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hCG-Diät: So funktioniert die Mode-Diät - das müssen Sie wissen

Alle Infos zur Mode-Diät : HCG-Diät – effektiv aber gefährlich?

Die hCG-Diät ist die Wunderwaffe der Schönen und Reichen. Statt Sport und Ernährungsumstellung, sollen hCG-Hormone den Gewichtsverlust beschleunigen. Doch die Einnahme kann zu Nebenwirkungen führen.

Was ist die hCG-Diät?

HCG ist eigentlich ein Schwangerschaftshormon. Bei der hCG-Diät wird hCG künstlich zugeführt. Steigt der hCG-Spiegel, stellt sich der Körper auf eine Schwangerschaft ein und versorgt den vermeidlichen Fötus, indem Fettreserven abgebaut werden. Ein gedämpfter Hunger und strahlende Haut sind positive Nebenwirkungen.

Die Diät mit dem humanen Choriongonadotropin (hCG), wie der volle Name von hCG lautet, soll das Geheimrezept der Schönen und Reichen sein. Deswegen wird diese Diät auch als Hollywood-Diät bezeichnet. Da die Diät den Stoffwechsel ankurbeln soll, sprechen viele auch von einer Stoffwechselkur. Das klingt erst einmal harmlos, ist es aber nicht. Tatsächlich ist die hCG-Diät umstritten und kann zu einer Reihe von Nebenwirkungen führen. Auch gefährliche Nebenwirkungen sind möglich.

Doch selbst eine Thrombose oder Eierstockzysten schreckt manche Abnehmwillige nicht ab. Das Geheimrezept der Promis gibt es schon seit über 60 Jahren. Der britische Arzt Doktor Albert Simeons entwickelte die umstrittene Diät im Jahr 1954.

Bei der klassischen hCG-Diät wird den Abnehmwilligen täglich eine Spritze mit dem Hormon verabreicht. Gleichzeitig schrauben sie die Kalorienzufuhr drastisch zurück. Das hCG in Verbindung mit einer kalorienarmen Diät soll die Pfunde im Nu purzeln lassen – und das sogar an den richtigen Stellen wie Oberschenkeln und Hüfte.

Mittlerweile ist die hCG-Diät in abgewandelter Form auch für Normalbürgerinnen und Bürger zugänglich. HCG-Präparate sind in Form von Globuli, Tropfen oder Tabletten erhältlich. Diese sollen Spuren des Hormons enthalten. Eine solche „Stoffwechselkur“ dauert in der Regel sechs Wochen.

Wie wirkt hCG im Körper?

HCG ist eigentlich dazu zuständig eine Schwangerschaft aufrecht zu erhalten. Als Diät wird das hCG künstlich zugeführt – in Form von Spritzen, Tabletten, Tropfen oder Globuli. Das hCG simuliert dann eine Schwangerschaft und der Körper mobilisiert Energie für den nicht vorhandenen Fötus.

In einer komplikationslosen Schwangerschaft wird der Fötus über die Nabelschnur mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Kommt es jedoch zu einer Unterversorgung, regt das hCG-Hormon den Stoffwechsel an und macht Energie aus den Fettreserven der Mutter für das ungeborene Kind frei. Aus diesem Grund wird die hCG-Diät auch Stoffwechselkur genannt.

Bei der hCG-Diät soll dieser Zustand künstlich herbeigeführt werden. Im besten Fall werden ungeliebte Fettdepots in den Oberschenkeln und der Hüfte abgebaut. Frauen, die dieser Diät nachgehen, verlieren also nicht nur Fett, sie verlieren es auch genau an den richtigen Stellen und das in kürzester Zeit. HCG soll sogar das Hautbild verbessern und den (Heiß)Hunger dämpfen. Das Hormon wirkt aber nicht nur bei Frauen. Auch Männer können durch die Einnahme von hCG abnehmen.

Wie funktioniert die hCG-Diät?

