Tumorkiller in Tomaten : Warum Ketchup vor Krebs schützen kann

Reichlich Pizza, Pommes und Gegrilltes mit einem Berg Ketchup – das treibt Ernährungsexperten einen Schauer über den Rücken. Dabei ist es grundsätzlich gar nicht schlecht, auf solche Kost zu setzen. Denn tomatige Produkte wie Ketchup schützen vor Krebs. Wir erklären, warum das so ist.

Reichlich Pizza, Pommes und Gegrilltes mit einem Berg Ketchup — das treibt Ernährungsexperten einen Schauer über den Rücken. Dabei ist es grundsätzlich gar nicht schlecht, auf solche Kost zu setzen. Denn tomatige Produkte wie Ketchup schützen vor Krebs. Wir erklären, warum das so ist.

Spaghetti mit Tomatensauce, Gebratenes mit Ketchup und Wassermelone als Nachtisch — mit dem Verzehr solcher Menüs kann man tatsächlich etwas gegen die Krebsentstehung tun. Forscher aus dem Land der Ketchup-Nation zeigten, wie wertvoll Tomatenprodukte vor allem für Männer sein können. Wer viel davon isst, schützt sich vor dem gefürchteten Prostatakrebs.

Allein hierzulande macht er die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern aus. Die wachsende Sorge vor der gefürchteten Krankheit ist nicht unbegründet. In den vergangenen Jahren stieg laut Informationen des Robert-Koch-Instituts in Deutschland die Zahl der Neuerkrankungen immer weiter an. 70.100 Männer, so die Prognosen, werden in diesem Jahr voraussichtlich die Diagnose Prostatakrebs erhalten.

50 Prozent weniger Tumore durch Pizza und Ketchup

Hoffnung machen da Studien, die zeigen, dass eine entsprechende Ernährung vor solch folgenschwerer Krankheit schützen könnte. Wie die des amerikanischen Ernährungswissenschaftlers Edward Giovannucci, der über mehrere Jahre die Ernährungsgewohnheiten von rund 50.000 Männern unter die Lupe nahm. Was ihn am meisten interessierte, war wie viel und häufig sie Lebensmittel und Getränke zu sich nahmen, die den natürlichen Farbstoff Lycopin enthielten.

Fleißig notierten die Studienteilnehmer, was im Laufe der Zeit an lycopinhaltigen Nahrungsmitteln in ihren Magen wanderte. Als Hauptquellen erwiesen sich neben Tomaten selbst, Pizza, Ketchup, Taco-, Barbeque- und Chilisauce und Grapefruitsaft. In Summe gab es bei Männern, die besonders viel davon aßen bis zu 50 Prozent weniger tödliche Tumore.

Allerdings spielte bei den meisten auch eine insgesamt gesündere Lebensweise dieser Männer eine Rolle. Denn sie aßen nicht nur dreimal so viel Pizza und siebenmal so viel Tomatensauce wie die Vergleichsgruppe, sondern nahmen insgesamt mehr Obst und Gemüse zu sich und waren sportlicher.

Wie auch Frauen von Tomaten profitieren

Doch auch für Frauen lohnt sich der Verzehr von Dosentomaten, Wassermelonen und Co. Denn die Aufnahme des farbgebenden Carotinoid der Tomaten wirkt sich nicht nur in Bezug auf das Prostatakrebsrisiko positiv aus. Eine Studie aus Boston zeigt, wie sie dem Herz-Kreislauf-System gut tun. Menschen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren besonders viel Lycopin zu sich genommen hatten, litten demnach bis zu 26 Prozent weniger oft an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Damit stützten sie Ergebnisse aus früheren Studien, die dem Farbstoff ein hohes Schutzpotential in Sachen Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Arterioskleorse und einen cholesterin-senkenden Effekt zugeschrieben hatten. Denn Lycopin sorgt für die Bildung von Sauerstoffradikalen, die der Entstehung von Entzündungsprozessen entgegensteuern und das Verklumpen von Blutplättchen herabsetzen.

Welche Vitaminkombi vor Magenkrebs schützt

Wer die Ernährung als wichtigen Gesundheitsfaktor ins Visier nimmt, der sollte neben diesem Wunderstoff auch andere Vitamine und Spurenelemente zu sich nehmen. So ergab eine chinesische Studie, dass zum Beispiel die Kombination von 15 Milligramm Beta-Carotin, 50 Mikrogramm Selen und 30 Milligramm Vitamin E die Sterblichkeit bei Magenkrebs um 21 Prozent senken kann. Die Wissenschaftler hatten bei dieser Untersuchung ihr Augenmerk auf die Bewohner der chinesischen Region Linxian geworfen, da dort weltweit die höchsten Raten an Speiseröhren- und Magenkrebs registriert wurden.

Substanzen, die den Krebs entschärfen

Neben der schützenden Wirkung dieser Vitaminkombination kommen außerdem den Vitaminen A, C und E sowie Carotinoiden durch ihre antioxidative Wirkung bei der Krebsprävention eine bedeutende Rolle zu. Was ihnen diesen guten Ruf verleiht, sind die bioaktiven Substanzen und die sekundären Pflanzenstoffe, die in ihnen stecken. Sie können nach Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft auf verschiedene Art und Weise in das Krebsgeschehen eingreifen und verhindern das Entstehen von Tumoren, indem sie Substanzen wie zum Beispiel freie Radikale entschärfen, die Krebs entstehen lassen. Freien Radikalen lassen als besonders reaktionsfreudige, schädliche Sauerstoffmoleküle Körperzellen entarten.

Einen Schutzschild bilden dagegen Antioxidantien wie eben jene aus Farbstoffen wie dem roten aus Tomaten oder den organgen Carotinoiden aus Möhren und Aprikosen, Flavonoide wie die in Äpfeln, Beeren und Kirschen, Bitterstoffe aus Hülsenfrüchten oder Spinat oder Vitamin C und E.

Das Beta-Carotin, das zum Beispiel bei weitem am meisten in Möhren enthalten ist, wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt. Dessen krebsschützende Wirkung ist durch Studien gut belegt. Es spielt laut Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft auch für die Stimulierung des Immunsystems eine entscheidende Rolle.

Krebsschutz lässt sich also futtern. Schon rein optisch kann man Anti-Krebs-Früchte und -Gemüse leicht erkennen. Denn vor allem farbig strahlende Früchtchen, die wie Aprikosen, Beeren, Kürbis oder Tomaten, tragen den schützenden Effekt in sich.

Nicht nur ausgewogen, sondern krebsschützend

Der Ketchup allein macht's aber nicht. Nur, wer insgesamt einen gesunden, sportlichen Lebensstil pflegt, minimiert sein Risiko an Krebs zu erkranken deutlich. Die allgemeine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen, bekommt dadurch eine andere Dimension.

(wat)