betroffen sein, was zu einer Unfruchtbarkeit führen kann.

Mögliche Symptome einer Chlamydieninfektion beim Mann:

  • eitriger Ausfluss aus der Harnröhre
  • ziehende Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Jucken und Brenner an der Penisspitze
  • Schmerzen in den Nebenhoden
  • Bindehautentzündung
  • Schwellung der Hoden

Bei den meisten Frauen bleibt eine Chlamydien-Infektion in der unentdeckt. Gelegentlich tritt ein wässriger oder schleimiger Ausfluss aus der Scheide oder dem Anus aus. Gleichwohl kann es beim oder nach dem Geschlechtsverkehr zu Schmerzen und Blutungen kommen. Ebenso können sich ein Brennen beim Wasserlassen, ein unangenehmer Juckreiz oder Schmerzen im Unterleib bemerkbar machen. Bleibt die Ansteckung mit Chlamydien unbehandelt, kann die Infektion im schlimmsten Fall dazu führen, dass es zu einer einseitigen oder beidseitigen Verklebung der Eileiter kommt. Das wiederum hat häufig zur Folge, dass eine Eileiterschwangerschaft oder Unfruchtbarkeit hervorgerufen wird.

Mögliche Symptome einer Chlamydieninfektion bei der Frau:

  • ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide
  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • erhöhter Harndrang
  • Blutungen nach dem Sex
  • Zwischenblutungen in der Mitte des Zyklus
  • Unterbauchschmerzen

Auf den Punkt gebracht: Eine Infektion mit Chlamydien kann Frauen unfruchtbar machen. Bei schwangeren Frauen steigt das Risiko für eine Frühgeburt. Neugeborene Kinder erkranken möglicherweise an einer Bindehautentzündung oder Lungenentzündung.

Wie lang ist die Inkubationszeit bei Chlamydien?

Kurz zur Erklärung, was man unter einer Inkubationszeit überhaupt versteht. Die Inkubationszeit beschreibt die Zeitspanne zwischen der Ansteckung mit einem Krankheitserreger im Körper und dem Auftauchen der ersten Symptome einer Erkrankung. Sie spielt bei Infektionskrankheiten eine wesentliche Rolle und richtet sich nach dem Krankheitserreger.

Beim Bakterium Chlamydia trachomatis liegt die Inkubationszeit für die Erstinfektionen bei ein bis drei Wochen. Da im Falle einer Chlamydien-Infektion ein asymptomatischer Verlauf der Erkrankung zugrunde liegt, lässt sich die Ansteckungsdauer nicht exakt bestimmen.

Warum können Chlamydien während der Inkubationszeit ansteckend sein?

Die bakterielle Infektion mit Chlamydien erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr über die Genitalschleimhäute. Wenn es zu einer Übertragung der Bakterien der Chlamydien-Art Chlamydia trachomatis kommt, liegen sie zunächst als sogenannten Elementarkörperchen (EK) vor. In dieser Form sind sie infektiös und können die menschlichen Zellen attackieren. Um überlebensfähig zu sein und sich auch vermehren zu können, müssen die Bakterien allerdings in die Wirtszelle eindringen. Dazu docken sie sich an die Zellwand an, bis sie als Vakuole von der Zelle aufgenommen werden. Einige Stunden nach dem Zellbefall wandeln sich die Elementarkörperchen in Retikularkörperchen um. In dieser Entwicklungsphase sind sie nicht mehr infektiös. Damit sie vom körpereigenen Immunsystem nicht als zellfremde Substanz erkannt und zerstört werden, bauen Retikularkörperchen Lipide der Wirtszelle in ihre eigene Hülle ein. Nun fangen die Chlamydien-Bakterien an, sich langsam in der Vakuole zu vermehren. Nach zwei bis drei Tagen wandeln sich die Retikularkörperchen erneut in infektiöse Elementarkörperchen um. Diese werden im Anschluss aus der Wirtszelle freigesetzt. Das geschieht entweder durch Ausschleusen aus der Zelle oder bei der Zerstörung der Zelle. Somit können sich die Bakterien weiter ausbreiten und wieder neue Zellen infizieren. Ebenso kann es zu einer Bakterien-Übertragung auf andere Menschen kommen.

Übrigens: Infektionen mit der Bakterien-Art Chlamydia trachomatis gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen weltweit. Die Erreger werden in drei Serotypen unterteilt, die verschiedene Beschwerden hervorrufen. So können die Serotypen A-C Entzündungen an der Bindehaut und Hornhaut verursachen. Die Serotypen D-K von Chlamydia trachomatis lösen Infektionen im Genitalbereich aus. Gelegentlich kann es auch zu einer Bindehautentzündung kommen. Die Serotypen L1-L3 zählen zu den Erregern einer Lymphogranuloma venereum. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die vorwiegend in tropischen und subtropischen Ländern vorkommt.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die meisten infizierten Männer und Frauen keine Symptome zeigen. Dadurch merken sie nicht, dass sie einem heimlichen Bakterien-Bombardement ausgesetzt sind. Als Reaktion auf eine Schädigung von Zellen kommt es bei einer unbehandelten Chlamydien-Infektion zu Entzündungen, wie etwa in der Harnröhre, in der Scheide oder im Analbereich. Im schlimmsten Fall kann sie bei Mann und Frau zu einer Unfruchtbarkeit führen.