Eine hCG-Stoffwechselkur dauert bis zu sechs Wochen. Ergebnisse sollen in kürzester Zeit sichtbar sein. Gemeinsam mit der täglichen Einnahme des Hormons muss ein strenger Ernährungsplan eingehalten werden. Die Diät verläuft in vier Phasen: der Ladephase, der Diätphase, der Stabilisierungsphase und der Erhaltungsphase.

So funktionieren die verschiedenen Phasen der hCG-Diät:

  • Die Ladephase: In der ersten Phase der Kur dürfen Abnehmwillige so viel essen, wie sie möchten. Am besten kalorienreiche und fettreiche Speisen. Diese erste Phase dauert jedoch nur zwei Tage an. Der üppige Start der Diät soll dazu führen, dass die Fettreserven schneller angezapft werden.
  • Die Diätphase: Am dritten Tag der Diät beginnt die Diät-Phase. In den folgenden drei Wochen soll die tägliche Kalorienzufuhr auf lediglich 500 Kalorien pro Tag heruntergeschraubt werden. Auch auf Fett, Zucker und Kohlenhydrate sollte weitgehend verzichtet werden. Die kalorienreduzierte Diät besteht dann aus ungesüßten Tees oder Wasser, klarer Suppe mit etwas Gemüse, Obst und magerem Fleisch oder Fisch.
  • Die Stabilisierungsphase: Die dritte Phase dauert weitere drei Wochen. In dieser Phase wird die Kalorienzufuhr langsam gesteigert. Zucker, Kohlenhydrate und Fett sind wieder erlaubt. Aber in Maßen. Damit der Jo-Jo-Effekt nicht eintritt, wird die Kalorienzufuhr um 60 bis 100 Kalorien pro Tag erhöht – abhängig vom individuellen Kalorienbedarf.
  • Die Erhaltungsphase: Mit der dritten Phase ist die Diät abgeschlossen. In der vierten Phase soll das neue Gewicht langfristig gehalten werden. Wichtig sind eine gute Ernährung und regelmäßige Bewegung.

Trotz langsamer Steigerung der Kalorienzufuhr in der Stabilisierungsphase, kann der Jo-Jo-Effekt eintreten. Regelmäßige Kontrollen des Gewichts und Analysen der eigenen Ernährung sind auch nach Abschluss der Diät wichtig.

Welche Lebensmittel sind bei der hCG-Diät erlaubt?

Der Ernährungsplan der hCG-Stoffwechselkur ist hart und erfordert Disziplin. Denn für die besten Ergebnisse reicht es nicht, einfach nur Globuli oder Tabletten mit hCG einzunehmen. In der dreiwöchigen Diätphase dürfen nur 500 Kalorien pro Tag verspeist werden. Das ist nicht viel.

Und es gibt noch weitere Einschränkungen: Zucker, Kohlenhydrate und Fett sind tabu. Das schließt alle Arten von Fructose und Glucose sowie stärkehaltige Lebensmittel ein. Industriell verarbeitete Lebensmittel mit Geschmacksverstärkern und Farbstoffen sind ebenfalls verboten. Abnehmwillige müssen die Zutatenliste ihrer Lebensmittel in der Diätphase genau studieren.

So ist die Liste der Lebensmittel sehr überschaubar. Erlaubt sind ungesüßte Tees, Wasser und Suppen, Gemüse und etwas Fleisch oder Fisch. Brot, Nudeln oder Kartoffeln? Verboten. Wurst und Käse? Geht nicht. Etwas Zucker oder Honig im Tee? Nicht während der Diätphase.

Stattdessen sieht die Ernährung in der Diätphase beispielsweise folgendermaßen aus:

  • Morgens: Eine halbe Grapefruit und zwei gekochte Eier
  • Mittags: 100 Gramm Hühnerbrust und 250 Gramm Brokkoli
  • Abends: 100 Gramm mageres Rindfleisch mit einem Salat
  • Snack: Ein Snack pro Tag, der aus einem Stück Obst oder frischem Gemüse wie einer Gurke oder einer Karotte bestehen kann. Nicht alle Arten von Obst sind erlaubt.
  • Getränke: Ungesüßte Tees, Kaffees und Wasser

Jede Mahlzeit sollte aus fettarmen Eiweiß, einer Gemüsesorte und einem kleinen Stück Brot oder einem Stück Obst bestehen. In der strengen Phase der Diät darf nur jeweils eine Sorte Obst oder Gemüse zu einer Mahlzeit gegessen werden.

