Mengen in Lebensmittel oft verschleiert: Verbraucherschützer warnen vor Zucker-"Versteckspiel"

Mengen in Lebensmittel oft verschleiert : Verbraucherschützer warnen vor Zucker-"Versteckspiel"

Die Packungsangaben vieler Lebensmittel verschleiern aus Sicht der Verbraucherzentralen den Zuckergehalt. Bei einer Untersuchung von 276 Produkten seien neben Zucker 70 weitere Bezeichnungen für süßende Zutaten gefunden worden, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Dienstag in Berlin mit.

Durch Stoffe mit hohem Zuckergehalt wie Glukosesirup oder Süßmolkepulver werde Kunden auf den ersten Blick ein geringerer Zuckergehalt suggeriert. Vzbv-Chef Gerd Billen forderte, "Schluss mit dem Versteckspiel in der Zutatenliste" zu machen. Dafür müssten auch die Zucker-Definitionen in Vorschriften vereinheitlicht werden.

Eine gefüllte Waffel mit Cerealien und Schokoladen-Überzug habe elf Zutaten enthalten, die zum Zuckergehalt beitragen, erläuterte der Verband. Dazu gehörten demnach etwa auch Maltodextrin, Milchzucker oder Vollmilchpulver. Daraus resultierte ein Gehalt von 45,4 Gramm Zucker pro 100 Gramm. In der Zutatenliste, die nach Menge sortiert ist, wurde Zucker als eigene Zutat aber erst im hinteren Mittelfeld aufgeführt. Der vzbv fordert, den Gehalt an Zucker, Fett und Salz in den Ampelfarben Rot-Gelb-Grün zu kennzeichnen.

(dpa)
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