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Tipps für den Speiseplan: Äpfel genießen trotz Allergie

Tipps für den Speiseplan : Äpfel genießen trotz Allergie

30 Kilo Äpfel verdrückt jeder Bundesbürger pur, als Saft oder in sonstigen Produkten im Jahr. Nicht jedem bekommt des Deutschen liebste Vitaminbombe aber. Bei manchen ist der Apfel Auslöser von Lebensmittelallergien. Darum muss man ihn aber nicht gleich vom Speiseplan streichen.

Bäume, die voller roter Äpfel hängen — es gibt kaum ein schöneres Bild für den beginnenden Herbst. Die Frucht ist nicht nur ansehnlich, der Apfel ist auch die bedeutendste Obstsorte in der gemäßigten Zone. Schon die Germanen verarbeiteten die wohl damals kleine und harte Frucht.

Die verschiedenen Apfelsorten unterscheiden sich nicht nur in Aussehen, Geschmack und Haltbarkeit, sie werden auch unterschiedlich gut vertragen. Das ist ein nicht ganz unwichtiger Aspekt in Anbetracht der ständig steigenden Zahl an Menschen, die unter Lebensmittelallergien leiden.

Die Symptome der Apfelallergie

Eine Apfelallergie äußert sich zumeist durch Beschwerden im Mund- und Rachenbereich (orales Allergiesyndrom): Hierzu zählen ein pelziges Gefühl auf der Zunge, Juckreiz im Rachen und Lippenschwellung. Auslöser für diese Reaktionen sind bestimmte Eiweißstoffe im rohen Apfel. Interessanterweise reagieren Apfelallergiker auf alte Sorten seltener als auf neuere Züchtungen wie Granny Smith, Golden Delicious, Jonagold oder Braeburn.

Eine Schlüsselrolle spielen dabei sogenannte Polyphenole, die in Pflanzen als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Durch Polyphenole verlieren die Apfeleiweiße ihre Allergenität. Besonders phenolreich sind nach Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes die alten Apfelsorten wie Berlepsch, Goldparmäne oder Boskoop. Die neuen Sorten weisen dagegen nur geringe Mengen von Polyphenolen auf — diese wurden wegen des säuerlichen Geschmacks weitestgehend herausgezüchtet. Welche der alten Apfelsorten besonders verträglich sind, wurde bisher kaum untersucht.

Hinweise bietet jedoch ein Projekt des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Lemgo. In einer Liste mit über 80 Apfelsorten werden Rückmeldungen von Allergikern gesammelt, welche der Sorten sie selbst vertragen und welche nicht. "Alte Sorten werden manchmal auf Wochenmärkten angeboten", weiß Pomologe Dr. Norbert Clement aus Marburg. Zudem lohne es sich, bei der Gemeinde nachzufragen, ob es alte Obstbäume gibt, die gepachtet werden können.

Alte Sorten weniger allergieauslösend

Für Apfelallergiker mit nur leichten Allergiesymptomen kann der Griff zu alten Sorten — nach Rücksprache mit dem Arzt — ein Versuch wert sein. Doch auch wer das nicht ausprobieren will oder kann, muss auf den Genuss der gesunden Früchte nicht verzichten. Denn durch die Verarbeitung und Zubereitung von Äpfeln kann man der Allergie ein Schnippchen schlagen:

Tipps für Apfelallergiker

Geschälte Äpfel sind besser verträglich, weil viele Allergene direkt unter der Schale sind. Wird der geschälte Apfel zusätzlich noch geraspelt, so werden fruchteigene Enzyme aktiviert, die Allergene inaktivieren können. Die Allergenität frischer Äpfel verschwindet durch Erhitzen oder Trocknen. Apfelmus, Apfelsaft, Apfelkuchen und getrocknete Apfelringe werden daher von Apfelallergikern oft vertragen. Und: Lang gelagerte Äpfel werden meist besser vertragen als frisch gepflückte. Übrigens: Eine Allergie gegen Äpfel hängt häufig mit einer Allergie gegen Pollen von Frühblühern wie Birke zusammen. Wird die Pollenallergie erfolg-reich mit einer Hyposensibilisierung behandelt, bessert sich oft auch die Apfelallergie.

Hier geht es zur Infostrecke: Was in welchem Apfel steckt

(DGK/wat)