Mit Beginn der Stabilisierungsphase können die verbotenen Lebensmittel nach und nach wieder eingeführt werden. Allerdings sollte die Menge an Fett und Kohlenhydraten nur langsam gesteigert werden. Zucker sollte in einer ausgewogenen Ernährung nach Ende der hCG-Diät nur in kleinen Mengen enthalten sein.

Wo kann ich hCG kaufen?

Das Schwangerschaftshormon hCG ist in Form von Tropfen, Injektionen, Tabletten und Globuli erhältlich. Das „klassische“ hCG-Präparat besteht aus hCG-Injektionen. Diese sind in Deutschland jedoch verschreibungspflichtig. Frei verkauft werden können dagegen hCG-Tropfen und Globuli. Genaugenommen enthalten diese Mittel jedoch keine Hormone.

Die homöopathischen Präparate wurden so stark verdünnt, dass das hCG nicht mehr nachweisbar ist. Viele Abnehmwillige sind dennoch von der Wirkung der hCG-Präparate überzeugt. Die tägliche Einnahme der Globuli soll den Stoffwechsel ankurbeln und die Gewichtsabnahme beschleunigen.

Im Internet sind komplette hCG-Kuren erhältlich. Diese bestehen neben hCG-Tropfen oder Globuli aus unterstützenden Nahrungsergänzungsmitteln wie Proteinpulver und Vitamin-Tabletten sowie Ernährungsplänen und Rezepten. Aber Achtung: Viele Anbieter versprechen mehr, als die Inhaltsstoffe zulassen.

Die klassische hCG-Diät, wie die Hollywood-Stars sie durchführen, ist dagegen nicht nur teuer, sie wird auch von täglichen hCG-Injektionen begleitet. So erhalten Abnehmwillige das Hormon in seiner reinsten Form. Genau so hatte es Doktor Simeons auch vorgesehen. In Deutschland sind Injektionen nur aus medizinischen Gründen möglich.

Wie gefährlich ist die hCG-Diät?

Eigentlich hört es sich vielversprechend an. Wären da nicht die möglichen Nebenwirkungen, die eine Einnahme von hCG verursachen könnte. Eine hCG-Diät ist nicht ohne Risiko. Sie kann zu Regelstörungen bei Frauen und Thrombosen bei Männern führen. Die drastische Kalorienreduktion sehen Experten kritisch.

Zugelassen ist das Hormon für die Gewichtsreduktion offiziell nicht. Im medizinischen Bereich wird hCG bei Frauen zum Auslösen des Eisprungs eingesetzt. Bei Männern kommt hCG zur Behandlung von Sterilität durch einen Hodenhochstand zum Einsatz. Allerdings steht das Hormon unter Verdacht, bei Männern zur Schädigung der Spermien beizutragen.

Wurde hCG nicht von einem Arzt verordnet und wird die Einnahme nicht überwacht, sind mögliche Nebenwirkungen nur schwer abzuschätzen. Die Langzeitfolgen sind nicht ausreichend erforscht. Bei Frauen kann die künstliche Einnahme von hCG zu Zyklusstörungen führen, Kopfschmerzen und Brustschmerzen auslösen und das Wachstum von Eierstockzysten begünstigen.

Bei Männern kann das Hormon hCG das Brustwachstum anregen und die Spermienproduktion einschränken oder diese sogar beschädigen. Eine lebensgefährliche Thrombose ist eine der gefährlichsten Nebenwirkungen, die sowohl bei Frauen als auch bei Männern in Zusammenhang mit der Einnahme auftreten kann.

