Banane statt Schokoriegel angesagt: Teenies essen gesünder als gedacht

Banane statt Schokoriegel angesagt : Teenies essen gesünder als gedacht

Wer wächst muss nicht viel essen, sondern ausgewogen. Offensichtlich tun immer mehr Teenager genau das. Obwohl der Jugend insgesamt Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung bescheinigt werden, zeigen sich erste Signale in eine neue Richtung.

Mehr als nur eine Wunschvorstellung: Immer mehr Jugendliche greifen gegen den Hunger zwischendurch zur Banane statt zum Schokoriegel. Das jedenfalls ergibt die Auswertung einer Umfrage der DAK-Gesundheit. Demnach naschen die Teenager nicht nur viel seltener, als es gemeinhin angenommen wird, sondern essen sogar regelmäßig Gesundes. 46 Prozent greifen jeden Tag in die Obstschale, 34 Prozent der Befragten essen Gemüse. Nur 14 Prozent schleckern täglich Süßigkeiten.

Gemüse wird in Deutschland beliebter

Das ergab eine Befragung von 2156 norddeutschen Schülern durch das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel. Die Umfrage zeigt eine mögliche Trendwende, auf die auch der Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Hinweise gibt. Die Ernährungsexperten dort sehen Anzeichen dafür, dass in Deutschland Gemüse immer beliebter wird. Ins Auge fällt bei der Lektüre des Berichts zudem, dass die Zahl dicker Kinder abnimmt. Bei Kindern im Vorschulalter in fast allen Bundesländern ist Übergewicht um bis zu drei Prozent und die Fettleibigkeit (Adipositas) sogar um bis zu 1,8 Prozent zurückgegangen. Es sind vor allem Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung, die die Kinder zu dick werden lässt und Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, und Diabetes schon in Kindertagen entstehen lässt.

Die neuen Umfrageergebnisse geben Hoffnung auf einen vielleicht dauerhaften Umschwung. Besonders junge Mädchen haben Geschmack an Obst gefunden. Über 90 Prozent greifen mehrmals pro Woche oder sogar täglich in die Obstschale. Das tun auch 80 Prozent der Jungen. "Das ist ein positives Signal", findet Silke Willms, Diplom-Ökotrophologin bei der DAK-Gesundheit, die von einer Trendwende noch ebenso wenig sprechen möchte, wie die DGE.

Ernährung lernt man

"Ernährungsgewohnheiten werden im Kindes- und im Jugendalter geprägt. Menschen, die in jungen Jahren gelernt haben, wie lecker knackige Möhren und saftige Äpfel schmecken, behalten wahrscheinlich diese Vorliebe ihr Leben lang bei und tun so viel für ihre Gesundheit." Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder ein gesundes Essverhalten erlernen, sind gemeinsame Mahlzeiten, in denen die Eltern selbst als Vorbilder fungieren. Doch in immer mehr Familien ist das Essen reine Nebensache. Unterschiedliche Tagesabläufe bei den Familienmitgliedern und das Essen in Kantine oder Schulmensa lösen die traditionell gemeinsamen Mahlzeiten ab.

Bei Kindern kommt erschwerend hinzu, dass sie nicht essen, was sie nicht kennen. Nadine Müller, Ernährungswissenschaftlerin bei der Techniker Krankenkasse rät Eltern darum, Einkäufe gemeinsam mit dem Nachwuchs zu erledigen und bei dieser Gelegenheit gemeinsame Mahlzeiten auch gemeinsam vorzubereiten. "Kinder fassen in der Küche gerne mit an, wenn man sie lässt und ihnen Verantwortung überträgt. Das weckt Interesse und Lust an abwechslungsreicher Kost. Dann trauen sich die Kleinen auch eher, mal Unbekanntes zu probieren", sagt die Ernährungsexpertin.

Wasser als Durstlöscher beliebt

Aber nicht nur in der Aufnahme von Essbarem zeigten sich DAk-Umfrage positive Entwicklungen. Auch die Vorliebe für Wasser als Durstlöscher steigt. Mehr als die Hälfte der befragten Schüler (55 Prozent) löschen täglich ihren Durst mit Mineralwasser und 34 Prozent trinken Milch. Limo oder Cola sind bei vielen Jugendlichen eher die Ausnahme. Nicht mal zehn Prozent der Schüler greifen täglich zu Cola & Co.

Das freut die Ernährungswissenschaftler, denn es sind vor allem die zuckerreichen Getränke, die auf Dauer zur Entwicklung von Übergewicht beitragen. Kein Wunder, denn anstelle einer Flasche Limonade könnte eine 14-Jährige jede Menge Gemüse futtern: Eine Literflasche Limo enthält die Kalorienanzahl einer kompletten Mahlzeit.

Hier geht es zur Infostrecke: So lernen Kinder richtig zu essen

(wat)
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