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Genitale Infektionskrankheit So erkennen Sie Chlamydien beim Mann

Die Chlamydien-Infektion ist eine der häufigsten genitalen Infektionen. Männer sind oft Träger der Bakterien, ohne es zu wissen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Chlamydien beim Mann erkennen.

Chlamydien beim Mann - 10 Fakten zu Behandlung und Vorbeugung
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Lassen Sie sich testen - 10 Fakten zu Chlamydien beim Mann

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Foto: Shutterstock.com / dokurose

Chlamydien sind neben Gonorrhoe (Tripper) und HPV die häufigste sexuell übertragbare Krankheit. Vor allem jüngere Männer und Frauen unter 25 erkranken an Chlamydien. Dabei ist diese Geschlechtskrankheit gut behandelbar: Mit Hilfe eines Antibiotikums heilt die Erkrankung meist komplikationslos ab.

Was sind Chlamydien beim Mann?

Ausgelöst wird die Geschlechtskrankheit durch die Bakterien Chlamydia trachomatis. Meist befallen die Bakterien den Harnleiter oder die Geschlechtsorgane. In diesem Fall spricht man von einer urogenitalen Chlamydien-Infektion.

Ohne Behandlung können die Erreger auch das Auge oder die Gelenke befallen. Chlamydien können also nicht nur zu einer urogenitalen Infektion führen, die Bakterien können auch andere Körperstellen und Organe angreifen. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann bei Männern und Frauen zu Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit führen.

Durch eine rechtzeitige Behandlung sind jedoch keine Spätfolgen zu befürchten. Da sich jedoch nur bei 50% der Betroffenen Symptome zeigen, sollten sich vor allem junge Männer mit wechselnden Partnern regelmäßig testen lassen. So kann eine Infektion mit der Geschlechtskrankheit schnell nachgewiesen und behandelt werden.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Chlamydien-Bakterien beim Mann?

Die Infektion mit Chlamydia trachomatis, den Chlamydien-Bakterien, erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Oralverkehr. Auch durch die gemeinsame Nutzung von Sexspielzeug ist eine Ansteckung möglich. Überall dort, wo ein direkter oder indirekter Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten besteht, können Sie sich infizieren.

Allerdings überleben die Chlamydia trachomatis nur für kurze Zeit außerhalb des Körpers. Eine Ansteckung über Handtücher oder Toilettensitze ist sehr unwahrscheinlich. Nur im Schwimmbad ist es möglich, sich mit einer Schwimmbadkonjunktivitis anzustecken. Durch verunreinigtes Wasser können Bindehautinfektionen entstehen. Die Infektion auf diesem Weg ist jedoch selten.

Ein bis drei Wochen nach der Infektion treten bei Männern meist die ersten Symptome der Geschlechtskrankheit auf. Bei der Hälfte der Infektionen verläuft die Krankheit jedoch symptomlos, sodass die Ansteckung für lange Zeit nicht bemerkt wird, bis sich die Erreger im Körper ausgebreitet und schwerwiegendere Entzündungen vorgerufen haben.

Wie erkennt man Chlamydien bei Männern?

Es wird angenommen, dass zehn Prozent der sexuell aktiven Erwachsenen sich einmal im Leben mit Chlamydien-Bakterien infizieren. Viele Männer bemerken nichts von der Übertragung der Chlamydia trachomatis und infizieren weitere Menschen mit dem Erreger. Ohne Behandlung kann die Chlamydien-Infektion zu Unfruchtbarkeit führen.

Etwa ein bis drei Wochen nach der Infektion können bei Männern die folgenden Symptome auftreten:

  • Schleimiger Ausfluss aus dem After
  • Juckende Penisspitze
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Ziehende Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Geschwollene oder schmerzende Hoden
  • Entzündungen der Augen
  • Schmerzende Gelenke

Die Symptome unterscheiden sich, je nachdem wo sich die Bakterien ansiedeln. Lagern sich die Bakterien in den Schleimhäuten der Harnröhre ab, treten Schmerzen beim Wasserlassen auf. Befallen Sie den Enddarm, kommt es zu einem eitrigen Ausfluss oder Ausschlag am After. Eines der ersten Symptome ist meist ein Brennen beim Wasserlassen und Ausfluss aus dem Penis, der wässrig oder eitrig sein kann.

