Arthrose der Hand: das hilft bei Beschwerden im Handgelenk

Nützliche Informationen : Schmerzen im Hand- und Fingergelenk? Das hilft bei Arthrose der Hand

Im Laufe unseres Lebens wird unseren Gelenken einiges abverlangt. Irgendwann kommt aber die Zeit, dass wir Schmerzen bekommen und eine Arthrose der Hand diagnostiziert wird. Was steckt dahinter?

Die Hände sind das wichtigste Werkzeug des Menschen. Wir können mit ihnen schreiben, essen, heben, halten, zupacken, tippen, drücken, streicheln und noch vieles mehr. Im Laufe der Zeit werden wir aber von Verschleißerscheinungen in den Gelenken geplagt. Diese machen sich an den Händen oft schleichend bemerkbar und zeigen sich oftmals erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter. Es kommt, wie es kommen musste: Die Gelenke schmerzen, sind steif und kaum beweglich.

Die Diagnose des Arztes steht fest. Entweder liegt eine Arthritis vor oder eine Arthrose. Beide Erkrankungen betreffen die Gelenke und beide gehen mit Gelenkschmerzen einher. Dennoch handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen. Während bei einer Arthritis die schmerzhaften Einschränkungen der Beweglichkeit auf einer Entzündung beruhen, so handelt es sich bei einer Arthrose um einen altersbedingten Verschleiß der Gelenke. Gleichwohl lässt sich sagen, dass mit einer Arthritis auch eine Arthrose einhergehen kann. Denn die Gelenkentzündung kann dazu führen, dass das Gelenk so stark geschädigt wird, dass es zu einem degenerativen Verschleiß der Knorpel kommt. Am bekanntesten und häufigsten ist die Rheumatoide Arthritis.

Was ist eine Arthrose der Hand?

Wie bei jeder Arthrose im Körper eines Menschen ist der Krankheitsverlauf gleich. Zuerst wird der Knorpel spröde und Risse entstehen. Abgeriebene Knorpelreste setzen sich an der Gelenkinnenhaut fest und rufen eine Entzündung des Gelenks hervor. Schwellungen entstehen. Der Knorpel der Gelenkflächen wird immer dünner, was dazu führen kann, dass Knochen auf Knochen reibt. Einfach ausgedrückt der ’Puffer‘, der sonst eine schmerzfreie und reibungsarme Beweglichkeit verspricht, geht verloren. Natürlich versucht der Körper auf die Veränderungen der Gelenke zu reagieren. Hierbei ersetzt er den Knorpel durch Knochen, wodurch das betroffene Gelenk immer steifer wird. Obendrein bilden sich die typischen knotigen Gelenke, die Finger oft verkrümmen lassen. Davon betroffen sind End- und Mittelgelenke der Finger sowie das Sattelgelenk des Daumens.

Wie wichtig der Daumen ist, merken wir spätestens beim Greifen und Drehen von größeren Gegenständen, etwa das Öffnen einer Wasserflasche, das Heben eines Eimers oder das Schreiben mit der Hand. Treten Beschwerden wie diese auf, dann handelt es sich allem Anschein nach um eine Rhizarthrose, sprich um eine Arthrose des Daumensattelgelenkes.

Im Volksmund verbreitete Bezeichnungen:

  • Sattelgelenkarthrose
  • Daumenarthrose
  • Daumenbasisarthrose
  • Carpometacarpalarthrose

Wer an einer Arthrose der Hand leidet, der hat nahezu bei jedem Handgriff mit Beschwerden zu kämpfen. Denn jede Bewegung der Hand findet hauptsächlich im Daumensattelgelenk statt.

Zu Beginn einer solchen Erkrankung stellen sich allmählich belastungsabhängige Schmerzen ein, die sich im Ruhepausen wieder legen. Doch im Laufe der Jahre nehmen die Symptome weiter zu - selbst geringste Belastungen des Daumens führen zu Schmerzen. Besonders charakteristisch ist die Greifschwäche des Daumens sowie die Schmerzen bei Drehbewegungen. Ebenso kann es zu einer Fehlstellung der Nachbargelenke kommen.

Die Ursache für eine Rhizarthrose liegt, wie schon erwähnt, im Daumensattelgelenk. Es befindet sich zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem großen Vieleckbein des Handgelenks, das auch die anatomische Bezeichnung 'Os trapezium' trägt. Da das Daumensattelgelenk relativ klein ist, aber dennoch einer stetigen Belastung beim Greifen und Halten der Hand ausgesetzt ist, erhält es seine Stabilität durch Muskeln und Bänder. Sollten diese durch dauerhafte Überlastung geschwächt sein, leidet der Knorpel. Die Folgen sind Anschwellen des Gelenks, Bewegungseinschränkung und Kraftminderung. Die ausgeprägtesten Formen einer Rhizarthrose sind eine Fehlstellung sowie eine Versteifung des Daumens.

