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Skurrile Diät: Diese Gabel sagt Ihnen, wie schnell Sie essen dürfen

Skurrile Abnehm-Methode : Diese Gabel sagt Ihnen, wie schnell Sie essen dürfen

Omas gutes Silberbesteck war gestern: Die "Hapifork" ist bunt und elektronisch. Der Clou dabei: Diese Gabel blinkt und vibriert, wenn der Nutzer zu schnell isst. Das soll beim Abnehmen helfen.

Das Frühstücksbrot wird eilig auf dem Weg zur Arbeit verschlungen, in der Mittagspause geht es kurz in die Kantine, zwischendurch gibt es einen schnellen Snack - für viele Menschen kein unbekanntes Szenario. Ebenso üblich: Im Stress verzichtet man gleich ganz auf die Nahrungsaufnahme und leert abends vom Hunger geplagt im Rekordtempo den Teller. Essen ist im Alltag zur lästigen Nebensache geworden.

Dabei raten Experten dazu, sich Zeit zu nehmen und langsam zu essen. Das sei gesund und helfe beim Abnehmen. Denn isst man zu schnell, verliert man sein natürliches Hungergefühl: Man verpasst den Punkt der Sättigung und nimmt so mehr Nahrung als nötig zu sich. Das Ergebnis sind Extrakilos und Frust.

Schlechte Angewohnheiten wird man bekanntlich nur schwer los. Abhilfe schaffen soll die skurrile Erfindung "Hapifork". "Eat slowly. Lose weight. Feel great!", bewirbt der US-Hersteller Hapilab sein Produkt auf der offiziellen Webseite: Die elektronische Gabel soll das Essverhalten ihres Nutzers kontrollieren und so beim Abnehmen helfen. Dazu misst sie, in welchem Tempo die Speisen konsumiert werden. Schlingt der "Hapifork"-Anwender sein Essen zu schnell hinunter, macht sich die Gabel mit einem starken Vibrieren und roten Blinken bemerkbar.

Verbindet man die Gabel über einen USB-Anschluss oder Bluetooth mit Laptop oder Smartphone, werden die Messungen an einen Cloud-Dienst oder eine App übertragen. Die Dienste liefern genaue Auswertungen über das Essverhalten, außerdem gibt es gratis Ernährungstipps und Ratschläge zum richtigen Essverhalten. So kann man beispielsweise entweder selbst bis zehn zählen oder sich auf den integrierten Timer verlassen, der angibt, wann man sich den nächsten Bissen genehmigen darf.

Vorgestellt wurde die "Hapifork" bereits im vergangenen Jahr auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Sie kostet rund 100 Dollar, wahlweise gibt es sie in den Farben Blau, Grün, Schwarz, Weiß und Pink. Bei Twitter überzeugt sie Abnehmwillige:

Quite tempted to try this @HAPIfork http://t.co/0MMKs8S2Zl #Diet #Healthy #hapifork

They call it a #hapifork, but it sends an electric pulse through your hand when you eat too quickly. That makes me super happy!!

Die Handhabung der "Hapifork" ist allerdings nicht so leicht, wie man annehmen könnte. Vor der ersten Mahlzeit muss man sich zunächst einer Kategorie zuordnen: Ist man ein "Picker", pickt man also sein Essen in einem 90-Grad-Winkel mit der Gabel auf, oder ist man ein "Scooper" und schaufelt sein Essen auf die Gabel? Entspricht das Essverhalten einer Mischung aus beidem, wählt man den Typ "Data Lover". Wer sein Fleisch gerne kleinschneiden möchte, sollte ein Messer aus nichtleitendem Material benutzen, damit die sensiblen Sensoren der Gabel nicht gestört werden. Sonst vibriert und blinkt die "Hapifork" ohne Unterlass und aus einem Hilfsgegenstand wird ein wahres Ärgernis, wie eine Testerin auf dem Technikportal "The Verge" beschreibt.

Der Industrie gehen niemals die Mittel und Ideen aus, neue Abnehm-Trends zu erschaffen. Das bewies zuletzt die "Quantified Self"-Bewegung. Anhänger dieses Trends machen sich zu wandelnden Datensammlungen und erfassen Schlaf, Hormone, Körpergewicht und überhaupt alles, was sich messen lässt. Auf diese Weise wollen sie ihr Leben optimieren. Das geschieht mit Hilfe von Apps oder auch Gadgets wie EEG-Sensoren in Stirnbändern und Blutdruckmessgeräten mit USB-Ende. Die "Hapifork" ist dabei eine der originelleren Erfindungen und verbindet einen Alltags-Gegenstand mit moderner Technik. Damit wird aus dem Besteck mehr als ein profanes Mittel zur Nahrungsaufnahme, es übernimmt die Rolle einer Mutter, die mit erhobenen Zeigefinger ermahnt, dass man beim Essen doch bitte nicht so schlingen soll.

Narrensicher ist das Produkt von Hapilab allerdings nicht, und für den Abnehmerfolg gibt es trotz strenger Aufsicht keine Garantie: Was auf den Teller kommt, kontrolliert die Gabel nicht, und eine leckere Portion Currywurst mit Pommes wird auch dadurch nicht gesünder, dass man sie besonders langsam isst. In einem Punkt ähnelt die "Hapifork" zudem jeder handelsüblichen Gabel: Sie taugt nur bei Nahrungsmitteln, die sich aufpieksen lassen. Halten kann man es wie folgende Twitter-Nutzerin:

There's an electronic fork that will monitor yr eating habits. Pretty sure ppl can shame themselves w/out help of a scolding fork. #HAPIfork