Das Tückische: In 50 Prozent der Fälle treten keine oder nur milde Symptome auf. Vor allem die Infektion des Enddarms verläuft häufig symptomlos. Die Krankheit wird deswegen oft nicht erkannt oder erst dann, wenn sie bereits zu Entzündungen des Hodens oder der Prostata geführt hat und dort starke Schmerzen verursacht.

Wann machen sich Chlamydien beim Mann bemerkbar?

Etwa ein bis drei Wochen nach einer Infektion mit Chlamydien machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Doch bei der Hälfte der betroffenen Männern treten keinerlei Symptome auf. Bei Frauen verläuft die Krankheit sogar in 80 Prozent der Fälle asymptomatisch.

Das ist ein großes Problem, denn ohne Behandlung kann die Infektion bei Männern und Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Chlamydien sind sogar die häufigste Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit in Deutschland.

Beim Mann können die Bakterien in die Nebenhoden oder Prostata aufsteigen und dort eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) oder eine Prostataentzündung (Prostatitis) auslösen. Bei Frauen lösen die Bakterien Eileiterentzündungen aus, die zur Vernarbung und Verklebung der Eileiter und damit zu Unfruchtbarkeit führen können.

Was sind die Folgen einer unbehandelten Chlamydien-Infektion bei Männern?

Eine unerkannte oder unbehandelte Infektion mit Chlamydien kann bei Männern zu bleibenden Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit führen. Die Chlamydia trachomatis Bakterien können in die Prostata und Nebenhoden aufsteigen und dort Entzündungen verursachen. Auch Entzündungen der Knie- und Sprunggelenke sind möglich.

Steigen die Bakterien in den Nebenhoden auf, kann eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) entstehen. Diese macht sich durch Symptome wie geschwollene Hoden und Schmerzen oder Druckempfindlichkeit sowie Brennen beim Wasserlassen, Fieber, Schüttelfrost und allgemeiner Angeschlagenheit bemerkbar. Ohne Behandlung führt die Nebenhodenentzündung zu einem Verschluss der Nebenhodenkanäle und verhindert den Fluss der Spermien. Damit kann eine Chlamydien-Infektion zu Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann führen.

Bei der Prostataentzündung (Prostatitis) treten Symptome auf, die einer Blasenentzündung gleichen. Männer haben Schmerzen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang und der Körper reagiert mit Fieber und Schüttelfrost. Außerdem kann diese Entzündung zu Schmerzen am Damm, häufigem Stuhldrang und zu Schmerzen beim Samenerguss führen.

Diese Spätfolgen einer Chlamydien-Infektion haben sogar einen Namen: das Reiter-Syndrom. Dieses umfasst drei unterschiedliche Krankheitsbilder, dessen Ursache in der Ausbreitung der Chlamydien-Bakterien liegen. Das Reiter-Syndrom tritt überwiegend bei Männern auf.

Diese Symptome umfasst das Reiter-Syndrom:

  1. Reaktive Arthritis (Gelenkentzündung)
  2. Urethritis (Harnröhrenentzündung)
  3. Konjunktivitis (Bindehautentzündung)

Welcher Arzt behandelt Chlamydien beim Mann?

Je nach Symptomen kommen unterschiedliche Ärzte in Frage: Bei Juckreiz, Schmerzen und Brennen im Genitalbereich sollte der Urologe aufgesucht werden. Haben die Chlamydien eine Bindehautentzündung verursacht, sollten Betroffene den Augenarzt aufsuchen. Bei Gelenkschmerzen oder Atemwegserkrankungen ist der erste Ansprechpartner der Hausarzt.

Vermuten Sie, eine Chlamydien-Infektion könnte zu Ihren Beschwerden geführt haben, sollten Sie Ihren Arzt darauf ansprechen. Dieser kann dann weitere Tests zur Diagnose durchführen. Durch eine einfache körperliche Untersuchung ist es nicht möglich, eine Chlamydien-Infektion zu diagnostizieren oder von anderen Erkrankungen zu unterscheiden.

Wie erfolgt die Diagnose einer Chlamydien-Infektion beim Mann?

Bei Geschlechtskrankheiten ist der Urologe bei Männern der richtige Ansprechpartner. Bei Frauen ist der Gynäkologe zuständig. Vor allem, wenn Sie Beschwerden im Genitalbereich verspüren, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen. Die Diagnose erfolgt nach der Anamnese und einem Urintest oder Abstrich.

