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Chlamydien-Symptomen bei Frauen: Darum ist Vorsorge wichtig

Heimliche Infektion : Gibt es klare Chlamydien-Symptome bei Frauen?

Chlamydien sind die häufigste Geschlechtskrankheit. Sie verursachen selten Symptome und werden oft zu spät erkannt. Doch eine unerkannte Infektion kann vor allem bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Erfahren Sie mehr.

Spricht man von Chlamydien, ist meist eine Infektion mit den Bakterien Chlamydia trachomatis gemeint. Diese Bakterien werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und können die Harnröhre, den Gebärmutterhals und den Enddarm befallen. Wird die Infektion nicht erkannt, kann sie bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen.

Welche Arten von Chlamydien gibt es?

Neben Chlamydia trachomatis existieren noch zwei weitere Erreger der gleichen Familie:

  1. Chlamydia trachomatis: Hierbei handelt es sich um Bakterien, die überwiegend durch sexuelle Beziehungen übertragen werden. Die Erreger siedeln sich in den Schleimhäuten des Genitalbereichs an. Die genitale Chlamydieninfektion führt zu eitrigem Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen, Juckreiz und Zwischenblutungen bei Frauen. Oft verläuft die Erkrankung symptomlos oder mit milden Symptomen. Werden die Entzündungen nicht erkannt und behandelt, kann die Krankheit zu Unfruchtbarkeit führen.
  2. Chlamydia pneumonia: Diese Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und befallen hauptsächlich die Atemwege und die Lunge.
  3. Chlamydia psittaci: Dieser Chlamydienstamm wird durch Vögel auf den Menschen übertragen. Chlamydia psittaci ist auch als Papageienkrankheit oder Ornithose bekannt. Die Übertragung der Erreger erfolgt über Kontakt mit Vogelkot oder dem direkten Kontakt mit dem Schnabel der Tiere. Aus diesem Grund sollten Vögel nicht „geküsst“ werden. Chlamydia psittaci führt zu grippeähnlichen Symptomen, die eine Lungenentzündung auslösen können.

Die Bakterien Chlamydia trachomatis kommen am häufigsten vor. Die Geschlechtskrankheit ist sogar die am häufigsten vorkommende sexuell übertragbare Krankheit überhaupt. Laut Schätzungen stecken sich etwa zehn Prozent der sexuell aktiven Erwachsenen einmal im Leben mit Chlamydien an.

Wie erkennt man eine Chlamydien-Infektion bei Frauen?

Da es in den meisten Fällen nicht zu Symptomen kommt, wird die Geschlechtskrankheit Chlamydien nicht oder erst zu spät erkannt. Hat die Chlamydien-Infektion bereits starke Entzündungen und Schmerzen in Körper ausgelöst, kann sie bleibende Schäden hinterlassen.

Kommt es zu Symptomen, fallen diese unterschiedlich aus - je nachdem, wo sich die Bakterien ansiedeln. An der Harnröhre leiden Betroffene unter Jucken, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Aus der Scheide kann ein gelblich, eitriger Ausfluss austreten.

Befallen die Bakterien den Gebärmutterhals oder die Eileiter, treten dort Entzündungen auf. Eine solche Entzündung geht meist mit Fieber, einer stärkerer Regelblutung, Zwischenblutungen und Schmerzen im Unterbauch einher.

Eine unbehandelte Infektion mit den Chlamydien-Bakterien kann zu einer Verklebung oder Vernarbung der Eileiter führen und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft drastisch reduzieren. Besiedeln die Chlamydia trachomatis den Enddarm, verläuft auch diese Infektion meist ohne Symptome. In manchen Fällen kommt es zu Ausfluss, Juckreiz oder einem Ausschlag am After.

Kommt es zu Symptomen, treten diese eine bis drei Wochen nach der Ansteckung auf. Auch wenn sie nach einiger Zeit wieder verschwinden, können sich die Bakterien dennoch im Körper weiter ausbreiten.

Wie können sich Frauen mit Chlamydien anstecken?

Eine Infektion mit den Erregern Chlamydia trachomatis erfolgt vor allem über ungeschützte Geschlechtsverkehr. Die Erreger werden größtenteils in Sperma, Vaginalsekret und Urin nachgewiesen. Kondome verhindern eine Ansteckung nicht sicher, können das Risiko jedoch deutlich verringern. Bei sexuellen Kontakten ohne Kondom steigt das Infektionsrisiko um ein Vielfaches, da viele Männer und Frauen unwissentlich Träger der Chlamydia trachomatis sind. Andere Bakterienstämme wie Chlamydia pneumoniae können durch Speichel oder Schmierinfektion übertragen werden.

