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Rülpsen, Popeln, Achselriechen: Fünf Ekel-Gewohnheiten, die erstaunlich gesund sind

Rülpsen, Popeln, Achselriechen : Fünf Ekel-Gewohnheiten, die erstaunlich gesund sind

Rülpsen, Popeln oder Pupsen sind Gewohnheiten, die zwar keiner gerne zugibt, jeder aber doch heimlich macht - und das zum Glück. Denn wie verschiedene Studien zeigen, ist all das sogar gesund.

Rülpsen Ein großer Schluck Bier oder ein schweres Festtagsessen können es auslösen: das Rülpsen. Plötzlich schiebt der Körper reflexartig Luft aus dem Magen durch die Speiseröhre in die Umwelt - und damit auch gleich die dazugehörigen Dämpfe. Egal, ob es am Geruch liegt oder am Geräusch, Aufstoßen ist vielen Menschen unangenehm. Für den Körper aber ist es eine wichtige Entlastung. Beim Verdauungsprozess treffen im Magen Enzyme, Salzsäure und Lebensmittel aufeinander. Dabei entstehen Gase, die nach oben steigen, weil sie leichter sind als die festen Stoffe. Ergebnis: Rülpser kommen auf. Verstärkt kann das passieren, wenn Menschen unter Lebensmittelunverträglichkeiten leiden oder an Magenschleimhautentzündung. Vor allem bei letzterem ist das Aufstoßen meist mit Säure verbunden. Ärztlich abklären lassen sollten das Rülpsen, wer den Eindruck hat, es unnatürlich oft tun zu müssen, oder dabei ein Brennen in der Speiseröhre spürt.

Pupsen Genau genommen ist Pupsen das gleiche wie Rülpsen, nur eben anders herum. Doch der Drang Luft aus dem Darm abzulassen, entsteht ebenfalls durch die Verdauungsprozesse in Dünn- und Dickdarm. Gerade bei Rohkost wie Kohlgemüse, Zwiebeln oder Knoblauch werden sie übermäßig produziert. Aber auch bei dem Versuch des Körpers, Produkte zu spalten, die er eigentlich nicht verdauen kann, wie es etwa bei einer Milchunverträglichkeit der Fall ist. Wer versucht die Körperabgase einzuhalten, erspart sich zwar möglicherweise eine unangenehme Situation, begibt sich eventuell aber auch in Gefahr. Denn die eingehaltenen Gase lösen einen starken Druck im Körper aus. Welche Nebenwirkungen das hat, kennen viele aus Zeiten von Durchfallerkrankungen: es drückt im Bauch, im Brustkorb, im Rücken. So groß ist der Druck, dass im schlimmsten Fall sogar Atem- oder Herzbeschwerden auftreten können. Für gesunde Menschen ist das in der Regel unangenehm aber nicht bedenklich. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkankungen sollten sich dann aber doch überlegen, ob sie nicht lieber einfach mal einen ziehen lassen.

Popeln Wer sich unbeobachtet fühlt, lässt den Finger gerne mal Richtung Nasenloch wandern. Zwar spricht man nicht übers Popeln, doch laut Studien tun es ganze 91 Prozent. Und das wie es scheint mit äußerst positivem gesundheitlichen Effekt. Denn das getrocknete Nasensekret wirkt wie eine natürliche Impfung. Möglich wird das durch das körpereigene Gemisch aus Bakterien und Keimen, die sich in dem Nasensekret verbergen. Werden sie regelmäßig geschluckt, regen sie den Körper dazu an, Antikörper zu bilden. Popel sind also gerade in der sehr reingehaltenen modernen Welt eine gesunde Möglichkeit, um seine Abwehrkräfte zu stärken. Zugucken lassen, sollte man sich aber wohl trotzdem nicht dabei...

Nicht Duschen Im Allgemeinen gilt Duschen oder Baden als Notwendigkeit gegen Bakterien und vor allem Körpergerüche. Doch wer das Hygienegebot hin und wieder missachtet, und zwischendurch mal ein oder zwei Tage nicht unter die Brause steigt, entlastet damit Haut und Haare deutlich. Denn sowohl der Kalk im Wasser, als auch die Seifenstoffe in Shampoo und Duschgel greifen den natürlichen Schutzfilm der Haut an. Vor allem im Winter ist das für sie strapaziös. Denn die kalten Temperaturen machen den natürlichen Schutzfilm ohnehin porös, und erhöhren so die Gefahr von Hautaustrocknung. Wer dann noch häufig heiß duscht oder badet, der könnte Hautreaktionen wie Pickelchen, Reizungen und juckende Hautstellen bekommen. Wird das Waschen dagegen hin und wieder ausgelassen, kann sich die Haut durch ihre natürlich Fettschicht von selbst regenerieren.

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An den Achseln riechen Noch so eine Sache, die man nur tut, wenn niemand guckt: Arm hoch und an den Achseln riechen. Getestet werden soll damit meist, ob Schweißgeruch vorhanden ist. Tatsächlich verrät das Sekret aber wesentlich mehr über den Körper. Je nach Gemüts- und Gesundheitszustand verändert sich nämlich der Geruch. So riecht Angstschweiß etwa ganz anders als die Flüssigkeit, die beim Sport ausgestoßen wird. Und ein aufdringlicher saurer oder bierähnlicher Geruch kann auf Leber- oder Nierenprobleme hinweisen. Auf die eigenen Körpergerüche zu achten, fühlt sich also zwar seltsam an, ist aber durchaus sinnvoll.

(ham )