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Vitaminkeule aus dem Gemüsefach: Herbstgemüse ist besser als sein Ruf

Vitaminkeule aus dem Gemüsefach : Herbstgemüse ist besser als sein Ruf

Das hat sich Mutter Natur fein ausgedacht: Sie liefert pünktlich zur Erkältungszeit genau das, was unseren Organismus stark macht gegen die fiesen Angriffe der Erkältungsviren. Der Griff in die bunte Vielfalt der Gemüseregale erfreut also nicht nur das Auge, sondern liefert uns Vitamine und Mineralstoffe, wo wir sie nicht vermutet hätten.

So bunt wie der Herbst zeigt sich auch die Herbstküche: Mit einer prallen, orangen Schale schützen Kürbisse die vielen Vitamine in ihrem Innern, die das Immunsystem stark machen gegen Erkältungsangreifer. Brokkoli, Blumenkohl oder Fenchel gesellen sich dazu und liefern viele Vitamine und Mineralstoffe, die unser Organismus jetzt gut brauchen kann.

Kombitalent Kürbis: Von süß bis herzhaft

Auf allen Wochenmärkten und selbst im Supermarktregal kommt man am herbstlichen Kürbis nicht vorbei. Ihn zu Halloween auszuhöhlen und eine schaurige Grimasse aus der Frucht zu zaubern macht Spaß. Aus dem vitaminreichen Fruchtfleisch lässt sich indessen allerhand Schmackhaftes zaubern. Köche schätzen den Kürbis für seine Wandlungsfähigkeit, denn er korrespondiert gut mit anderen Gemüsen und sogar Obstsorten und passt sich im Geschmack anderen Zutaten an. Ob säuerlich oder süß, als Marmelade oder Chutney, eingelegt oder als sämiges Süppchen, im Brot oder als Gemüse — mit dem orangen Melonengewächs lässt sich allerhand anstellen. Kombiniert mit anderen Herbstgemüsen wie Möhren, Lauch, Fenchel oder Sellerie zeigt sich der kalorienarme Kürbis deftig.

Da Kürbisse zu über 90 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie als Schlankmacher beliebt und liefern dem Körper zusätzlich viele Mineralstoffe. Die knallige Kürbishülle verrät es: In ihr steckt wie auch in Möhren viel Beta-Karotin. Außerdem liefert uns die Melonenfrucht aber auch Vitamin A, Magnesium, Kalzium und Kalium, und 100 Gramm Kürbisfleisch besitzen nur 27 Kalorien. Kürbis wirkt harntreibend, da er reichlich Wasser und Kalium, aber nur wenig Natrium enthält.

Vom Arme-Leute-Essen zum Gourmet-Star

Das, was früher als Arme-Leute-Essen verschrien war ist heute in der regionalen Küche und ebenso in Spitzenrestaurants ein Hit geworden. Der Herbst und Winter bescheren uns so viele Kohlarten, dass für jeden etwas dabei ist. Rosenkohl mit seiner leicht bitteren Note — manchem Spross als Kinderkohl vergeblich schmackhaft gemacht — ist vielleicht nicht jedermanns Sache, doch milde Kohlsorten wie Spitz- oder Chinakohl lassen sich sehr variationsreich zubereiten und schmecken auch sonstigen Kohlverächtern. Wer dabei auf viel Fett verzichtet, der tut ganz nebenbei sogar noch etwas für sein Wohlfühlgewicht, denn durchschnittlich hat Kohl schlanke 25 Kilokalorien pro 100 Gramm. Aus diesem Grund zählt die Kohlsuppe zu den bekannten Diätbasics.

Mehr Vitamin C in der Knolle als im Apfel

Wer den Kohlgeschmack gerne mag, der ist mit Sorten wie Weißkohl, Rotkohl und Wirsing gut bedient. Milder hingegen schmecken Blumenkohl, Brokkoli oder Grünkohl. Mit einer warmen Mahlzeit nehmen wir viele Bioaktivstoffe zu uns, die antioxidativ, entzündungshemmend und sogar krebsvorbeugend sind. Zusammen gestampft mit Kartoffeln sind Kohlsorten wie Spitzkohl oder Wirsing ideale Vitaminlieferanten. Denn auch der Erdapfel ist im Vitamin C-Gehalt seinem obstigen Namensvetter sogar überlegen. Da, wo viele Gemüse schnell ihren Vitaminreichtum lassen — beim Garen nämlich, zeigt sich der Kohl im heißen Topf so robust wie auch bei knackigen Temperaturen auf dem Feld. Bis zu 50 Prozent der wertvollen Nährstoffe behält er beim Kochen.

(wat)