Schädigung der Knorpel : Arthrose in der Schulter - so stoppen Sie den Verschleiß

Arthrose in der Schulter wird oft zu spät erkannt. Die dumpfen Schmerzen werden mit harmlosen Verspannungen verwechselt. Wie Sie Schulterarthrose erkennen, bevor es zu spät ist, lesen Sie hier.

Was ist Arthrose in der Schulter?

Ab und zu schmerzt es beim Anheben der Arme. Kein Problem? Falsch. Hinter einer schmerzenden Schulter könnte eine Schulterarthrose, eine sogenannte Omarthrose, stecken. Durch den Gelenkverschleiß des Schultergelenks reibt die Knochenhaut auf die Schulterpfanne. Das schmerzt und führt zu Veränderungen des Gelenks.

Die Schulterarthrose beginnt genauso wie Arthrose in den Knien oder der Hüfte: mit dem allmählichen Abbau des Gelenkknorpels. Dieser besteht aus einer flexiblen Masse, der bei einem gesunden Gelenk wie ein Stoßdämpfer wirkt.

Kommt es zu einem krankhaften Verschleiß des Knorpels, reiben die Knochen im Gelenk aufeinander. Das bereitet nicht nur Schmerzen, es führt auch zu krankhaften Veränderungen des betroffenen Gelenks und der Gelenkpfanne.

Durch den Druck auf die Knochenhaut verdickt sich die Knochenplatte des Gelenks. In der Fachsprache wird dieser Vorgang subchondrale Sklerosierung genannt. An den Knochenrändern der Gelenkpfanne bilden sich knöcherne Auswüchse, sogenannte Osteophyten.

Ohne Behandlung nehmen die Beschwerden zu: Treten anfangs nur Anlaufschmerzen nach Ruhephasen auf, führt eine fortgeschrittene Schulterarthrose zu langfristigen Schmerzen. Dann schmerzen die Schultern nach anstrengenden Tätigkeiten und bei bestimmten Bewegungen der Arme. Im weiteren Verlauf kommt es zu Bewegungseinschränkungen.

Zusätzlich kann es zu einer Entzündung des bereits mitgenommenen Schultergelenks kommen. Die sogenannte aktivierte Arthrose führt zu starken, stechenden Schmerzen, die auch im Ruhezustand nicht nachlassen. Die nächtlichen Schmerzen bringen die Betroffenen um den Schlaf, doch die Entzündung klingt meist schnell wieder ab.

Das Tückische an der Schulterarthrose ist der schleichende Fortschritt der Erkrankung. Mit zunehmendem Alter vermuten Betroffene normale Alterserscheinungen oder Muskelverspannungen hinter den Symptomen. Wird Arthrose jedoch nicht rechtzeitig durch konservative Therapien behandelt, hilft am Ende nur noch ein operativer Eingriff. Heilbar ist Arthrose nicht.

Wie entsteht Arthrose in der Schulter?

Bei einer primären Arthrose ist die Ursache nicht feststellbar. Eine sekundäre Arthrose kann aufgrund folgender Risikofaktoren entstehen:

  • Überbelastung
  • Verletzungen zum Beispiel an der Rotatorenmanschette
  • Veranlagung und angeborene Gelenkfehlstellungen
  • Vorerkrankungen

Anders als bei Arthrose in der Hüfte und den Knien ist Übergewicht bei Schulterarthrose von geringerer Bedeutung. Doch immer häufiger wird ein Zusammenhang zwischen einer gesunden Ernährung und Lebensweise und dem weiteren Verlauf von Arthrose festgestellt.

