Ernährung bei Arthrose - Schmerzen und Verschleiß entgegenwirken

Mit gesunder Kost vorbeugen : Gabel statt Skalpell - die richtige Ernährung bei Arthrose

Arthrose ist nicht heilbar, aber sehr wohl behandelbar. Unter anderem mit der richtigen Ernährung. Wir verraten Ihnen, wie Sie Arthrose-Beschwerden mit einer Ernährungsumstellung lindern können.

Arthrose – welche Ernährung bietet sich an?

Arthrose in den Gelenken entsteht durch Entzündungen am Gelenkknorpel. Die schützende Knorpelmasse baut sich ab und reibt schmerzhaft auf dem Knochen. Doch dem Abbau der Knorpelmasse können Sie mit einer guten Ernährung entgegenwirken. Lebensmittel wie Knoblauch, Fisch und Spinat liefern wichtige Nährstoffe.

Bei einem gesunden Gelenk erneuert sich die schützende Knorpelmasse immer wieder neu. Bei der Entstehung von Arthrose kommt es dagegen zu entzündlichen Veränderungen am Gelenk, die zu einem Abbau der Knorpelmasse und dem Verschleiß des Gelenks führen.

Ohne schützende Knorpelmasse reibt der Gelenkkopf direkt auf den Knochen der Gelenkpfanne. Die Belastung führt zu Randauswüchsen (Osteophyten) und der Degeneration des Gelenkkopfes (subchondaler Sklerosierung). Das resultiert in Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.

Die Wissenschaft untersucht seit Jahren, wie dieser Vorgang aufgehalten oder sogar geheilt werden könnte. Dabei steht auch unsere Ernährung auf dem Prüfstand. Es ist kein Geheimnis, dass unsere westliche Ernährungsweise die Entstehung von Krankheiten begünstigt. Darunter auch Arthrosen in der Hüfte oder im Knie.

Die richtige Ernährung kann Arthrose zwar nicht heilen, doch sie liefert wichtige Nährstoffe, die den Fortschritt der Krankheit aufhalten und die Beschwerden lindern können. Nährstoffe bestimmter Lebensmittel wie Knoblauch, Chili und Fisch sollen bei regelmäßigem Verzehr entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

Bei Übergewicht hilft eine gesunde Ernährung bei der Gewichtsreduktion und damit auch bei der Entlastung der Gelenke. Empfohlen wird eine überwiegend vegetarische Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vitaminen und Nährstoffen.

Die Wirkung bestimmter Lebensmittel wird in der Wissenschaft immer wieder untersucht. Beispielsweise wie und ob eine Übersäuerung des Körpers mit der Entwicklung von Arthrose zusammenhängt, welche Vitamine Arthrose-Patienten benötigen und welche Arthrose-Diät die größten Erfolge verspricht.

Dass bestimmte Lebensmittel und Ernährungsweisen die Gelenke entlasten, Schmerzen lindern und den Fortschritt der Erkrankung verlangsamen können, gilt als erwiesen.

Folgende Maßnahmen könnten die konservative Therapie der Arthrose unterstützen:

  • eine basische Ernährungsweise
  • die Vermeidung von Milchprodukten mit hohem Fettanteil
  • Vermeidung von gestättigten Fettsäuren
  • Verzehr von Omega-3-reichen Lebensmitteln
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen
  • Verzehr von entzündungshemmenden Lebensmitteln wie Inger, Chili und Knoblauch

Was bringt eine basische Ernährung bei Arthrose?

Ein Ungleichgewicht des Basen-Säure-Haushalts führt zu einer Übersäuerung des Körpers. Diese Übersäuerung steht im Verdacht, den Fortschritt von Arthrose zu begünstigen. Wissenschaftlich erwiesen ist dies jedoch nicht. Dennoch hilft eine basische Ernährung dabei, die natürlichen Stoffwechselprozesse im Körper im Gleichgewicht zu halten.

