Heute ist Welt-Vegetarier-Tag : Wie gesund ist Soja wirklich?

Ob als Tofu, Milch oder Käseersatz, Soja gehört zu den Hauptnahrungsmitteln von Vegetariern und Veganern. Doch so sehr die Hülsenfrucht geschätzt ist, sie steht auch in Verruf: Löst Soja Brustkrebs aus? Kann es die Schilddrüse hemmen, und warum müssen Menschen mit Birkenpollenallergie bei Soja-Produkten aufpassen? Wir geben Antworten.

Milch und Soja gehören zu den umstrittensten Lebensmitteln. Während die Kuhmilch auf den täglichen Speiseplan von Fleischessern gehört, ist Soja in Form von Tofu, Milch oder auch als Käseersatz täglich auf den Tellern von Vegetariern und Veganern zu finden.

Soja das ist die Kurzform von Sojabohne. Sie gehört zu den Hülsenfrüchten und ist reich an B-Vitaminen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Kalzium so wie Folsäure und Selen. Ebenfalls enthalten sind Mineralstoffe wie Magnesium und Mangan, Eisen, Zink und natürlich pflanzliches Eiweiß. Gegessen werden kann die Bohne sowohl pur, als auch gegart.

Kein Wunder also, dass die Sojabohne bei Vegetariern ein ebenso essentieller Bestandteil des täglichen Speiseplans ist wie bei anderen die Milch. Allerdings sind beide Produkte auch vieldiskutiert. Milch heißt es in Studien aus Harvard, soll bei instensivem Konsum ganz und gar nicht gut für die Knochen sein, sondern sogar Ostheoporose auslösen. Die Produkte aus der Sojabohne stehen dagegen im Verdacht, krebserzeugend zu sein und auf die Hormone zu wirken.

Grund für diese Bedenken sind die sogenannten Isoflavone. Das sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die auch als Phytoestrogene bezeichnet werden. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem menschlichen Hormon Östrogen, einem weiblichen Sexualhormon, sollen sie verschiedene positive, aber auch negative Einflüsse auf den Körper haben. Asiatinnen beispielsweise sollen insgesamt weniger unter Wechseljahresbeschwerden leiden, da sie täglich hohe Mengen an Soja zu sich nehmen. Aus diesem Grund wurde das Isoflavon inzwischen auch isoliert als Nahrungsmittelergänzung für Westlerinnen produziert.

Welche Auswirkungen Soja wirklich auf den Körper hat, wollte auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wissen, und nahm sich die Hülsenfrucht vor. Intensive toxikologische Studien mit reinen Isoflavonen ergaben, dass die Phytoestrogene, wenn sie in angereicherter Form und hoher Dosierung gegeben werden, die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und das Brustdrüsengewebe verändern können. "Dabei ist nicht auszuschließen, dass diese als estrogenähnlich anzusehenden Effekte auch die Entwicklung von Brustkrebs fördern können", schreibt das BfR in seinem Bericht. Zu beachten ist dabei allerdings, dass sämtliche Studien zu Brustkrebs ausschließlich an Tieren und mit hochdosierten Isoflavonen durchgeführt wurden.

Andere Untersuchungen belegen, dass abhängig von der richtigen Dosierung, Isoflavone das Brustkrebsrisiko auch senken können. Als förderlich hat sich dabei eine Menge ab 20 Milligramm Isoflavone pro Tag gezeigt. Westliche Frauen, die weniger als fünf Milligramm der Phytoestrogene pro Tag zu sich nehmen, zeigten in den Studien, veröffentlich im "British Journal of Cancer", gar keine Reaktion.

Auch die amerikanische Behörde für Lebensmittelkontrolle (FDA) sieht die Dosierung von Soja, und damit auch seiner Inhaltsstoffe, als ausschlaggebend an. Aufgrund einer Auswertung von mehr als 50 unabhängigen Studien empfiehlt die FDA eine Höchstmenge von Soja 25 Gramm Sojaprotein Pro Tag. Das entspricht ungefähr 300 Gramm Tofu oder 800 Milliliter Sojamilch. Das BfR seinerseits, schließt seinen Bericht mit der Empfehlung, dass vor allem Frauen in und nach der Menopause langfristig keine Lebensmittel mit hohen Dosen an Isoflavonen zu sich nehmen sollten.

Des weiteren stehen Sojaprodukte in dem Verdacht, die Leistungsfähigkeit der Schilddüse zu hemmen. In der Folge soll zu wenig von dem Schilddrüsenhormon Thyroxin produziert werden, wodurch Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme und die Vergrößerung des Organs (Kropfbildung) ausgelöst werden könnnen. Wie das BfR festhält, ist das tatsächlich ein Problem, das vor allem Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen wie etwa Hashimoto bei dem Konsum von Soja berücksichtigen müssen. Allerdings so das BfR in dem Bericht weiter, kann dieser Effekt durch die Aufnahme von Jod aufgehoben werden. Ob durch die erhöhte Aufnahme von Soja wirklich auch eine Kropfbildung ausgelöst werden kann, hält das BfR für nicht eindeutig belegt, da vor allem Frauen höheren Alters ohnehin ein Risiko für eine Schilddüsenunterfunktion tragen würden.

Richtig ist aber, dass es eine Soja-Allergie gibt. Die Symptome sind vielzählig und können in Form von Schwellungen im Mund, über Hautrötungen, Juckreiz bis hin zu Übelkeit und Kreislaufbeschwerden reichen. Unwissentlich gefährdet können dabei Menschen sein, die auf Birkenpollen allergisch sind. Sie weisen eine 50-prozentige Ähnlichkeit mit einem bestimmten Eiweiß in Soja auf, wodurch es bei Betroffenen zu einer Kreuzallergie auf die Hülsenfrucht kommen kann.

(ham )