Diese Risikofaktoren begünstigen Schulterarthrose:

  • Starke Belastung: Starke oder einseitige Belastung der Gelenke kann über einen längeren Zeitraum die Entstehung einer Schulterarthrose begünstigen. Sportarten wie Handball, Tennis oder Volleyball belasten die Arme und Schultern stark.
  • Verletzungen: Nach einem Schulterbruch ist das Risiko an einer Schulterarthrose zu erkranken erhöht. Bei jungen Patienten ist meist ein Bruch des Oberarmkopfes oder des Schulterblatts die Ursache der Schulterarthrose.
  • Ruptur der Rotatorenmanschette: Die Rotatorenmanschette besteht aus Muskeln im Schulterbereich. Sie kann durch einen Unfall oder Verschleiß beschädigt werden. Bei einer Schädigung der Rotatorenmanschette wird das Schultergelenk instabil. Diese Verletzung ist eine häufige Ursache für die Entstehung einer Schulterarthrose.
  • Veranlagung: Erkrankten die Eltern oder Verwandte an Arthrose, steigt die Wahrscheinlichkeit im Alter ebenfalls Arthrose zu entwickeln. Angeborene Fehlstellungen führen dagegen zu einer ungleichmäßigen Belastung des Gelenks und begünstigen damit die Entstehung von Arthrose.
  • Vorerkrankungen: Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Humeruskopfnekrose oder in seltenen Fällen eine bakterielle Entzündung der Schulter können den Gelenkknorpel schädigen und zu Arthrose führen.

Am häufigsten tritt Arthrose in der Schulter ab einem Alter von 65 Jahren auf. Männer sind öfter betroffen als Frauen. Damit die Arthrose sich nicht schnell verschlimmert, ist es wichtig, die Behandlung so schnell wie möglich zu beginnen.

Wie verläuft Schulterarthrose?

Arthrose kann in vier Schweregrade eingestuft werden. Was zunächst mit leichten Anlaufschmerzen beginnt, endet mit der Versteifung des Schultergelenks. Im Anfangsstadium der Erkrankung zeigt sich nur eine geringe subchondrale Sklerosierung. Später sind die Veränderungen mit Osteophyten deutlich im Röntgenbild erkennbar.

So verläuft Arthrose in der Schulter:

  1. Arthrose beginnt immer gleich: Der Knorpel, welcher den Oberarmkopf schützt, verschwindet durch Verschleiß. Auf dem Röntgenbild ist das an einem geringeren Abstand zwischen dem Gelenk und der Gelenkpfanne erkennbar. Die Schmerzen halten sich noch in Grenzen: Sie treten nur nach langer Ruhe oder großen Belastungen auf.
  2. Der Abstand zwischen Gelenkkopf und Gelenkpfanne schmälert sich und der Verdacht auf Arthrose bestätigt sich. Durch den Verschleiß des Knorpels beginnen sich Osteophyten – also Randauswüchse an den Knochenrändern – zu bilden. Patienten spüren die Schmerzen jetzt deutlich bei bestimmten Bewegungen der Arme. Die betroffene Schulter fühlt sich häufiger steif und eingerostet an.
  3. Im Röntgenbild sind in diesem Arthrosegrad schon deutliche Unregelmäßigkeiten am Schultergelenk erkennbar. Ohne schützende Knorpelmasse reiben die Knochen direkt aufeinander. Das betroffene Gelenk verursacht schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der Arme und Schultern.
  4. Die fortgeschrittene Arthrose ist leicht an der starken Deformierung des Gelenks im Röntgenbild erkennbar. In diesem Stadium kann nur noch eine Operation mit dem Einsatz eines künstlichen Schultergelenks helfen.

Schon beim ersten Schweregrad mit Verdacht auf Arthrose sollte die Behandlung beginnen. Da Arthrose nicht heilbar ist, zielt die Therapie auf die Verlangsamung des Fortschritts der Erkrankung ab, nicht auf dessen Heilung. Wird Arthrose im Schultergelenk zu spät erkannt, ist eine operative Therapie die letzte Möglichkeit die Schmerzen des Patienten dauerhaft zu lindern.

Welche Symptome verursacht Schulterarthrose?

Arthrose in der Schulter beginnt mit leichten Schmerzen, die Patienten häufig nicht zuordnen können. Zunächst schmerzt die Schulter nur nach längeren Ruhephasen oder ungewöhnlicher Belastung. Im weiteren Krankheitsverlauf nehmen die Schmerzen zu, das Schultergelenk versteift sich und die Beweglichkeit nimmt ab.

An diesen Symptomen erkennen Sie Arthrose in der Schulter:

  • Anlaufschmerzen in der Schulter nach längeren Ruhephasen
  • Knacken oder knirschen bei bestimmten Bewegungen
  • stärkere Schmerzen nach Belastung der Arme
  • Schmerzen bei bestimmten Armbewegungen
  • zeitweise akute Schulterschmerzen durch eine aktivierte Arthrose
  • chronische Schulterschmerzen, die sich auch im Ruhezustand nicht bessern
  • Versteifung der Schulter und Bewegungseinschränkungen in späteren Krankheitsstadien.

Ein typisches Symptom der Arthrose im Schultergelenk ist, dass die Schulter nur noch unter Schmerzen um die eigene Achse gedreht werden kann. Einschränkungen bei Seitwärtsbewegungen der Arme sind ein weiteres Symptom für Arthrose im Schultergelenk.

Wie erfolgt die Diagnose bei Arthrose in der Schulter?

Beim Verdacht auf Arthrose sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Je eher die Therapie der Beschwerden beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Ultraschalls oder ein MRT.

Zur Diagnose befragt der Arzt den Patienten eingehend zu der Art und Häufigkeit der Symptome. Wann treten die Schmerzen auf? Wie stark sind sie? Wie fühlen sie sich an? Wo sitzen die Schmerzen genau? Welche Bewegungseinschränkungen gibt es?

Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt bereits erste Rückschlüsse über den Schweregrad der Arthrose ziehen. Geschulte Orthopäden prüfen die Beweglichkeit der Gelenke und ob eine Entzündung vorliegt.

Die Diagnose kann danach mit einem Röntgenbild bestätigt werden. Ist der Abstand zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne geringer als die Norm, weist das auf einen Gelenkverschleiß hin. Bei fortgeschrittener Arthrose zeigt das Röntgenbild Veränderungen am Knochen wie eine subchondrale Sklerosierung (Verdickung der Knochenplatte) und Osteophyten (Auswüchse am Knochenrand).

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Arthrose.

Eine Verletzung der Rotatorenmanschette oder Ungleichgewichte der Sehnen und Muskeln können mit einer CT- oder MRT-Untersuchung dargestellt werden. Dabei werden andere Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Humeruskopfnekrose ausgeschlossen. Je nach diagnostiziertem Schweregrad und möglichen Ursachen wird die Art der Behandlung festgelegt.

Wie wird Arthrose in der Schulter behandelt?

Schulterarthrose kann zwar nicht geheilt werden, doch je eher die Arthrose-Therapie startet, desto besser. Im Anfangsstadium ist es möglich, den Fortschritt der Erkrankung durch eine konservative Behandlung, also eine nicht-operative Behandlung, aufzuhalten. Im fortgeschrittenen Stadium hilft nur noch eine Operation.

Das Ziel der Behandlung ist es, den Fortschritt der Erkrankung aufzuhalten, die Beweglichkeit des Gelenks zu erhalten und die Schmerzen zu lindern. Eine physiotherapeutische Behandlung wie die manuelle Therapie ist eine mögliche Form der Behandlung. Der Gebrauch einer Orthese kann das schmerzhafte Schultergelenk außerdem entlasten und stabilisieren.

Möglich sind auch Kältetherapien sowie Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente oder Antirheumatika. Diese konservativen Maßnahmen helfen gegen Entzündungen der Gelenke und lindern Schmerzen.

Handelt es sich um eine sekundäre Form der Schulterarthrose, muss die Grunderkrankung behandelt werden. Hat beispielsweise eine Verletzung der Rotatorenmanschette zur Arthrose im Schultergelenk geführt, wird diese Verletzung zuerst mit einer Operation behandelt.

Ist die Arthrose im Schultergelenk schon zu stark fortgeschritten, ist eine Operation die letzte Möglichkeit der Therapie. Bei diesem minimal-invasiven Eingriff wird das kranke Schultergelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt.

Es gibt drei verschiedene Arten von Prothesen: die Hemiprothese, die den Oberarmkopf ersetzt, die Totalprothese, die sowohl den Oberarmkopf als auch die Gelenkpfanne ersetzt und die stabilisierende inverse Prothese, die bei einer vorangegangenen Verletzung der Rotatorenmanschette eingesetzt wird.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Fakten zur Arthrose der Schulter

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