Social-Media-Foodtrends Wenn Essen zum Lifestyle wird

Düsseldorf · In den sozialen Medien kann wirklich alles zum Trend werden – auch Essen. Ob „Takis“, „Hot Chip“ oder „Cloud Bread“: Wir stellen die Foodtrends der vergangenen Monate vor.

 „Takis“, „Hot Chip“ und das „Wolkenbrot“: Immer wieder kursieren neue Foodtrends durch Social Media.

„Takis“, „Hot Chip“ und das „Wolkenbrot“: Immer wieder kursieren neue Foodtrends durch Social Media.

Foto: dpa/Christoph Dernbach

Denkt man an Social Media, kommen einem Influencer in den Sinn, die aus dem Steuerparadies Dubai ihren Lifestyle verkaufen. Es wimmelt nur so von Rabattcodes für Schönheitsprodukte, Kleidung und Nahrungsergänzungsmittel. Es wird „geinfluenced“, was das Zeug hält, ein Trend jagt den nächsten. Soziale Medien, allen voran TikTok, lösen auch regelmäßig „Food-Trends“ aus. Dabei ist vor allem eines wichtig: das Essen oder wahlweise auch das Getränk muss „grammable“ sein. Das bedeutet, dass die Bilder und Videos bei Social Media (etwa Instagram, wovon der Name abgeleitet ist) für Aufsehen, Klicks und Likes sorgen. Das kann durch kuriose Zutaten, besondere Farben oder aber auch durch besondere Schärfe der Fall sein, wie ein aktueller Trend zeigt.

„Takis“ und der „Hot Chip“

Scharf, schärfer, ohnmächtig: So könnte das Motto eines aktuellen TikTok-Foodtrends heißen. Die „Takis“ der mexikanischen Marke „Barcel“ überrollen zurzeit die Plattform. Und „rollen“ ist das richtige Stichwort, denn bei „Takis“ handelt es sich um gerollte Chips auf Maisbasis. Alle Sorten sind feurig scharf, die Sorte „Blue Heat“ ist zudem noch „knallblau“ – perfekt geeignet für Social Media.

Während die „Takis“ noch bei vollem Bewusstsein genossen werden, kommt beim „Hot Chip“ teilweise sogar die Ohnmacht ins Spiel. Die gleichnamige Firma verkauft den nach eigenen Angaben schärfsten und vermutlich auch teuersten Tortillachip der Welt. Schlappe 9,90 Euro kostet exakt ein Chili-Chip auf der unternehmenseigenen Internetseite. Mit in der Lieferung enthalten: ein schwarzer Latexhandschuh, der die Hände beim Verzehr schützen soll. Der Scoville-Wert des Chips liegt zwischen 1,8 und 2,2 Millionen SHU. Die Challenge besteht darin, sich beim „Genießen“ des Chips zu filmen und das Video bei TikTok zu posten. So manchen Challenge-Teilnehmer habe der Chip laut eigener Aussage bereits an den Rand der Bewusstlosigkeit gebracht.

„Cloud Bread“ und Barbies Sauce

Eiweiß, Zucker, Maisstärke, eine Prise Salz und ein paar Tropfen blaue Lebensmittelfarbe – mehr brauchte es nicht für einen riesigen TikTok-Hype der vergangenen Monate. Das „Cloud Bread“ verdankt seinen Namen seiner „fluffigen“ Konsistenz und seiner himmelblauen Farbe. Geschmacklich keine Revolution, jedoch gar nicht so ungesund, wie es aussieht. Auf TikTok hat der „Wolkenbrot“-Hashtag „#cloudbread“ mehr als 3,6 Milliarden Aufrufe.

Die „Pink Sauce“ passt, zumindest farblich, perfekt zum „Cloudbread“. Im Sommer 2022 war die Soße überall auf TikTok zu sehen. Die Soße basiert unter anderem auf Drachenfrucht, Raps sowie Kokosnuss und passt laut ihrer Erfinderin, der TikTok-Nutzerin „Chef Pii“, wunderbar zu Chickenwings, Hotdogs und Hamburgern. Auch auf ihrem Kanal ist fast alles pink. Teile ihrer Wohnung, ihre Mahlzeiten und zeitweise auch ihre Haare. Die Soße komplettiert also ihre pinke Welt und könnte im Zuge des „Barbie“-Films ein zweites Mal die „Hype-Welle“ reiten.

Croissants – rund oder zerquetscht

Croissants sind längst ein altbekannter Klassiker am Frühstückstisch und lösen wahrlich keinen Hype mehr aus – würde man meinen. In New York löst ein flaches, rundes, gefülltes Croissant einen seit Wochen anhaltenden Ansturm auf die Bäckerei „Lafayette“ aus. Der Bäcker „Scott Cioe“ musste seine Mitarbeiterzahl von 2 auf 20 erhöhen, die Produktion wurde von nicht viel mehr als zehn Croissants auf 600 pro Tag hochgefahren – Social Media sei Dank. Ein Croissant kostet zehn Dollar – Likes haben eben ihren Preis.

Günstiger ist da der zweite Croissant-Trend, das „Crispy Croissant“. Das süß-fluffige Gebäck wird platt gedrückt und mit ein wenig Butter und Honig oder Zimtzucker in der Pfanne angebraten. Karamellisiert und knusprig kann der Croissant-Fladen zusammen mit weiteren Toppings wie Früchten, Joghurt oder Eis in den sozialen Netzwerken geteilt oder einfach gegessen werden.

Nicht alter, sondern viraler Kaffee

Cappuccino, aber andersherum. So könnte man „Dalgona Coffee“ beschreiben. Die Milch befindet sich unten um Glas und wird mit einem Kaffeeschaum aus Instantkaffee, raffiniertem Zucker und heißem Wasser garniert. Dazu werden die Zutaten zunächst mit einem Handrührgerät oder Schneebesen vermengt und aufgeschlagen und anschließend auf die Milch gegeben. Während der Corona-Pandemie schwappte der Kaffee von Südkorea aus über die sozialen Netzwerke in die Welt.

Kaffeeschaum auf Milch: „Dalgona Coffee“ ist ein umgekehrter Cappuccino.

Kaffeeschaum auf Milch: „Dalgona Coffee“ ist ein umgekehrter Cappuccino.

Foto: dpa-tmn/Zacharie Scheurer

Espresso-O, der Name ist gleichzeitig auch Rezept für diesen Kaffee-Trend: Kaffee mit Orangensaft. Eiswürfel in ein Glas geben, Espresso darüber gießen und mit Orangensaft auffüllen, das Mischverhältnis dem eigenen Geschmack anpassen. So simpel wie genial und gleichzeitig lecker? Das liegt im Auge des Betrachters auf Instagram, TikTok und Co.