Normalerweise regelt der Stoffwechsel den Säure-Basen-Haushalt. Bei Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, einer Niereninsuffizienz oder einer ungesunden Ernährung kann es zu einer Übersäuerung kommen. Diese wird in der Fachsprache Azidose genannt und beginnt bei einem Ph-Wert im Blut von unter 7,3.

Im Alter entwickelt sich diese Übersäuerung oft schleichend: Der übermäßige Verzehr von rotem Fleisch, Milchprodukten, Kaffee, schwarzem Tee und Alkohol bringt langsam aber sicher den Säure-Basen-Haushalt durcheinander.

Bei der Stoffwechselerkrankung Gicht kann die Vermeidung von säurebildenden Lebensmitteln oft zu einer Besserung der Beschwerden führen. Bei Arthrose konnte dagegen noch nicht wissenschaftlich belegt werden, dass eine strikt basische Ernährung die Arthrose-Symptome lindert.

Anhänger der Naturheilkunde sind anderer Meinung: Sie sind sich sicher, dass die Übersäuerung des Körpers eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Arthrose spielt und eine basische Ernährung Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern kann.

Diese Ernährungsweise auszuprobieren schadet zumindest nicht. Im Gegenteil: Durch den Verzicht von Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst und Backwaren wird nicht nur der Säuren-Base-Haushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht, Patienten setzen sich auch kritisch mit der eigenen Ernährung auseinander und ernähren sich insgesamt bewusster und gesünder.

So funktioniert die basische Ernährung:

Durch Stress, Medikamente, Alkohol und tierische Lebensmittel übersäuert das Blut, das normalerweise leicht basisch ist.

Der Körper versucht dann, das Blut zu neutralisieren. Werden dem Körper nicht genügend Vitamine und Mineralstoffe über die Ernährung zugeführt, zieht dieser die fehlenden Nährstoffe aus den Knochen, Organen und dem Bindegewebe zur Hilfe heran.

Der Körper wird durch die Übersäuerung überlastet und reagiert unter anderem mit Entzündungen, zum Beispiel am Gelenkknorpel. Diese Entzündungen schädigen den Gelenkknorpel und führen zu Arthrose.

Zunächst muss der Körper entsäuert werden. Dabei werden über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen überwiegend oder sogar ausschließlich basische Lebensmittel verzehrt und säurebildende Lebensmittel vermieden.

Nach der Entsäuerung kann die Ernährung aus 20 Prozent säurebildenden Lebensmitteln und 80 Prozent basischen Lebensmitteln bestehen.

Basische Lebensmittel:

  • Obst, Salat und Gemüse
  • Kartoffeln, Reis, Quinoa, Tofu, Hülsenfrüchte
  • Mineralwasser, ungesüßte Tees, reine Fruchtsäfte
  • Nüsse und Oliven
  • Pflanzliche Öle

Säurebildende Lebensmittel

  • Wurst und Fleisch
  • Milchprodukte
  • Süßigkeiten und Fertigprodukte
  • Kaffee, Softdrinks und Alkohol
  • Brot und Nudeln

Ernährung bei Arthrose – sollte man auf Milchprodukte verzichten?

Milchprodukte wie Käse, Joghurt, Sahne und Butter sind nicht grundsätzlich verboten. Bei einer Arthrose-Diät wird jedoch empfohlen, fettarme Varianten zu bevorzugen. Denn der Fettanteil der Milch enthält die entzündungsfördernde Arachidonsäure, welche bei übermäßigem Verzehr die Arthrose-Beschwerden weiter verschlimmern kann.

Bei Arachidonsäure handelt es sich um eine ungesättigte Fettsäure. Sie gehört der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren an und ist vor allem in tierischen Produkten enthalten. Bei einem mäßigen Genuss von Milchprodukten schadet der Genuss dieser Lebensmittel nicht. Das enthaltene Kalzium und Eiweiß ist sogar wichtig für die Knochenbildung.

Eine zu große Aufnahme von Arachidonsäure fördert dagegen Entzündungen am Gelenk und Knorpel. Möchten Betroffene nicht auf eine vegane Ernährung umstellen, können sie auf fettarme Milchprodukte wie Naturjoghurt, fettreduzierte Vollmilch und mageren Käse zurückgreifen.

Vermieden werden sollten Milchprodukte mit einem hohen Fettanteil wie Sahne, Butter und manche Käsearten. Auch fetthaltige Fleischprodukte wie Wurst oder tierische Fette wie Schmalz enthalten einen hohen Anteil an Arachidonsäure.

Fettsäuren und Arthrose – was hilft wirklich?

Ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren sind der natürliche Gegenspieler der Arachidonsäure. Diese wirken entzündungshemmend und können sogar Schmerzen lindern. Omega-3 ist vor allem in Kaltwasserfischen enthalten. Bei einer guten Arthrose-Ernährung sollte Fisch zwei oder drei Mal in der Woche auf dem Speiseplan stehen.

Alternativ kann Omega-3 auch in Kapselform als Ergänzungsmittel eingenommen werden. Die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung der ungesättigten Omega-3-Fettsäuren konnte in mehreren Studien bereits nachgewiesen werden.

Empfohlen wird eine Einnahme von 30 Milligramm Fischöl pro Kilogramm Körpergewicht. Vegetarier können anstelle von Fischöl auch Alpha-Linolensäure in ihre Ernährung einbauen. Diese ungesättigte Fettsäure ist in Pflanzenölen wie Rapsöl, Walnussöl, Sojaöl oder Leinöl enthalten.

Arthrose bei Übergewicht – welche Ernährung hilft?

Übergewicht schadet nicht nur Herz- und Kreislauf, es belastet auch die Gesundheit der Gelenke. Sind die Gelenke durch Arthrose angeschlagen, bedeutet das zusätzliche Schmerzen für Patienten. Eine langsame Gewichtsreduktion durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige, gelenkschonende Bewegung ist bei Arthrose zu empfehlen.

Verschiedene Studien konnten bestätigen, dass ein geringeres Gewicht die Schmerzen der Arthrose deutlich senkt. Das ist logisch, denn jedes zusätzliche Kilo belastet die Gelenke. Durch überschüssiges Fett wird außerdem der Stoffwechsel gestört. Der Knorpel ist anfälliger für Verschleiß und das Fettgewebe bildet das Peptidhormon Adipokin, welches Entzündungen in den Gelenken fördert.

Crash-Diäten sind für Arthrose-Patienten mit Übergewicht jedoch nicht empfehlenswert, da dies zu einem Mangel wichtiger Vitamine, Mineralien und Spurenelemente führen könnte und die Verschlechterung der Krankheitssymptome begünstigen würde.

Langfristig hilft eine Veränderung der Lebensweise, bestehend aus einer ausgewogenen und gesunden Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Dies hilft, der Gelenkversteifung vorzubeugen und den Körper bei der Regeneration von Knorpel und Knochen zu unterstützen.

Die richtige Ernährung bei Arthrose enthält viel frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung schützt Knorpel und Gelenke. Salate, Lauchgemüse, Pilze, und Haferflocken sollten täglich auf dem Speiseplan stehen.

Da Fisch wichtige Omega-3-Fettsäuren enthält, sollte dieser zwei Mal pro Woche verzehrt werden. Milchprodukte, Fleisch, Süßigkeiten und Alkohol sollten vermieden werden. Ein maßvoller Genuss dieser Lebensmittel ist jedoch durchaus erlaubt.

Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquajogging, Walking oder Radfahren helfen, der Versteifung der Gelenke vorzubeugen. Durch Physiotherapie, sanftes Krafttraining und Gymnastik können Muskeln aufgebaut und die Gelenke entlastet werden.

Die besten Ernährungstipps bei Arthrose

Arthrose ist eine chronisch-progressive Erkrankung, die nicht geheilt werden kann. Der Abbau des Knorpels und der Verschleiß des Gelenks können nicht verhindert, aber durchaus verlangsamt werden. Bestimmte Lebensmittel lindern die Symptome, wirken entzündungshemmend und unterstützen die Erhaltung der Beweglichkeit.

Entzündungshemmende Nahrungsmittel sollten bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose bevorzugt verzehrt werden. Unterstützt werden kann die Therapie gegen Arthrose außerdem durch Heilkräuter und Gewürze.

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Arthrose.

Diese Lebensmittel, Fettsäuren und Vitamine eignen sich bei Arthrose:

  • Salat und Gemüse: Vor allem dunkelgrüne Salatsorten enthalten viel Beta-Carotin, das antioxidativ wirkt. Salat wie Spinat und Gemüse wie Brokkoli enthalten außerdem viel Vitamin-K, das die Knochenbildung unterstützt
  • Frische Kräuter: Kräuter wie Thymian, Oregano, Basilikum und Petersilie wirken entzündungshemmend und eignen sich hervorragend zur Verfeinerung der Speisen. Ein Esslöffel verschiedener Kräuter kann täglich zum Essen dazugegeben werden.
  • Kurkuma, Chili und Ingwer: Diese Kräuter wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Essen Sie Kurkuma am besten gemeinsam mit Öl und schwarzem Pfeffer, da dies die Nährstoffaufnahme des Wirkstoffs Curcumin um ein Vielfaches erhöht. Chili enthält den Wirkstoff Capsaicin, welcher Schmerzen lindert und Entzündungen hemmt. Ingwer soll die Schmerzen einer akuten Arthritis verringern können und ebenfalls eine antientzündliche Wirkung haben. Das Gewürz kann als Ingwertee, als Ingwerextrakt oder als Pulver verzehrt werden.
  • Knoblauch, Lauch und Zwiebeln: Knoblauch wirkt wie ein natürliches Medikament, kann Entzündungen und Schmerzen lindern und das Immunsystem stärken. Diallyl Sulfat, das in Lauchgemüse enthalten ist, soll außerdem bei der Erhaltung des Knorpels helfen.
  • Hagebutten: Der Hagebutte wird ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Sie enthält sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Galaktolipide, welche entzündungshemmend wirken, jedoch sehr hitzeempfindlich sind. Hagebuttentee zeigt daher keine Wirkung. Hagebuttenextrakt kann als alternative Therapie bei Arthrose angewandt werden.
  • Grüner Tee: Eine gesündere Alternative zu Kaffee ist grüner Tee. Grüner Tee soll viele positive Eigenschaften haben. Er soll beim Abnehmen unterstützen, den Stoffwechsel anregen, gut für das Herz sein und außerdem entzündungshemmend wirken.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese ungesättigten Fettsäuren sind vor allem in Kaltwasserfischen enthalten. Der regelmäßige Verzehr von Fisch oder Nahrungsergänzungsmitteln mit Omega-3-Fettsäuren kann die Schmerzen einer akuten Arthrose lindern und die Beweglichkeit steifer Gelenke verbessern. Das haben sogar Studien nachgewiesen. Darüber hinaus haben die Fettsäuren einen positiven Effekt auf die entzündlichen Prozesse im Gelenk. Vegetarier können auf Walnüsse oder Öle wie Leinöl, Rapsöl und Hanföl als Omega-3-Lieferanten zurückgreifen.
  • Vitamine: Die entzündlichen Prozesse der Arthrose „verbrauchen“ Vitamine. Den erhöhten Vitaminbedarf sollten Arthrose-Patienten durch Nahrungsergänzungsmittel oder eine nährstoffreiche Ernährung ausgleichen. Vor allem Vitamin E und Vitamin D wirken entzündungshemmend. Wichtige Nährstoffe sind außerdem Betacarotin, Vitamin D, Vitamin C, Vitamin A und Selen.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Chondroitinsulfat und Glucosamin sollen helfen, die Knorpelmasse zu erhalten. Sie können wie Omega-3-Fettsäuren in Kapselform die gesunde Arthrose-Ernährung ergänzen.

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