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Hilfe gegen Durchfall & Co.: Wenn das Leben auf den Magen schlägt

Hilfe gegen Durchfall & Co. : Wenn das Leben auf den Magen schlägt

Nicht nur Liebe geht durch den Magen, sondern auch Stress und Ärger. Jeder kennt das, wenn eine Situation "auf den Magen schlägt". Viele Künstler zwingt das Lampenfieber vor dem großen Auftritt noch einmal zur Toilette. Doch auch im Alltag spielen Befindlichkeitsstörungen an Magen und Darm, zum Teil auch ernste Erkrankungen, eine große Rolle.

Beschwerden des Verdauungssystems gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Darüber wird verständlicherweise nicht viel gesprochen. Doch ein Blick auf die Werbung - für Arzneimittel gegen Verstopfung, Blähungen und Durchfall sowie für Nahrungsmittel, die besonders gut verdaulich sein sollen - zeigt, wie populär und wichtig das Thema ist. Denn im Verdauungstrakt können lebensbedrohliche Krankheiten entstehen.

Ganz schön was zu verdauen

Das Verdauungssystem verwandelt unsere Nahrung in Nährstoffe, aus denen der Körper Energie gewinnt. Unbenötigtes wird ausgeschieden. Der Körper bedient sich dabei unterschiedlicher Methoden und Helfer. Salzsäure zersetzt im Magen die Nahrung, während Enzyme im Darm die Nährstoffe herauslösen, die wiederum von Bakterien umgebaut werden.

Es herrscht also reger Betrieb - und das auf einer Länge von zwölf Metern. So weit ist nämlich der Weg vom Magen bis zum Darmausgang. Meist läuft alles reibungslos, aber angesichts der vielfältigen Aufgaben und der Vielzahl der Beteiligten kann es manchmal zu Störungen kommen.

In der Regel deutlich zu spüren

Bei Erkrankungen des Magen- und Darmsystems zeigen sich die Beschwerden in der Regel sehr deutlich. Die häufigsten Beschwerden sind Schmerzen im Oberbauch und damit verbundene Appetitlosigkeit. Aber auch nichtintendierter Gewichtsverlust sowie Überlkeit, Erbrechen und Durchfall sind Indikatoren für eine Magen-Darm-Erkrankung.

Krebs bleibt oft unerkannt

Anders ist es bei den Krebsarten. Hier zeigen sich oft lange Zeit keine deutlichen Symptome. Besonders zu beachten sind daher Warnzeichen wie anhaltende Verstopfung, blutiger oder schleimiger Stuhl sowie Blut im Erbrochenen. Hier gilt es, umgehend einen Arzt aufzusuchen, denn die Symptome können auf eine schwere Erkrankung des Magen- und Darmsystems hinweisen.

Zuhören und abhören

Bei Beschwerden des Magen- und Darmsystems nimmt der Arzt zunächst im Gespräch mit dem Patienten die Symptome auf. Danach tastet er den Bauchbereich ab und hört die Geräusche des Verdauungsbereichs ab. Eine Ultraschalluntersuchung bringt darüber hinaus Aufschluss über die Ursachen für die genannten Symptome. Auch eine Stuhlprobe kann notwendig sein.

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Dabei wird die Probe auf Blut im Stuhl oder Krankheitskeime, mitunter sogar auf Würmer untersucht. Eine Blutuntersuchung gehört ebenfalls zur Untersuchung. Sollten sich keine konkreten Hinweise finden lassen oder nur der Verdacht einer bestimmten Krankheit bestehen, überweist der Arzt an den Spezialisten.

Von flüssig bis fest

Bei leichten Magenverstimmungen oder Durchfall kann sich jeder mit Hausmitteln wie Kamillentee und Zwieback helfen. Meist lassen die Beschwerden dann schnell nach. Ruhe tut ihr Übriges. Bei Erbrechen und Durchfall sollte zudem viel getrunken werden, da der Körper sonst schnell austrocknet. Backpflaumen oder Milchzucker helfen dagegen bei Verstopfung. Halten die Beschwerden trotzdem an, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Richtig essen - gut verdauen

Eine ungesunde und unausgewogene Ernährung belastet das Magen-und-Darmsystem. Ballaststoffreiche - und fettarme - Nahrung ist nicht nur ganz allgemein gut für den Körper, sie schont ganz besonderes die Verdauung. In exotischen Urlaubsgebieten ungeprüftes Wasser zu trinken, ist ebenfalls nicht ratsam. In der Regel aber auch allgemein bekannt. Auch Alkohol, Koffein und Nikotin im Übermaß belasten das Verdauungssystem.

Den Krebs markieren

Wie dramatisch sich eine Behandlungsstrategie ändern kann, zeigt sich besonders deutlich bei Magengeschwüren. Früher sprach man gern von Managerkrankheiten und machte den Stress für sie verantwortlich.

Gewiss, diese Belastungen tun nicht gut, aber der Hauptschuldige ist ein kleines Bakterium, das erst 1979 entdeckt wurde. Durch die veränderte Behandlung konnten vielen Patienten große Schmerzen bis hinzu einer Entfernung des Magens erspart werden. Beim Darmkrebs bietet die Immuntherapie einen neuen Ansatz. Kleinere Metastasen werden mit einer bestimmten Substanz markiert, so dass die körpereigene Abwehr die kranken Zellen besser findet und zerstört. Sie wirkt nicht bei größeren Geschwülsten.

Hier geht es zur Infostrecke: Hilfreich gegen Durchfall

(anch/csi/anch)