Bei der Anamnese wird Sie der Arzt zu Ihren sexuellen Gewohnheiten befragen. Eine genaue Diagnose liefert dann das Labor. Hinweise auf Chlamydia trachomatis können sowohl im Urin als auch in den Schleimhäuten des Genitalbereichs gefunden werden.

Am genausten ist die Untersuchung der Zellen aus einem Abstrich. Dieser kann bei Männern in der Harnröhre oder im Rektum vorgenommen werden. Bei Frauen wird eine Zellprobe aus der Gebärmutterschleimhaut entnommen.

Zusätzlich kann der Arzt den Genitalbereich untersuchen und die Lymphknoten abtasten. Verursachen die Chlamydien-Bakterien Augen-, Atemwegs- oder Schluckbeschwerden, wird der Arzt auch diese Körperregionen eingehend untersuchen.

Eine akute Infektion mit Chlamydien kann nicht im Blut nachgewiesen werden. Konnten allerdings keine Bakterien in den Schleimhäuten gefunden werden, ist es möglich, dass die Krankheit schon länger besteht und die Bakterien in die Bauchhöhle oder die Nebenhoden aufgestiegen sind. In diesem Fall lassen sich Antikörper im Blut nachweisen.

Ein Bluttest eignet sich bei komplizierten Verläufen der Erkrankung. Bei Kinderwunschpatienten hilft der Bluttest bei der Forschung nach der Ursache der Unfruchtbarkeit. Der Nachweis von Antikörpern kann darauf hinweisen, dass eine Chlamydien-Infektion eine Spätfolge der bestehenden Unfruchtbarkeit ist.

Was kann man gegen Chlamydien beim Mann tun?

Eine schnelle Diagnose und Behandlung der Chlamydien-Infektion ist wichtig, damit die urogenitale Infektion komplikationslos ausheilen kann. Nach der Diagnose kann die Therapie mit Antibiotika sofort beginnen. Die Antibiotika werden in der Regel für die Dauer von einer bis drei Wochen verschrieben.

Meist ist das Antibiotikum Doxycyclin das Mittel der Wahl. Es ist gut verträglich und wirkt effektiv gegen die Erreger. Wurden bei Ihnen die Bakterien Chlamydia trachomatis nachgewiesen, sollte sich auch Ihre Partnerin oder der Partner testen lassen.

Chlamydien? Diese Behandlung hilft gegen die tückische Infektion
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Chlamydien: 10 Fakten über die Behandlung einer Chlamydien-Infektion

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Werden bei Ihrem Partner Chlamydien nachgewiesen, muss sich Ihr Partner ebenfalls einer Behandlung unterziehen. Auch wenn Ihr Partner bisher keine Symptome der Krankheit bemerkt hat, können die Bakterien beim Sex immer wieder auf Sie übertragen werden. Hierbei spricht man von dem sogenannten Ping-Pong-Effekt.

Wird die Behandlung nach ärztlicher Vorschrift abgeschlossen, heilt eine Infektion mit Chlamydien in der Regel vollkommen und ohne Komplikationen aus. Voraussetzung ist, dass die sexuell übertragbare Erkrankung frühzeitig erkannt wurde.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein jährliches Screening bei Frauen unter 25 Jahren. Für Männer gibt es kein solches Angebot. Bei wechselnden Partnern oder Geschlechtsverkehr ohne Kondom sowie akuten Beschwerden im Genitalbereich ist der Test jedoch zu empfehlen.

Wie kann man einer Infektion mit Chlamydien beim Mann vorbeugen?

Sexuell aktive Erwachsene sollten keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Verwenden Sie bei unbekannten Sexualpartnern immer ein Kondom und schützen Sie sich auch bei Oralverkehr mit einem Oralschutztuch vor einer Infektion mit Chlamydien und anderen Erregern. Allerdings bieten diese Maßnahmen keinen hundertprozentigen Schutz.

In einer festen, monogamen Beziehung sollten sich beide Partner auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen, bevor sie auf das Kondom verzichten. Bei häufig wechselnden sexuellen Beziehungen wird empfohlen, sich in regelmäßigen Abständen testen zu lassen. Achten Sie außerdem auf die ersten Anzeichen einer Infektion und besuchen Sie gegebenenfalls einen Arzt.

Dieser Artikel ist vom 26. August 2019 und wurde aktualisiert.

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