WHO fordert Zuckersteuer für süße Getränke

Süße Getränke sollen teurer werden: WHO fordert Zuckersteuer

Im Kampf gegen Übergewicht fordert die Weltgesundheitsorganisation die Einführung von Sondersteuern auf zuckrige Getränke. Die Organisation schlägt vor, die Preise für Cola, Limo und Energiedrinks um 20 Prozent oder mehr zu erhöhen.

Es gebe vermehrt Belege dafür, dass durch eine Steuer der Konsum solcher Getränke gebremst werde, erklärte die WHO am Dienstag. Wenn Regierungen entsprechende Abgaben einführten, "können sie Leiden vermindern und Leben retten", erklärte der Chef der WHO-Abteilung für die Prävention nicht-übertragbarer Krankheiten, Douglas Bettcher.

Besonders wirksam seien Steuern, die den Preis von zuckerhaltigen Softdrinks um 20 Prozent oder mehr anheben, erläuterte die WHO. Eine Preiserhöhung um ein Fünftel führe dazu, dass im entsprechenden Land ein Fünftel weniger zuckrige Getränke konsumiert werde. Eine Preissteigerung um 50 Prozent senke dementsprechend den Konsum um die Hälfte.

Die WHO-Empfehlung folgt auf ein Treffen von Steuerexperten im vergangenen Jahr, die den Auftrag hatten, verschiedene Belege und Fallstudien aus mehreren Ländern zu prüfen. Ziel war es festzustellen, welche Vorgehensweise am besten hilft, die Quote übergewichtiger Menschen zu senken. Demnach führte etwa 2014 eine neue Steuer auf zuckrige Getränke in Mexiko mit Preissteigerungen von zehn Prozent zu einer Minderung des Konsums um sechs Prozent.

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Die WHO empfiehlt seit Langem, dass maximal zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus Zucker bestehen sollte. Inzwischen spricht sie sich dafür aus, die Grenze auf fünf Prozent zu senken. Das würde in etwa 25 Gramm Zucker am Tag entsprechen — rund sechs Teelöffeln. In einem durchschnittlichen Softdrink sind etwa zehn Teelöffel Zucker enthalten.

Nach Schätzung der WHO ist weltweit einer von drei Erwachsenen übergewichtig. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen sind demnach sogar fettleibig. Im vergangenen Jahr schätzte die Organisation, dass auch etwa 42 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig oder fettleibig sind. Um auf die grassierende Fettleibigkeit aufmerksam zu machen, wurde der 11. Oktober zum Welt-Adipositas-Tag erklärt.

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(afp/jeku)