Gründe, warum Frauen häufiger an einer Rhizarhrose erkranken:

  • hormonelle Ursachen (Wechseljahre)
  • genetische Veranlagung
  • schwere körperliche Arbeit mit der Hand

Das Risiko, an einer Arthrose zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Bei einer Rhizarthrose fällt allerdings auf, dass Frauen von dieser Gelenkerkrankung häufiger betroffen sind als Männer. Als Ursache der Rhizarthrose werden in der Welt der Mediziner hormonelle Einflüsse diskutiert, die mit den Wechseljahren einhergehen. Wahrscheinlich ist auch eine genetische Veranlagung in der Familie. Darüber hinaus kann auch schwere körperliche Arbeit mit den Händen eine Ursache der Rhizarthrose sein.

Man kann es nicht oft genug erwähnen: Arthrose macht sich schleichend bemerkbar. Erst im fortgeschrittenen Alter zeigen sich die ersten Symptome, doch dann ist der Gelenkverschleiß bereits weit fortgeschritten. Gelenkverdickungen und Verkrümmungen der Finger und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen gehören zum Alttag. Die schlechte Nachricht: Eine Heilung ist nicht möglich, da der Knorpelverschleiß nicht rückgängig gemacht werden kann. Die gute Nachricht: Die Symptome lassen sich allerdings behandeln.

Was tun bei einer Arthrose der Hand?

Bei manchen Patienten macht sich eine Daumenarthrose früher bemerkbar, bei anderen später. Sobald Schmerzen bei alltäglichen Belastungen der Hand auftauchen und die Gelenke massiv anschwellen, dann sollte das Gespräch mit dem Arzt gesucht werden. Es handelt sich hierbei um eine Anamnesegespräch, bei dem der untersuchende Arzt auf die Krankengeschichte des Patienten eingeht. Die hier gegebenen Antworten können schon Hinweise geben, ob eine Rhizarthrose in Frage kommt.

Nach dem Arztgespräch erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei tastet der Arzt das betroffene Gelenk nach möglichen Schwellungen, Knochenauswüchsen (Osteophyten) oder Fehlstellungen ab. Gleichzeitig prüft er die Beweglichkeit des Daumensattelgelenks.

Um sich seiner Diagnose sicherzugehen, kann der Arzt noch einen Grind-Test durchführen. Hierbei wird das Handgelenk fixiert und Druck sowie Drehbewegungen auf den Daumen ausgeführt. Kommt es zu Mahl- und Knirschgeräuschen, so ist eine Daumenarthrose um so wahrscheinlicher. Es folgt eine Röntgenuntersuchung des Daumensattelgelenks. Ist im Bild nur noch ein sehr schmaler oder gar kein Gelenkspalt zu erkennen, so erhärtet sich der Verdacht um so mehr. Nichtsdestotrotz ist noch eine Differenzialdiagnose notwendig, um Erkrankung, wie Gicht, Rheumatoide Arthritis, Daumensattelzysten, Arthrosen der Sesambeine, Tendovaginitis des Daumensattels oder Pseudoarthrosen infolge von Knochenbrüchen ausschließen zu können.

Arthrose der Hand - welcher Arzt kommt in Frage?

Es gibt verschiedene Wege, eine Sattelgelenkarthrose zu behandeln. Zunächst reicht der Besuch des Hausarztes aus, der die Schmerzen in der Hand näher untersucht. Stellt er dabei fest, dass sich die Arthrose der Hand bereits im fortgeschrittenen Stadium befindet, erfolgt die Überweisung zum Orthopäden. In den meisten Fällen verlaufen die angesetzten Behandlungsmethoden erfolgreich, sodass sich eine Operation am Daumengelenk für den Patienten erübrigt.

Arthrose der Hand - was hilft bei Rhizarthrose?

Den Schmerzen im Daumen ist man nicht hilflos ausgeliefert. Denn durch ein gelenkschonendes Verhalten im Alltag, regelmäßigen Sport und orthopädischen Hilfsmitteln lässt sich eine Daumenarthrose vorbeugen und den Verschleiß der Knorpel verlangsamen. Hilfreich sind bei einer Arthrose der Hand auch therapeutische Anwendungen sowie operative Eingriffe.

Entlastung

Wer an einer Daumenarthrose leidet, sollte belastende Tätigkeiten und Überbelastungen der Hand vermeiden. Konkret. Auf gewisse Handgriffe (Schlüsselgriff oder Pinzettengriff) sollte der betroffene Patient bewusst verzichtet werden. Es ist auch hilfreich, diverse Tätigkeiten einhändig durchzuführen, sodass die betroffene Hand für eine geraume Zeit entlastet und geschont werden kann.

Bandagen bzw. Orthese

Für eine baldige Genesung sorgen gerade im Anfangsstadium der Daumenarthrose Bandagen und Handgelenkschienen (Orthesen). Mit deren Hilfe soll in einem Zeitraum von vier bis fünf Wochen das betroffene Gelenk ruhig gestellt und damit entlastet werden. Gleichwohl zielt diese Methode darauf ab, dem Daumen die überlastungsbedingten Schmerzen zu nehmen. Der Nachteil bei der Anwendung von Bandagen und Orthesen ist allerdings die eingeschränkte Beweglichkeit der Hand. Das wiederum kann für körperlich arbeitende Menschen zu einer zusätzlichen Belastung werden. Nichtsdestotrotz erweisen sich diese orthopädischen Hilfsmittel als besonders geeignet, um im Frühstadium gegen eine Daumenarthrose vorzubeugen.

Handgymnastik

Bewegung hat einen positiven Einfluss auf Gelenkerkrankungen. Denn regelmäßige Bewegung stärkt nicht nur Herz und Kreislauf, sondern hält auch die Gelenke geschmeidig. Bewegung ist somit auch für Menschen wichtig, die einer Arthrose der Hand entgegenwirken wollen.

Entsprechend gibt es verschiedene Fingerübungen:

  • Luft-Piano spielen
  • Finger ziehen
  • eine Faust machen
  • Finger spreizen
  • Handgelenk kreisen
  • Schwamm ausdrücken
  • Walnüsse jonglieren

Wichtig ist bei der Ausführung der Übungen, dass jeder für sich das richtige Maß findet. Übrigens: Im Rahmen einer Behandlung helfen bei Schmerzen im Daumen auch Handbäder.

Medikamente

Eine effektive Therapie ist die Behandlung einer Daumenarthrose mit Medikamenten. Gerade bei einer schmerzhaften Ausprägung der Arthrose an der Hand kann mit Schmerzmitteln eine Linderung herbeigeführt werden. Oftmals werden nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAR) vom Arzt verschrieben, aber auch Salben und Tabletten. Helfen diese bisherigen Maßnahmen nur bedingt, dann können als Therapie auch Kortison und Hyaluronsäure gezielt in das betroffene Sattelgelenk injiziert werden.

In vielen Fällen erweist sich eine medikamentöse Behandlung, sei es bei einer Rheumatoide Arthritis oder Arthrose im Daumen, als völlig ausreichend, um die Symptome zu lindern.

Operation

In einigen Fällen kommt es vor, dass konservative Therapien nicht mehr greifen, weil der Erkrankungsgrad der Daumenarthrose zu weit fortgeschritten ist. Dann kommt ein Arthrose-Patient nicht herum, einen operativen Eingriff über sich ergehen zu lassen. Der Schmerz verschwindet und die Beweglichkeit des Handgelenks, insbesondere des Daumens, kommt zurück. Das gelingt dem Operateur durch zweierlei Operationsverfahren: Arthrodese oder Endoprothese.

Entscheidet sich der Arzt für eine Arthrodese, dann handelt es sich bei diesem Eingriff um eine Versteifung des Gelenks. Dem Patienten muss bei dieser Methode jedoch bewusst sein, dass eine normale Gelenkfunktion gänzlich verloren geht. Schließlich wird das betroffene Gelenk entweder teil- oder vollversteift. Eine solche OP am Daumensattelgelenk wird allerdings nur in seltenen Fälle durchgeführt.

Hier finden Sie alle Informationen zum Thema Arthrose.

Durchgesetzt hat sich indes eine Endoprothese, sprich ein Gelenkersatz mit körpereigenen Sehnen (Trapezektomie). Diese Operation verspricht ebenso Linderung der typischen Symptome einer Rhizarthrose. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, das betroffene Gelenk gänzlich zu entfernen und durch ein künstliches Gelenk zu ersetzen.

Eine Arthrose der Hand bedeutet nicht auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Auch wenn die Erkrankung nicht aufgehalten werden kann, so gibt es eine Vielzahl an Behandlungen und Therapien, die eine schmerzfreie Beweglichkeit und Mobilität der Hand versprechen.

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