Heute ist Welt-Vegetariertag: Vorsicht: Hier essen Vegetarier Tiere

Heute ist Welt-Vegetariertag: Vorsicht: Hier essen Vegetarier Tiere

Rund sieben Millionen Deutsche haben sich inzwischen für eine vegetarische Ernährung entschieden. Doch was viele nicht wissen: In Produkten wie Saft, Gemüsebrühe und Chips sind - ohne Kennzeichnung - Tierbestandteile enthalten.

Fleischfrei zu leben ist nicht so einfach wie man meinen könnte. Es reicht nicht einfach auf Gemüse, Obst, Milch- und Getreideprodukte umzusteigen. Denn in vielen vegetarischen und veganen Produkten sind bei genauem hinsehen Tierbestandteile beigemengt. "Beispiele sind Gummibärchen, Pudding, Quarkzubereitungen und Kuchen, die Gelatine beinhalten können oder Limonaden, die mit dem Farbstoff Karmin rot gefärbt werden, der ebenfalls nicht vegetarisch ist", erklärt Sebastian Zösch, Geschäftsführer des Vegetarierbundes (Vebu).

>> Überblick: Diese tierischen Stoffe stecken in vegetarischem Essen <<

Wer nun glaubt, mit einem Verzicht auf Gummibärchen und Milchprodukte wäre Abhilfe geschaffen, der irrt. In Brezeln beispielsweise ist häufig Schweineschmalz beigemengt. Wein und Bier, werden durch die Schwimmblasen von Fischen geseit, und sogar Obst kann tierisch sein, wenn es mit Schellack eingewachst wurde, der von Lackschildläusen hergestellt wird. Auf der Verpackung gekennzeichnet werden, müssen diese Inhaltsstoffe jedoch nicht.

Keine gesetzliche Grundlage

Möglich wird das Hineinmogeln tierischer Produkte, da es "derzeit in Deutschland keine rechtsverbindliche Definition der Begriffe 'vegetarisch' und 'vegan' gibt", so Zösch. Trägerstoffe aus tierischen Bestandteilen müssen durch Gesetzeslücken wie diese nicht auf der Verpackung deklariert werden.

Wenn also die Vitamine im Saft durch den aus Schweinen gewonnen Trägerstoff Gelatine in das Getränk gelangen, müssen die Hersteller dies nicht deklarieren, da der Saft selbst nicht aus Fleisch gewonnen wurde.

  • Lexikon: Diese Tierprodukte sind in Lebensmitteln versteckt

Ein weiteres Verwirrungsinstrument der Hersteller, sind die so genannten E-Nummern. Rund 316 von den Lebensmittelzusatzstoffen sind zugelassen, und sie sind auf den Inhaltsangaben auch zu finden. Allerdings wird nicht erwähnt hinter welchen sich tierische Stoffe verstecken, wie etwa bei E901 das aus Bienenwachs gewonnen wird.

>>Diese E-Nummern sind tierischen Ursprungs<<

Inzwischen reagieren zwar immer mehr Hersteller auf die Bedürfnisse der fleischfrei lebenden Bevölkerung, und verändern ihre Produkte. Verlässlich sind als vegetarisch oder gar vegan gekennzeichnete Produkte letztlich dennoch nicht.

>> Foodwatch: Diese Produkte enthalten heimlich Tierbestandteile <<

Vegetariern, die auf Nummer sicher gehen wollen, bleiben deshalb nur zwei Möglichkeiten: sie müssen entweder zum Telefon greifen und beim Produzenten anrufen, oder Produkte mit dem V-Label kaufen. "Das V-Label ist ein international geschütztes Gütesiegel zur Kennzeichnung von vegetarischen und veganen Lebensmitteln und Produkten", so der Geschäftsführer von Vebu.

(ham)
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