Bei Chlamydia trachomatis ist eine Übertragung durch Schmierinfektion eher selten. An der Luft sterben die Bakterien schnell ab. Eine Ansteckung über Handtücher oder Toilettensitze ist unwahrscheinlich, in sehr seltenen Fällen jedoch möglich. Die gemeinsame Nutzung von Sexspielzeug kann jedoch zu einer Chlamydien-Infektion führen.

Frauen unter 25 Jahren mit wechselnden Sexualpartnern haben ein erhöhtes Risiko sich mit Chlamydien anzustecken. Bei Ihnen können sich die Erreger leichter am Gebärmutterhals festsetzen.

Aus diesem Grund helfen regelmäßige Tests dabei, eine Chlamydien-Infektion schnell zu erkennen. Durch eine frühzeitige Behandlung können bleibende Schäden wie Unfruchtbarkeit zuverlässig verhindert werden. Um das Risiko einer Infektion zu verringern, sollten sich Paare am Beginn einer neuen Beziehung auf sexuell übertragbare Krankheiten wie Chlamydien und HIV testen lassen, bevor sie auf Kondome verzichten.

Wann treten Chlamydien-Symptome bei der Frau auf?

In 80% der Fälle bemerken Frauen nach einer Ansteckung keine Symptome. Kommt es dennoch dazu, kann es bis zu drei Wochen dauern,, bis die Krankheit die ersten Symptome zeigt. Bei Frauen könnte sich die Erkrankung durch riechenden Ausfluss, Brennen und Jucken beim Wasserlassen oder Schmerzen im Unterleib und beim Sex äußern.

Sollte die Krankheit unbehandelt fortschreiten, kann es zu einer Entzündung der Augen und zu Gelenkentzündungen kommen. Steigen die Bakterien in die Eileiter und den Bauchraum auf, können sie dort Eileiterentzündungen verursachen. Eine Eileiterentzündung geht mit Fieber und Schmerzen im Unterbauch einher. Diese Komplikation tritt jedoch nicht bei jeder Infektion auf. Oft kann das Immunsystem die Verbreitung der Bakterien verlangsamen oder aufhalten.

In bis zu 80 Prozent der Fälle verläuft die Erkrankung bei Frauen symptomlos. Über die Hälfte der infizierten Männer bemerkt ebenfalls nichts von den Chlamydien-Erregern. Wird die Infektion nicht erkannt und behandelt, könnten sich die Erreger im Körper ungehindert ausbreiten und vor allem bei Frauen langfristig zu Unfruchtbarkeit führen.

Führen Chlamydien Symptome zu Unfruchtbarkeit?

Chlamydien sind einer der Hauptverursacher von Unfruchtbarkeit bei Frauen. In Deutschland sind Tausende von Frauen aufgrund von Chlamydien ungewollt kinderlos. Allerdings muss nicht jede Infektion mit Chlamydien auch zu Unfruchtbarkeit führen. Oft kann das Immunsystem die Erreger in Schach halten. Werden die Erreger rechtzeitig im Urin oder durch einen Abstrich nachgewiesen, kann die Chlamydien-Infektion in der Regel gut mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Kann das Immunsystem die Bakterien jedoch nicht ausreichend bekämpfen, können diese in den Eileiter aufsteigen und eine Eileiterentzündung auslösen. Diese macht sich durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Fieber
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Betroffene fühlen sich schlapp und krank
  • Übel riechender Ausfluss

Entsteht daraus eine chronische Entzündung, können die Eileiter vernarben und verkleben und somit undurchlässig werden. Dann ist es für eine Behandlung zu spät und Unfruchtbarkeit ist die Folge - dies ist bei bis zu 40% der Infektionen der Fall. Unerkannte Chlamydien-Infektionen sind sogar die häufigste Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit in Deutschland.

Dabei ist die Diagnose der Geschlechtskrankheit einfach: Bis zum 25. Lebensjahr können Frauen beim Gynäkologen jährlich kostenlos einen Test durchführen lassen. Dieser wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Urin wird dabei auf Chlamydia trachomatis untersucht. Noch genauer ist ein Abstrich des Gebärmutterhalses. Frauen, die älter sind als 25 Jahre, müssen den Test jedoch selbst bezahlen. Die Kosten schwanken zwischen 30 und 120 Euro.

