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Viertelfinale gegen Griechenland: Griechen können mehr als Gyros

Viertelfinale gegen Griechenland : Griechen können mehr als Gyros

Gyros, Pommes, Zaziki — so stellen sich die Deutschen eine typisch griechische Mahlzeit vor. Was kurz vor dem EM-Viertelfinale hierzulande auf den Restaurant-Tellern landet, entspricht aber nicht notwendigerweise den Essgewohnheiten der Griechen — die Hellenen bevorzugen frischen Fisch.

Gyros steht nur selten auf dem Speiseplan.

Eine die sich mit griechischen Essgewohnheiten auskennt, ist Parthena Perezidou. Die 52-Jährige ist Inhaberin des griechischen Restaurants "Poseidon" in Duisburg-Rheinhausen und stammt aus Griechenland. Im Restaurant wird von den deutschen Gästen meist Gyros bestellt, große Portionen Fleisch landen fast auf jedem Teller — dazu gibt es hausgemachten Zaziki mit reichlich Knoblauch.

Suvlaki, Suzukakia, Bifteki, Patatakia — die Karte des Poseidon trumpft mit herzhaften Gerichten auf. Wenn der deutsche Gast es wünscht, gibt es viel Fleisch. Egal ob Hack, Spieß, Kotelett oder Steak — die griechische Küche bietet die verschiedensten Verarbeitungsweisen von Lamm, Schwein, Rind oder Huhn. Im Duisburger Poseidon werden die Fleischgerichte, wie in den meisten griechischen Restaurants, als ganze Schlachtplatten — natürlich in verschiedenen Variationen — angeboten. Dazu wird immer reichlich Zaziki gereicht — hausgemacht, wie die Herrin des Hauses betont ("Das ist besser für den Magen").

"Griechen lieben Fisch"

Parthena Perezidou sieht die großen Fleischmengen, die im "Poseidon" auf dem Teller landen, als Hommage an die deutsche Vorliebe für Braten, Kartoffeln und Saucen. "Die Deutschen essen unheimlich viel Fleisch. Die Griechen würden hingegen frischen Fisch vorziehen", erzählt die 52-Jährige. Dazu gibt es Löwenzahnsalat, Gemüse und viel Weißbrot. Wer mag kann im Restaurant aber auch Pommes, Majonäse oder Sauce Bernaise bekommen.

Auch wenn im griechischen Restaurant meist Fleisch auf dem Teller landet — die Griechen lieben Zucchini, Aubergine und Salat. Melitsanes sind beispielsweise gebratene Auberginenscheiben, die mit Tomatenkäse und geriebenen Schafskäse serviert werden. Ähnlich werden auch Zucchini zubereitet — das Gericht nennt sich Kolokothakia. Piperies sind gebratene Peperoni mit Knoblauchsauce. Der Klassiker sind natürlich die mit Reis gefüllten Weinblätter — auch Dolmadakia genannt.

Unverzichtbar in der griechischen Küche ist Knoblauch. "Ohne Knoblauch fehlt die Würze. Man darf aber auch nicht zu viel verwenden. Oft reicht nur ein Hauch", so Parthena Perezidou. Die Restaurantinhaberin ist sogar davon überzeugt, dass die richtige Ernährung schweren Krankheiten vorbeugen kann: "Knoblauch, frischen Olivenöl und Tomaten — diese drei Zutaten sind gut gegen Krebs."

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Griechen haben süßen Zahn

Praktisch also, dass in der griechischen Küche alle drei Zutaten in den verschiedensten Variationen verarbeiten werden. Fisch, Fleisch und Gemüse landen meist auf dem Grill. "Jedes Haus hat eine eigene Grillstube. Man trifft sich mindestens einmal in der Woche, um zusammen zu essen", erzählt Perezidou. Einen süßen Zahn haben die Griechen auch: Da wird Gebäck in Zuckerwasser getaucht und Sahnequark mit eingekochtem Obst serviert — gut für die Figur ist das vielleicht nicht, gut für die Seele aber allemal.

Zumindest was Getränke angeht stimmt aber ein Klischee: In Gemeinschaft trinken die Griechen reichlich Ouzo. Anders als in Deutschland genießen die Hellenen den Anis-Schnaps jedoch mit Wasser verdünnt und mit Eiswürfeln.

Stolz sind die Griechen auch auf ihren Wein — allerdings nicht so sehr, weil dieser hochwertig und wohlschmeckend ist, sondern eher, weil man sich als Ursprungsland alles Gutem empfindet. In Griechenland wurde demnach in der Antike nicht nur die Demokratie, sondern auch alle kulinarische Köstlichkeiten — allem voran der Rotwein — erfunden.

Den Fußball, das gibt Parthena Perezidou offen zu, haben die Griechen allerdings nicht erfunden. Überhaupt: Die Hellenen sind deutlich begeisterter von Basketball. Darauf, dass es die griechische Nationalelf unter Otto "Rehakles" Rehagel zum Europameister geschafft hat, ist Perezidou trotzdem stolz.

Daran erinnert sie auch die Gäste, die sie spöttisch auf das kommende Viertelfinale ansprechen. Da macht es auch nichts, dass die Restaurantbesitzerin schon jahrzehntelang in Deutschland lebt, Parthena Perezidou hält zu Griechenland: "Der Kopf ist in Deutschland, das Herz bleibt in Griechenland."

Die besten griechischen Restaurants finden Sie auf restaurant.rp-online.de.

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(anch)