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Tipps für die Hausapotheke: Bei diesen Beschwerden hilft Kamille

Tipps für die Hausapotheke : Bei diesen Beschwerden hilft Kamille

Ob als Tee, Auszug oder Konzentrat: Es gibt Arzneipflanzen, die bei vielen Wehwehchen helfen. Die Kamille gehört dazu, weshalb sogar Wissenschaftler sie für die Hausapotheke empfehlen.

Kamille sollte in einer gut sortieren Hausapotheke nicht fehlen. Denn ein Tee aus den Blüten der Heilpflanze und ein Kamillen-Konzentrat lassen sich für viele Wehwehchen zur Selbstbehandlung nutzen, wie Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg erläutert. "Seit Jahrhunderten zählt die Kamille zu den bedeutendsten Arzneipflanzen in Europa", sagt er. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherisches Öl, Flavonoide mit mehr als 30 Verbindungen sowie Cumarine und Schleimstoffe.

So können Kamillenblüten bei Atemwegsbeschwerden, Magen-Darm-Beschwerden, Entzündungen im Mund und Rachenraum und zur Wundbehandlung helfen. "Auch wenn der Tee bei Magenproblemen wirksam ist, sind wässrig-alkoholische Auszüge vor allem bei äußerlicher Behandlung effektiver, weil sie wesentlich mehr ätherisches Öl enthalten", erklärt Mayer.

Ein solches Kamillen-Konzentrat lasse sich zum Beispiel gut für Inhalationen, Spülungen, Bäder, Umschläge und Auflagen bei Haut- und Schleimhautentzündungen nutzen. Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sind Mayer zufolge nicht bekannt. Nur in ganz seltenen Fällen komme es zu allergischen Hautreaktionen.

In vielen pharmakologischen Experimenten, Tierversuchen und klinischen Studien hätten sich aber nicht nur entzündungshemmende und krampflösende Wirkungen gezeigt. "Kamillenblüten schützen auch die Schleimhäute, verhindern Geschwüre und hemmen das Wachstum von verschiedenen Bakterien und Pilzen", erläutert Mayer.

Allergiker allerdings sollten mit der Anwendung von Kamille vorsichtig sein. Sie gehört nämlich zu den pollenassoziierten Nahrungsmitteln, die Kreuzreaktionen zwischen Pollen und Nahrungsmitteln hervorrufen können. Ihre Struktur nämlich ist der Struktur bestimmter Nahrungsmittel sehr ähnlich. Kommt es zu einem Kontakt mit der Kamille kann es dazu kommen, dass eine Sensibilisierung eintritt. Beim Verzehr entsprechend "verwandter" Nahrungsmittel ist es nach Information des Deutschen Ernährungsinformationsnetzes möglich, dass Betroffene plötzlich Brennen im Mund verspüren, Schwellungen bekommen oder sogar Atemnot.

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(dpa/wat)