Besser selber färben : Vorsicht vor Käfigeiern im Osternest

Bunte Eier gehören einfach in jeden Osterkorb. Deshalb drücken viele Menschen ein Auge zu und kaufen – weil es schnell geht und billig ist – bereits hartgekochte und gefärbte Eier im Supermarkt. Wir erklären, warum man besser selber färben sollte.

Im Supermarkt liegen buntgefärbte Eier griffbereit im Regal. Das Problem: Ob die gefärbten Eier aus Freiland- oder Käfighaltung stammen, ist für die Verbraucher nicht nachvollziehbar. Auch die Herkunft der Ostereier ist unklar. Italien, Spanien, Rumänien oder doch Deutschland? Hersteller sind nicht verpflichtet auf der Packung anzugeben, woher Produkte und Zutaten stammen.

Wie weit das Ei gereist ist, das an Ostern auf dem Frühstückstisch landet, ist deshalb ebenso unklar, wie die Frage, wie alt es schon ist, wie es produziert wurde oder mit welchem Futter die Legehennen versorgt wurden.

Bunte Eier sind weiterverarbeitete Lebensmittel

Für diese Unklarheit sorgt eine Gesetzeslücke. Die bunten Eier gelten - wie auch Gebäck, Salatsauce oder Eis, als weiterverarbeitetes Lebensmittel. Herkunft und Haltungsbedingungen der Hühner müssen deshalb nicht auf der Verpackung angegeben werden.

"Nur frische Eier müssen seit 2004 mit einem Code gekennzeichnet sein, der die Haltungsart, das Herkunftsland und den produzierenden Hof angibt", so Foodwatch-Sprecher Andreas Winkler. Silvia Monetti von der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen sagt allerdings: Immer öfter findet man freiwillige Angaben der Hersteller dazu. Steht nirgendwo etwas, sollte man nachfragen. Dann ist man sicher, welche Eier man zu Ostern auf dem Tisch hat.

Beim Verbraucher können deshalb Eier aus Käfighaltung auf dem Tisch landen, obwohl der Käufer sonst lieber zu Bio-Eiern aus Freilandhaltung greifen würde. Was nämlich laut Andreas Winkler viele nicht wissen: die Haltung von Hühnern im Käfig ist nicht gänzlich verboten. "Stattdessen werden die Hühner in etwas größeren Verschlägen, in sogenannten Kleingruppen, gehalten", erklärt der Foodwatch-Experte.

Winkler rät Verbrauchern, die beim Osterei auf Nummer sicher gehen wollen, frische Eier zu kaufen und diese selbst zu kochen und zu färben. Mit Hilfe des Codes können die Käufer dann selbst entscheiden, wie ihre Ostereier produziert wurden.

(anch)