Doch keine Sorge: Bei den hierzulande verkäuflichen hCG-Präparaten handelt es sich in den meisten Fällen um homöopathische Mittel. In den Globuli und Tropfen sind genau genommen gar keine Schwangerschaftshormone enthalten. Lediglich spuren, die auch chemisch nicht mehr nachgewiesen werden können.Das bedeutet: Abnehmwillige müssen mit der Einnahme keine schlimmen Nebenwirkungen befürchten. Eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel haben die Mittel wissenschaftlich gesehen aber nicht. Echtes hCG in Form von Injektionen ist in Deutschland nicht für Zwecke des Abnehmens zugelassen und muss teuer aus dem Ausland gekauft werden.

Problematischer ist bei der Mode-Diät mit den vermeintlichen hCG-Hormonen eher der strikte Diätplan: Werden nur 500 Kalorien pro Tag eingenommen, bekommt der Körper nicht mehr ausreichend Vitamine, Nährstoffe und Mineralien. Müdigkeit und Kopfschmerzen sind die Nebenwirkungen einer solchen Mangelernährung. Sogar Herzrhythmusstörungen können auftreten.Und dann wäre da noch der Jo-Jo-Effekt. Dieser soll durch die langsame Steigerung der Kalorienzufuhr in der Stabilisierungsphase zwar verhindert werden, aber viele Menschen verfallen nach Ende der Diät in Heißhunger-Attacken oder essen mehr, als der strenge Ernährungsplan zulässt.

Wie bei allen Crash-Diäten schaltet der Körper während der hCG-Diät auf Sparflamme und speichert Energie – in Form von Fett – sobald die Person wieder größere Mengen an Essen zu sich nimmt. Der Abnehmerfolg ist dann so schnell wieder verschwunden, wie er gekommen ist. Schwangere Frauen, Jugendliche, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Störungen sollten diese Diät auf keinen Fall durchführen.

Wie effektiv ist die hCG-Diät?

Promis schwören drauf, Abnehmwillige schreiben ihren Gewichtsverlust dem Hormon zu. Die Wissenschaft sagt jedoch etwas anderes: Tatsächlich ist nicht bewiesen, dass hCG eine Abnahme unterstützt. Und die herkömmlichen Tropfen und Globuli, enthalten genau genommen keinerlei Schwangerschaftshormone, noch nicht einmal chemisch nachweisbare Spuren.Sollte echtes hCG in Form von Injektionen gespritzt werden, können starke Nebenwirkungen entstehen. Der Gewichtsverlust ist dann vermutlich trotzdem nicht nachweisbar auf das Hormon zurückzuführen. Wahrscheinlicher ist, dass die starke Kalorienreduktion während der Diätphase zu der schnellen Abnahme führt.

Mit nur 500 Kalorien pro Tag über einen Zeitraum von drei Wochen und weiteren drei Wochen, in denen die Kalorienzufuhr ebenfalls gesenkt ist und nur langsam wieder dem normalen Bedarf angepasst wird, muss der Körper auf seine Reserven zurückgreifen – mit oder ohne hCG.

Die Werbung sieht das anders: Bis zu 10 Kilo sollen Abnehmwillige innerhalb von drei Wochen mithilfe der Präparate verlieren können. Das klingt natürlich verlockend. Ob solche Ergebnisse mit dieser Diät erzielt werden können, ist stark vom Ausgangsgewicht abhängig. Personen mit starkem Übergewicht können in kürzerer Zeit mehr Gewicht verlieren als Menschen, deren Body-Mass-Index nur ein leichtes Übergewicht attestiert.Auch ein Gewichtsstillstand während der hCG-Diät ist möglich. Besonders bei viel Disziplin und Verzicht ist das demotivierend. Meist ist die Abnahme am Anfang sehr schnell, nach einiger Zeit stagniert das Gewicht jedoch. Das kann mit dem Zyklus oder Stress zusammenhängen oder damit, dass der Körper versucht seine Reserven zu halten.Wer die Diät streng nach Plan durchhält, wird wahrscheinlich vier bis acht Kilo verlieren können. Dieser schnelle Erfolg kann für eine anschließende langfristige Ernährungsumstellung motivieren. Doch das Risiko der erneuten Gewichtszunahme ist hoch und der eiserne Wille wird sich bei vielen Menschen nach Wochen des Verzichts doch dem Hunger beugen.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Fakten zur hCG-Diät - Wundermittel oder große Gefahr?