Wie erfolgt der Nachweis von Chlamydien in der Inkubationszeit?

Besteht nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr das Risiko einer Chlamydien-Infektion, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. In einem Anamnese-Gespräch werden zunächst die Beschwerden sowie eventuelle Vorerkrankungen besprochen. Da es sich um eine sexuell übertragbare Krankheit ist, kommt es auch zu Fragen nach sexuellen Gewohnheiten. Daran anschließend führt der behandelnde Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Für den Nachweis einer möglichen Chlamydien-Infektion können verschiedene Methoden herangezogen werden.

Eine Möglichkeit um Chlamydien im Körper nachzuweisen, kann ein Schleimhaut-Abstrich sein. Bei diesem Bakteriennachweis wird in der Regel mit einer Art Wattestäbchen eine Probe aus dem Gebärmutterhals (Zervix), der Harnröhre oder dem Enddarm entnommen. Gegebenenfalls kann es auch zu einem Abstrich von der Bindehaut oder dem Rachen kommen. Alternativ veranlasst der behandelnde Arzt eine Untersuchung des Urins, die ebenfalls aufschlussreich bei einer Chlamydien-Infektion sein kann. Hierbei wird nicht wie sonst üblich eine Probe aus dem Mittelstrahl entnommen, sondern vom Anfangsstrahl. Sowohl beim Abstrich als auch beim Urintest erfolgt die Untersuchung im Labor mit der sogenannten Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). Die Ergebnisse stehen dem Arzt gewöhnlich innerhalb eines Werktages zur Verfügung, wodurch bei einem positiven Testergebnis sofort mit der Behandlung begonnen werden kann.

Der Nachweis von Chlamydien-Bakterien kann auch durch einen Bluttest erfolgen. Denn das Immunsystem des Körpers bildet, wie bei jeder Infektion auch, Antikörper gegen den Erreger. Da sich die Bildung von Antikörpern über einige Wochen hinziehen kann, beweist dieser Test leider nicht, dass eine akute Infektion mit Chlamydien vorliegt. Er sagt lediglich etwas darüber aus, ob jemals Antikörper gebildet wurden, aber nicht wann. Der Antikörper bleibt nämlich auch Jahre nach der eigentlichen Infektion im Körper lebendig. Trotz allem kann ein Bluttest bei der Erkennung von Spätfolgen der Chlamydien-Infektion helfen.

Der Vollständigkeit halber sollte auch der Chlamydien-Selbsttest für Zuhause erwähnt werden. Nach Ansicht des Robert Koch Instituts ist ein solcher Chlamydien-Test nicht gerade zuverlässig. Entsprechend wir denen geraten, die dennoch diesen Chlamydien-Test anwenden, umgehend einen Arzt aufzusuchen. So lässt sich der Befund einer Infektion mit Chlamydien-Bakterien entweder untermauern oder widerlegen.

Wichtig: In den meisten Fällen verläuft eine Infektion mit Chlamydien ohne Symptome. Daher ist es für sexuell aktive Menschen mit häufigen Partnerwechseln ratsam, sich einmal im Jahr auf Erreger der Bakterien-Art Chlamydia trachomatis testen zu lassen. Vor allem aber auch dann, wenn sich der Partner oder die Partnerin mit Chlamydien angesteckt haben sollte. Für junge Frauen bis zum 25. Lebensjahr bieten die gesetzlichen Krankenkassen einmal im Jahr ein routinemäßiges Chlamydien-Screening an.

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Chlamydien.

Wie werden Chlamydien behandelt?

Prinzipiell gilt: Je früher eine Infektion mit Erregern der Bakterien-Art Chlamydia trachomatis behandelt wird, desto besser. Denn auch ohne Symptome sind Chlamydien ansteckend. Ob eine Infektion vorliegt oder nicht, lässt sich mithilfe von Tests einfach feststellen. Sollte das Testergebnis positiv ausfallen, dann greift der behandelnde Arzt zu einer medikamentösen Therapie mit Antibiotika. Als besonders wirksam und verträglich hat sich das Antibiotikum Doxycyclin erwiesen. Alternativ kommt auch das Antibiotikum Azithromycin zum Einsatz. Um eine Reinfektion mit Chlamydien-Bakterien zu vermeiden, ist es unabdingbar, dass sich der Partner oder die Partnerin testen und behandeln lässt. Ansonsten kommt es zum sogenannten Ping-Pong-Effekt.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Fakten zur Inkubationszeit bei Chlamydien

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