Nasse Haare und heiß baden: Kälte-Mythen auf dem Prüfstand

Nasse Haare und heiß baden: Kälte-Mythen auf dem Prüfstand

Im Winter sollte man keinen Sport treiben, Vitamin C schützt vor Erkältung, und ein heißes Wannenbad hilft bei Auskühlung: Über die kalte Jahreszeit sind viele gesundheitliche Halbwahrheiten im Umlauf.

Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Krankenkasse Barmer GEK, hat sich mit einigen Kälte-Mythen beschäftigt:

"Mit nassen Haaren holt man sich einen Schnupfen" Dies sei falsch, sagt Marshall, auch wenn sie dazu rät, zum Schutz vor Auskühlung im Winter besser mit trockenen Haaren und Mütze vor die Tür zu gehen. Eine Erkältung allerdings werde durch Viren hervorgerufen, denen sei es egal, ob die Haare nass oder trocken seien. Wichtiger sei es, die Schleimhäute feucht zu halten. Denn sind diese zu trocken, bilden sie einen idealen Nistplatz für Viren.

"Piercing und Ohrring frieren in der Haut fest" Dem stimmt Marshall zu und empfiehlt, Ohrringe und Gesichts-Piercings beim Wintersport und bei Spaziergängen in der Kälte herauszunehmen.

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"Eiskaltes Metall lässt Zunge festkleben" Auch dies ist nach Marshalls Worten richtig. "Das Ganze ist eine äußerst schmerzhafte Angelegenheit und kann sogar zu Gewebeschäden führen", warnt sie. Ist es tatsächlich passiert, sollte man die Zunge mithilfe eines warmen Föhns lösen, rät sie.

"Vitamin C schützt vor Erkältung" Auch wenn Vitamine wichtig für das Immunsystenm sind: "Selbst hochdosiertes Vitamin C beugt weder einer Erkältung vor, noch hilft es dabei, dass die Krankheitsdauer zu verkürzen", betont die Medizinerin.

"Heißes Bad hilft gegen Auskühlung" Wer aus der Kälte kommt und sofort ein heißes Bad nimmt, kann nach Marshalls Worten sogar Kreislaufprobleme bekommen. Bei Kälte zögen sich die Blutgefäße zusammen, erklärt sie. Im warmen Wasser öffneten sie sich dann schnell wieder, und das Blut versacke in den Adern. Dadurch könne der Blutdruck deutlich absinken. Marshall empfiehlt deshalb, nicht länger als 20 Minuten lang bei höchstens 38 Grad zu baden.

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(APD/anch)