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Erblindungsgefahr: Leiden Sie am Grauen Star?

Erblindungsgefahr : Leiden Sie am Grauen Star?

Gutes Sehen ist nur mit einer klaren Augenlinse möglich. Mit der Zeit kann sie aber trübe werden. Der Graue Star droht. Rechtzeitig erkannt kann man etwas gegen den schleichenden Sehverlust tun, der sonst in einer Erblindung endet.

Ob Zeitung, Fernsehen oder Internet — unsere Augen leisten täglich Schwerstarbeit. Meist nicht ohne Folgen. Etwa 52 Millionen Deutsche brauchen eine Sehhilfe, um scharf zu sehen. In höherem Alter tritt nach Informationen der Artemis Augenklinik jedoch bei fast jedem Menschen eine viel gravierendere Sehstörung auf: Grauer Star. Weltweit gilt er als häufigste Erblindungsursache.

Die auch als Katarakt bezeichnete Eintrübung der Linsen beginnt schleichend und meist unbemerkt. Betroffene sehen wie durch einen Schleier, der mit der Zeit immer dichter wird. Farben und Formen werden blasser. Auch reagieren ihre Augen deutlich lichtempfindlicher. Das passiert nicht plötzlich, sondern schleichend. Aus diesem Grund erkennen viele Menschen den Sehverlust erst spät.

Auch schon Säuglinge können unter der Augenerkrankung leiden. Mit der Spaltlampe, einer besonderen Untersuchungsleuchte, kann der Augenarzt schnell herausfinden, ob eine Linsentrübung vorliegt und wenn nötig weitere Untersuchungen anstellen. Denn schreitet der Graue Star weiter voran, wirkt sich die Augenerkrankung nicht nur auf die Sehleistung aus, sondern schränkt oft auch die Lebensqualität ein.

Rund 90 Prozent der 65-Jährigen leidet unter dem Grauen Star in einer seiner Ausprägungen. Doch auch Krankheiten oder Unfälle, die zu Augenprellungen führen, verschiedene Haut- und auch Muskelerkrankungen können die Ursache für einen Grauen Star sein. Einzige Möglichkeit der Linsentrübung zu begegnen ist eine Operation der Linse. Dabei wird die trübe, undurchlässige Linse durch ein künstliches Implantat ausgetauscht. Wer sich zu diesem Schritt nicht entschließen kann riskiert nach Information des Berufsverbandes der Deutschen Augenärzte sein Augenlicht ganz.

In der Regel kann eine Operation ambulant unter örtlicher Betäubung erfolgen, wenn keine weiteren Augenerkrankungen wie eine Makuladegeneration, eine diabetische Netzhautkrankheit, ein Glaukom oder eine Durchblutungsstörung des Sehnervs vorliegen. Sie ist in der Regel schmerzfrei und zählt zu den häufigsten Operationen überhaupt. Nach Angaben des Berufsverbandes der Deutschen Augenärzte finden in Deutschland jährlich rund 600.000 Operationen am Grauen Star statt.

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Meist berichten die Patienten schon am ersten Tag nach dem Eingriff über ein deutlich besseres Sehen. Allerdings benötigen sie oft nach der OP eine Lesebrille, da sich die künstliche Linse nicht so gut auf Nähe einstellen kann. Der Augenarzt ist der richtige Ansprechpartner, um mit dem Betroffenen zusammen den richtigen Zeitpunkt für einen solchen Eingriff zu finden.

Hier geht es zur Infostrecke: Macht sich bei Ihnen der Graue Star bemerkbar?

(wat)