Psychische Schäden bei jungen Menschen Was Klagen gegen Tiktok, Facebook und Co. bringen

Meinung | Seattle/Düsseldorf · Die Schulen der High-Tech-Metropole Seattle wagen einen ungewöhnlichen Schritt: Sie machen die US-Internet-Giganten für die Depressionen ihrer Schüler verantwortlich. Zu Recht?

Auf dem Bildschirm eines Smartphones sind die Logos der Apps VKontakte (oben l-r), Twitter, RT News, Facebook, Instagram (unten l-r), Telegram und TikTok zu sehen. Amerikanische Schulen haben Konzerne verklagt, die hinter manchen dieser Apps stehen.

Auf dem Bildschirm eines Smartphones sind die Logos der Apps VKontakte (oben l-r), Twitter, RT News, Facebook, Instagram (unten l-r), Telegram und TikTok zu sehen. Amerikanische Schulen haben Konzerne verklagt, die hinter manchen dieser Apps stehen.

Foto: dpa/Fernando Gutierrez-Juarez

Angstzustände, Depressionen, Essstörungen, Cybermobbing – die Liste, die amerikanische Schulen den US-Tech-Giganten vorwerfen, ist lang und erschreckend. Ausgerechnet in Seattle, der Stadt der Software-Konzerne Amazon und Microsoft, haben alle öffentlichen Schulen gemeinsam eine 91-seitige Klageschrift vor dem Bezirksgericht eingebracht, in der sie von den Internet-Riesen hinter Tiktok, Instagram, Facebook, Youtube und Snapchat Schadenersatz und Wiedergutmachung für psychische Schäden verlangen. Der juristische Schritt ist spektakulär, auch wenn die Erfolgsaussichten äußerst gering ausfallen dürften. Denn Tech-Giganten wie Google (Youtube) oder Meta (Facebook, Instagram) können sich dank eines Bundesgesetzes, des Communication Decency Acts (Gesetz über zivilisierte Kommunikation) von jeglichen Haftungsfragen freistellen.