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Fleischkonsum kann Brustkrebs und Herzschwäche verursachen

Neue Studien zu Fleischkonsum : Frauen erkranken an Brustkrebs, Männer an Herzschwäche

Wurst, Steak und Braten - Fleischwaren gehören in Deutschland für viele täglich auf den Tisch. Jetzt zeigen zwei neue Studien, dass der regelmäßige Konsum nicht nur eine lebensgefährliche Herzschwäche mit sich bringen, sondern auch Brustkrebs verursachen kann.

Es sind vor allem die so genannten roten Fleischwaren, vor denen Wissenschaftler wegen ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung warnen. Rind, Schwein, Lamm oder auch Wurstwaren wie Salami gehören dazu, eben jene Fleischsorten, die gerade im Sommer gerne auf dem Grill landen und bei vielen Deutschen täglich auf dem Brötchen. Wie neue Studien aus Schweden und Amerika zeigen, kann der regelmäßige Verzehr dieser Fleischsorten sowohl das Herz belasten, als auch Brustkrebs auslösen.

Hoher Fleischkonsum und Lebensweise hängen oft zusammen

Wie die US-Forscher Team um das Team von Maryam Farvid von der Harvard School of Public Health im British Medical Journal berichten, hatten sie eine große Langzeit-Studie ausgewertet an der über 20 Jahre knapp 89.000 Frauen beobachtet wurden. Die ersten Fragebögen zu ihrem Essverhalten füllten die Probandinnen 1991 aus. Damals waren sie im Durchschnitt 36 Jahre alt. In den folgenden Jahren erkrankten 2830 der Frauen an Brustkrebs.

Für die Versuchsreihe wurden die Frauen in fünf Gruppen eingeteilt, vom geringsten Fleischkonsum (0,2 Portionen pro Tag im Durchschnitt) bis zum höchsten (1,6 Portionen pro Tag im Durchschnitt). Einbezogen wurden auch Daten zu Alkoholkonsum, Alter und Rauchen. Wie sich zeigte, hatten jene Frauen, die 1991 am meisten Steak, Bratwürste und ähnliches verzehrt hatten, ein zu 22 Prozent höheres Brustkrebsrisiko, als die anderen. Zudem zeigten sie auch strapaziöse Lebensgewohnheiten, so waren Frauen mit hohem Fleischkosum in den meisten Fällen Raucher, sie hatten einen höheren BMI und hatten häufiger drei Kinder oder mehr.

Hülsenfrüchte senken das Krebsrisiko

Zudem konnten die Forscher aus den Ergebnissen einen weiteren Schluss ziehen: Wenn Frauen eine Portion Fleisch pro Tag durch Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch oder durch weißes Fleisch also Geflügel ersetzen würden, könnten sie ihre Brustkrebsrisiko um 14 Prozent senken.

Männer: Fleischkonsum steigert Risiko für Herzschwäche

Eine zweite Studie untersuchte 1997 hatten das Essverhalten von von rund 37.000 Männern zwischen 45 und 79 Jahren in den schwedischen Provinzen Västmanland und Örebro. Die Männer füllten einen Fragebogen zu ihrem Konsum von roten Fleisch aus.

Jetzt hat ein Team um die Epidemiologin Alicja Wolk vom Karolinska Institut in Stockholm die Angaben Fragebögen mit dem Schwedischen Patientenregister und dem Sterberegister des Landes verglichen. Wie sich zeigte, konnte tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Herzversagen hergestellt werden: die Männer mit dem höchsten Fleischkonsum (mehr als 75 Gramm pro Tag), hatten ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko an einer Herzmuskelschwäche zu erkranken. Die Gefahr daran zu sterben war sogar mehr als verdoppelt.

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Aufgrund der Daten konnten die Wissenschaftler außerdem errechnen, dass bereits ein bis zwei Scheiben Schinken (50 Gramm Fleisch) am Tag auf Dauer das Erkrankungsrisiko um acht Prozent und das Sterberisiko um 38 Prozent steigern können. Als Ursache sehen die Forscher vor allem, dass das Fleisch in der Regel von den Metzgern mit Nitriten, Salzen und Phosphaten vorbehandelt war.

So kann ein hoher Salzkonsum den Blutdruck erhöhen. Die Nitrate können zu einem gestörten Wasserkreislauf und zu einem erhöhtem Diabetesrisiko führen. Zudem können Phosphate den Kalzium-Stoffwechsel stören, wodurch Blutbildung, Knochen und verschiedene Stoffwechsabläufe gestört werden. