Arthrose im Fuß: Das hilft gegen Schmerzen und Unbeweglichkeit

Erkrankung der Fußwurzel : Arthrose im Fuß: So gehen Sie wieder schmerzfrei

Der Fuß ist ein Kunstwerk. 26 Knochen, 107 Bänder und 20 Muskeln tragen uns durch die Welt. Kein Wunder, dass unsere Füße bei dieser Beanspruchung irgendwann ihren Dienst versagen. So auch bei einer Arthrose im Fuß. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung.

Wie entsteht Arthrose im Fuß?

Wenn es in den Gelenken knirscht und kracht, ist nicht selten Arthrose im Spiel. Sie zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen und ist nicht heilbar. Im schlimmsten Fall führt sie zu einem künstlichen Gelenkersatz. Besonders häufig sind Hände, Hüfte und Knie und Füße betroffen.

Aber wie kommt es dazu, dass der Mensch an einer Arthrose erkrankt? Im Grunde genommen kann eine Arthrose an allen Gelenken entstehen, dort, wo an jedem Knochenende Knorpel sitzt. Denn dieser Knorpel dient einerseits als Stoßdämpfer und zum anderen als Puffer. Doch im Laufe des Lebens trifft es einige früher, andere später. Letzten Endes ist aber niemand vor einer Arthrose gefeit. Schließlich handelt sich hierbei um einen schleichenden Abbau des Gelenkknorpels. Und je älter wir werden, desto mehr nutzt sich das glatte und elastische Knorpelgewebe ab. Daraus folgt, dass die Bewegungsabläufe nicht mehr reibungslos verlaufen: Plötzliche Stöße werden nicht mehr abgefangen und harte Bewegungen können ebenso wenig abgefedert werden.

Mittlerweile bekommt die Knorpelfläche Risse und zeigt sich weniger elastisch, was wiederum zu weniger Gelenkflüssigkeit führt. Da die Knorpelschicht von keinen sensiblen Nerven durchzogen wird, machen sich die Symptome einer Arthrose erst spät bemerkbar. Dann, wenn der Knorpel so weit geschädigt ist, dass die darunter liegenden Knochenenden frei liegen. Der Gelenkspalt verschwindet und es entstehen Osteophyten, die das Gelenk entzünden und anschwellen lassen. Das führt zu einer Bewegungseinschränkung des Gelenkes.

Der Krankheitsverlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden. So nimmt der eine überhaupt keine Schmerzen wahr, der andere leidet darunter qualvoll.

Halten wir fest: Bei einer Arthrose spielt sich ein Drama zwischen den Knochen und dem schützenden Gelenkknorpel ab. Am häufigsten betroffen sind Knie- und Hüftgelenke. Da der Knorpelverschleiß in jedem anderen Gelenk auch auftreten kann, kommt eine Arthrose auch in den Gelenken von Schultern, Ellbogen, Wirbelsäule und Füßen (Sprunggelenk) vor.

So entsteht eine Arthrose im Fuß

Schenken wir den Füßen nun mehr Aufmerksamkeit: Sie tragen uns durchs ganze Leben - wir hüpfen, tanzen, gehen, laufen. Ohne sie wäre das kaum möglich. Wenn aber eines Tages die Gelenke knirschen und knacken, nach langem Sitzen oder früh am Morgen Gelenkschmerzen auftreten, dann kann das eine Zeichen von Arthrose im Fuß sein. Diese Symptome sollten allerdings nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Schließlich wollen wir noch viele Jahre eine bewegtes und schmerzfreies Leben führen.

Zu guter Letzt bleibt noch die Frage offen, wie Arthrose im Fuß im Speziellen entsteht. Der Fuß an sich ist eine raffinierte Konstruktion bestehend aus längs- und querverlaufenden Knochen. Diese wiederum werden von der Fußmuskulatur und Bändern in Form gehalten. Dank dieser Konstruktion ist es dem Fuß möglich, das Körpergewicht in allen Lebenslagen zu tragen. Anzumerken ist hierbei, dass zwei Drittel des Gewichts vom Ballen und ein Drittel von den Fersen abgefangen wird. Wird der Fuß jedoch durch eine einseitige Belastung überbelastet, treten Fehlstellungen der Beine (X- und O-Beine) auf oder es fehlt schlicht an Bewegung.

Wie bei jeder Arthrose nimmt der Druck auf die Fußgelenke zu, insbesondere auf das Sprunggelenk. Es entweicht Gelenkflüssigkeit, die Knorpelschicht wird dünner, Schwellungen treten auf und die Knochen reiben aneinander. Es kommt, wie es kommen musste: Schmerzen machen sich bemerkbar, die Beweglichkeit nimm ab und es folgen bei einer Verschlimmerung Versteifungen und Fehlstellungen.

Häufige Erkrankungen bei einer Fußarthrose sind:

  • Arthrose im Sprunggelenk
  • Fußwurzelarthrose (Lisfranc-Gelenks)
  • Arthrose des Großzehengelenks (Hallux rigidus)

Arthrose im Fuß – welche Beschwerden sind typisch?

Gut zu Fuß sein ist wichtig, und dennoch wird den Füßen wenig Beachtung geschenkt. Erst wenn gar nichts mehr geht, schreien wir vor Schmerz laut auf. Betroffen sind in der Regel das Sprunggelenk, das Großzehengelenk oder das Lisfranc-Gelenk.

Die Schmerzen verschlimmern sich allmählich, vor allem dann, wenn das betroffene Gelenk bewegt und belastet wird. Je weiter die Arthrose fortgeschritten ist, um so mehr treten Knack- und Knirschgeräusche auf. Der Knorpelverlust im Fuß nimmt zu und Entzündungen entstehen, die dem Knorpel noch mehr zusetzen. Es kommt zwangsläufig zu Schwellungen und Bewegungseinschränkungen, die sogar zu einer Versteifung des betroffenen Gelenks führen können.

Häufige Symptome sind:

  • Ziehende und stechende Schmerzen
  • Anlauf- und Belastungsschmerzen
  • Bewegungseinschränkung des Fußes
  • Fehlstellungen des Sprunggelenks
  • Steifheit des betroffenen Fußgelenks

Sprunggelenk

Eine Arthrose im Sprunggelenk fußt nicht auf einen degenerativen Knorpelverschleiß im Alter, sondern auf einer spezifischen (Sport-) Verletzung. Zu den häufigsten Ursachen des oberen Sprunggelenks gehören die Distorsionen (Umknickverletzungen). Je nach Schweregrad der Verletzung ist der Betroffene nicht in der Lage zu gehen, geschweige den verletzen Fuß überhaupt zu belasten. Vorsicht ist geboten, wenn sich am Sprunggelenk ein Bluterguss gebildet hat. In diesem Fall besteht der Verdacht auf eine Verletzung der Gelenkkapsel oder der Bänder.

Eine Arthrose im Sprunggelenk wird ebenso durch Entzündungen, Knochenbrüche, rheumatische Erkrankungen und Übergewicht begünstigt.

Großzehengelenk (Hallux rigidus)

Typisch für eine Arthrose im Großzehengelenk sind Schmerzen im großen Zeh, wodurch das Abrollen des Fußes nicht mehr funktioniert. Aber nicht nur das Gehen bereitet dem Betroffenen Fußschmerzen, sondern auch beim Stehen. Spezifisch ist auch das Anschwellen der Großzehe, so sehr, dass der Schuh immer enger wird. Schreitet der Hallux regidus weiter fort, führt dies zu einer vollständigen Versteifung des Gelenks.

Warum eine Arthrose im Großzehengelenk entsteht, lässt sich seitens der Medizin nicht eindeutig erklären. In Frage kommen können hier das Tragen von falschen Schuhen, Fehlstellungen wie Plattfuß oder Spreizfuß, Trauma wie Verletzungen und Knochenbrüche und Fehl- und Überbelastung. Eine weitere Ursache können Stoffwechselstörungen sein.

Fußwurzelarthrose

Die Patienten beklagen bei einem Gelenkverschleiß an den Fußwurzelknochen oft Schmerzen beim Abrollen des Fußes und bei Belastungen im Fußrücken. Am häufigsten davon betroffen sind die Gelenke zwischen dem Mittelfuß und der Fußwurzel, insbesondere das Lisfranc-Gelenk. Im weiteren Verlauf der Erkrankung machen sich Schwellungen bemerkbar. Der Gelenkspalt verdichtet sich. Die elastische Knorpelschicht dünnt aus. Und die Strapazen für Knochen und Gelenk nehmen zu. Vor allem eine übermäßige Belastung der Fußwurzelgelenke sowie falsche Schuhe können den Verlauf einer Arthrose beschleunigen.

Anzumerken ist an dieser Stelle, dass eine Fußwurzelarthrose stets im Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen und Stoffwechselstörungen, wie etwa bei Rheuma und Gicht, zu sehen sind.

Wie stellt man Arthrose im Fuß fest?

Grund für eine Fußarthrose ist immer eine mechanische Überbelastung des Gelenkknorpels. Das kann zum einen durch ein Trauma (Verletzungen, Knochenbrüche) entstehen, zum anderen aber auch durch eine Gelenkfehlstellung.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass der Hausarzt unbedingt aufgesucht werden sollte, wenn beim Gehen und Stehen ziehende und stechende Schmerzen im Fuß auftreten. Gleichwohl sollte der Betroffene darauf achten, ob sich Schwellungen einstellen, die dafür sorgen, dass das betroffene Fußgelenk an Beweglichkeit verliert.

Inwieweit eine Fußarthrose vorliegt, stellt der Orthopäde fest. Hierbei kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall zum Einsatz. In machen Fällen fällt die Diagnose so ernüchtern aus, dass der Patient zu einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie muss. Bevor es zu einer OP kommt, wird der Fuß des Patienten mit Hilfe des MRT (Magnetresonanztomografie) und CT´s (Computertomografie) untersucht.

Was tun bei Arthrose im Fuß?

Um Fußarthrose vorzubeugen, helfen dreierlei Maßnahmen: ausgewogene Ernährung, Gewicht reduzieren und Bewegung.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung fördert nicht nur die Gewichtsabnahme, sondern begünstigt obendrein die Arthrose. Sie ist der erste Schritt in die richtige Richtung, den Verschleiß der Knochen- und Knorpelsubstanz Einhalt zu bieten. Denn mit der richtigen Ernährung, sprich mit einer vitamin- und mineralstoffreichen Ernährungsweise, lassen sich Entzündungen in den Gelenken hemmen und den Gelenkverschleiß verzögern. Eine besondere Rolle nehmen dabei entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren ein.

Übergewicht

Gerade der Fuß leidet besonders unter zu viel Körpergewicht. Insbesondere das Sprunggelenk trägt neben der Hüfte und den Knien die meiste Last - und das schon bei Normalgewichtigen. Das hat zur Folge, dass das Mehr an Gewicht die Freude am Sport nimmt. Der Knorpel wird weniger mit Nährstoffen versorgt - die Gelenkfläche wird spröde und porös. Mit zunehmender Belastung nimmt die elastische Knorpelschicht ab und die Gelenkfläche verbreitert sich. Und am Ende ist der Knorpel zerstört. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, hilft eben nur eines: Abnehmen.

Bewegung

Seien Sie kein Bewegungsmuffel! Um elastisch in den Gelenken zu bleiben, braucht der Mensch ausreichend Bewegung. So kann gewährleistet werden, dass Abbauprodukte in den Gelenken abgebaut und im Gegenzug Nährstoffe aufgenommen werden. Und das gilt vor allem für Arthrose-Betroffene.

Arthrose im Fuß – welche Hausmittel helfen?

Einfach mal selber machen - und zwar mit der Behandlung von Hausmitteln, die eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung auf die Gelenke haben. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass Hausmittel, den Arztbesuch nicht ersetzen. Sie lassen sich aber bei einer Arthrose, primärer Arthrose und rheumatoider Arthritis gut parallel zur ärztlichen Behandlung anwenden.

Wickel & Umschläge

Ein altbewährtes Hausmittel sind verschiedene Wickel aus Kohl- oder Wirsingblättern, Quark und Heilerde aus der Apotheke. Einen positiven Effekt haben auch Tinkturen mit Kümmelöl und Rosmarin, aber auch Umschläge mit Arnikablüten.

Teufelskralle

Um die Beweglichkeit in den Gelenken anzuregen, hilft die Teufelskralle, ein afrikanisches Gewächs, das entzündungshemmend und leicht schmerzstillend ist. Patienten können es sowohl innerlich in Form von Tropfen, Dragees und Kapseln anwenden, als auch äußerlich mit Salben, Balsame und Gels.

Massagen

Sanfte Massagen lockern die Muskulatur und fördern die Durchblutung der Extremitäten. Hierbei sollte man darauf achten, dass der Druck nicht allzu stark ist. Entsprechend sollten Massagen eher von einem Physiotherapeut oder Masseur durchgeführt werden.

Ingwer und Kurkuma

Sowohl Ingwer als auch Kurkuma erzielen ihre Wirkung dadurch, dass sie Arthrose fördernde Enzyme hemmen.

Wärme-Behandlung

Bei einer Arthrose durch Knorpelverschleiß kann Wärme helfen. Denn eine Wärmeanwendung regt die Durchblutung an, sodass Stoffwechselabbauprodukte schnell abtransportiert werden können. Hierzu gehören auch die Stoffe, die die Ursache für Schmerzen sind.

Was kann man gegen Arthrose im Fuß machen?

Medikamentöse Therapie

Wenn man so will, entscheidet der Schmerz, welche Behandlung bzw. Therapie beim Patienten zur Anwendung kommt. Befindet sich der Gelenkverschleiß im Fuß erst in einem frühen Stadium der Erkrankung, so können im Rahmen einer ärztlichen Therapie schon entzündungshemmende, wie auch Schmerz lindernde Medikament (Iboprofen, Paracetamol) eine erfolgreiche Wirkung erzielen. Sehr gut zurechtkommt der Patient auch mit nicht-steroidalen Antirheumatika und zwar in Form von Salben und Tabletten.

Kortison und Hyaluronsäure Therapie

In schweren Fällen einer Gelenkerkrankung, wenn der Knorpelabbau übermäßig vorangeschritten ist, kann dem Patienten auch eine Behandlung mit Injektionen von Kortison und Hyaluronsäure in den Gelenkspalt helfen. Allerdings tritt eine Schmerzlinderung nur kurzfristig ein, sodass diese Anwendung mehrfach vorgenommen werden muss.

Chirurgischer Eingriff per Operation

Ob und wann eine Operation sinnvoll erscheint, hängt im Grunde genommen vom Schweregrad der Erkrankung des Fußgelenks ab. Wenn beispielsweise das Sprunggelenk schmerzt und die Bewegung massiv eingeschränkt ist, wird es oftmals durch eine Arthrodese versteift. Es ist eine minimalinvasive Operation, bei der das obere Sprunggelenk fixiert wird und das untere Sprunggelenk weiterhin beweglich bleibt. Mit Hilfe einer solchen Arthrodese kann bei den meisten Patienten die Belastbarkeit des oberen Sprunggelenks wieder hergestellt werden.

Liegt indes eine Arthrose im Großzehengrundgelenk vor, so kann eine Operation als letztes Mittel für Besserung sorgen. Dabei wird vom behandelten Operateur abgewogen, ob eine gelenkerhaltende Operation (Cheilotomie, Osteotomie, oder Arthrodese) oder eine nicht-gelenkerhaltende Operation (Gelenkprothese bzw. Endoprothese oder Resektionsarthroplastik) angewandt werden muss.

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Arthrose.

Eine häufige Ursache von Hallux regidus ist der Hallux valgus, eine Fehlstellung der großen Zehe. Vor allem Frauen haben unter einem Hallux valgus zu leiden, allein schon der Ästhetik wegen. Die Ursache ist schnell gefunden: falsches Schuhwerk, vor allem zu enge und zu hohe Schuhe. Es kommt zu dem typischen 'Knickzeh'.

Welche Schuhe sollte man bei Arthrose im Fuß soll tragen?

Das richtige Schuhwerk ist das A und O bei einer Arthrose im Fuß. Denn ungeeignete Schuhe sorgen dafür, dass Wirbelsäule, Hüfte, Knie und Füße auf Dauer geschädigt werden. Auf jeden Fall ist es empfehlenswert, Schuhe an den Füßen zu tragen, die eine gute Passform aufweisen. Die Schuhe sollen dem Fuß ausreichend Platz bieten, aber auch einen sicheren Halt geben.