Wie erkennt man Chlamydien in der Schwangerschaft?

Eine genitale Infektion mit Chlamydien in der Schwangerschaft kann unerkannt zu schwerwiegenden Folgen für Schwangere und das Neugeborene führen. Schwangere Frauen haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie eine Fehlgeburt oder Frühgeburt. Bei Verdacht auf Chlamydien oder nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollten sich schwangere Frauen testen lassen.

Behandelt werden Frauen in der Schwangerschaft mit Antibiotika wie Amoxicillin oder Azithromycin. Diese Antibiotika stellen kein Risiko für die Entwicklung des ungeborenen Kindes dar. Wird die übertragbare Erkrankung nicht in der Schwangerschaft behandelt, kann das Neugeborene bei der Geburt angesteckt werden. Im schlimmsten Fall entwickelt das Baby eine schwerwiegende Augenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss.

Warum gehört Ausfluss bei der Frau nicht zu den typischen Chlamydien-Symptomen?

Kommt es zu einer Chlamydien-Infektion, können die Erreger den Gebärmutterhals oder die Harnröhre befallen. Ein schleimig-eitriger, unangenehm riechender Ausfluss kann dabei entstehen. Dieses Symptom muss jedoch nicht immer nach einer Infektion auftauchen und kann neben Chlamydien auch auf andere Krankheiten hindeuten.

Beispielsweise kann auch die Geschlechtskrankheit Tripper (Gonorrhoe) oder ein Scheidenpilz dieses unangenehme Symptom verursachen. Genau wie eine Chlamydien-Infektion verursacht Tripper neben dem gelblichen Ausfluss auch ein Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Generell ist nicht jede Art von Ausfluss als krankhaft einzustufen. Mit Beginn der Pubertät gehört das Scheidensekret zur Frau. Während des Zyklus kann sich die Farbe und Konsistenz des sogenannten Zervixschleims verändern. Je nach Zyklusphase ist er mal durchsichtig und klebrig, mal weiß und cremig. In der fruchtbaren Phase der Frau dient der Zervixschleim als Nährboden für Spermien.

Verändert sich jedoch der Geruch oder die Beschaffenheit des Ausflusses, können Bakterien dafür verantwortlich sein. Normaler Ausfluss darf nicht unangenehm riechen. Krankhafter Ausfluss hat oft einen fischigen, unangenehmen Geruch und verändert sich in Farbe und Konsistenz. Betroffene sollten in diesem Fall immer einen Arzt aufsuchen.

Wie sieht die Behandlung der Frau gegen Chlamydien-Symptome aus?

Wird eine Infektion mit Chlamydien nachgewiesen, erfolgt die Behandlung der Erreger mit einem Antibiotikum wie Doxycyclin. Dieses wird der Arzt für die Dauer von ein bis drei Wochen verschreiben. Wurde die Chlamydien-Infektion frühzeitig erkannt, heilt sie meist komplikationslos aus.Je früher die Infektion mit Chlamydien dabei erkannt wird, desto besser. Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr empfiehlt es sich, einen Test machen zu lassen. Je nach sexuellen Gewohnheiten kann dieser auch regelmäßig durchgeführt werden. Bei häufig wechselnden Partnern und ungeschützten sexuellen Kontakten ist ein jährlicher Test ratsam.In einer Beziehung sollte sich der andere Partner nach der Diagnose Chlamydien ebenfalls testen lassen, auch wenn keine Symptome bestehen. Können bei dem Partner ebenfalls Chlamydien nachgewiesen werden, muss er oder sie sich ebenfalls behandeln lassen. Ansonsten kommt es zu einem Ping-Pong-Effekt: Auch nach der erfolgreichen Behandlung erfolgt immer und immer wieder eine Neuansteckung durch den infizierten Partner.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Chlamydien.

Ist der andere Partner frei von Chlamydien, sollten Betroffene auf sexuelle Handlungen verzichten, bis die Behandlung mit Antibiotika abgeschlossen ist. Um eine Infektion mit Chlamydien vorzubeugen, sollte bei allen sexuellen Handlungen immer ein Kondom oder ein Oralschutztuch verwendet werden. Erst nach einem Test auf Geschlechtskrankheiten können diese Schutzmaßnahmen weggelassen werden.

Hier geht es zur Infostrecke: Was sie über Chlamydien-Symptome der Frau wissen sollten