Wie Junk-Food das Gehirn schrumpfen lässt

Unkontrollierte Fressattacken : Warum Junk-Food dumm macht

Hamburger, Pommes und Limo setzen sich nicht nur auf den Hüften fest. Wie Studien zeigen, lässt Junk-Food auch das Hirn schrumpfen und macht süchtig. Wie erbarmungslos uns der schnelle Snack tatsächlich gesundheitlich zusetzt, lesen Sie hier.

Unglaublich, aber wahr: Ungesundes Essen erzeugt nicht nur Übergewicht, sondern lässt auch das Hirn schrumpfen. Amerikanische Forscher stellten einen Zusammenhang zwischen dem Hüftumfang und der Größe bestimmter Hirnregionen fest. Die falsche Ernährung lässt nicht nur den Zeiger der Waage Kapriolen schlagen, sondern führt in einen unaufhörlichen Teufelskreis. Durch die verkleinerten Hirnregionen können die Junk-Food-Anhänger ihr Essverhalten immer schwerer kontrollieren und nehmen immer weiter zu.

Entzündungen und Hirnschädigungen durch Junk-Food

Neu ist die Erkenntnis, dass zu viel Fett und Zucker schon innerhalb einer einzigen Woche erbarmungslos an der Hirnleistung radieren. Im Experiment zeigten sich Ratten vollkommen verblödet und erkannten bekannte Orte nicht wieder, wenn nur ein Gegenstand an Ort und Stelle verrückt worden war. Die australischen Wissenschaftler, die das herausfanden, erstaunt vor allem die Tatsache, dass Übergewicht nicht nur zu Entzündungen im Körper führt, sondern offenbar auch das Gehirn schädigen kann.

Die Versuchsratten hatten nicht nur Merkprobleme, sondern litten gleichzeitig unter Entzündungen im Gehirn. Betroffen war der Bereich, der mit der räumlichen Erinnerungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird. "Das Überraschende an den Forschungsergebnissen ist die Schnelligkeit, mit der sich die Wahrnehmungsfähigkeit verschlechterte", sagt Prof. Margaret Morris von der medizinischen Fakultät der University of New South Wales.

Schäden sind unumkehrbar

Besonders übel: Die eingetretene Schädigung des Gehirns ist unumkehrbar. Sie traten bereits zu einem Zeitpunkt ein, an dem die Tiere im Vergleich zu denen aus Kontrollgruppen noch nicht einmal an Gewicht zugelegt hatten. Das lässt Rückschlüsse darauf zu, dass Junk-Food erst das Hirn schädigt und später zu Übergewicht führt. "Wir vermuten, dass die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind", sagt Prof. Morris.

Frühere Studienergebnisse bescheinigten adipösen Menschen bereits den Zusammenhang von Veränderungen im Gehirn und Heißhunger. Bei Übergewichtigen zeigte sich ein höherer Anteil eines bestimmten Eiweißstoffs, der Rückschlüsse auf Entzündungsprozesse im Nervensystem zulässt. Durch die Entzündungen in bestimmten Hirnarealen, so vermuten die Wissenschaftler, werde das Essverhalten wiederum nachteilig beeinflusst. Die Betroffenen essen noch mehr und das Hirn nimmt weiter Schaden.

Essen mit Gewöhnungseffekt

Als besonders fatal gilt beim Fast-Food die Kombination von zu vielen ungesättigten Fettsäuren, zu einer Unmenge an Kohlehydraten wie sie zum Beispiel in Zucker stecken und einem Zuviel an Geschmacksverstärkern. Schnell wird dieser Cocktail zur Dauergewohnheit. Im sogenannten Mandelkern der Gehirne der Übergewichtigen fanden Forscher des Nathan Kline Instituts für Psychiatrieforschung Wasseransammlungen. Diese Hirnregion ist unter anderem für emotionale Entscheidungen verantwortlich und wird außerdem in Zusammenhang mit Suchtverhalten gebracht.

Damit laufen Übergewichtige in einen weiteren Teufelskreis: Hochkalorisches aktiviert im Hirn ein suchtähnliches Verhalten. Wie andere abhängig sind von Zigaretten oder Drogen, greifen die Ess-Geschädigten immer wieder wie ferngesteuert zum Junk-Food und versuchen wie auch bei anderen Abhängigkeiten immer mehr vom Suchtmittel zu sich zu nehmen. Der Grund: Ihre Rezeptoren, die auf das Belohnungshormon Dopamin reagieren, stumpfen ab und es muss immer mehr Kuchen, Schokolade und Co. gegessen werden, um zum ersehnten Wohlgefühl zu kommen.

(wat)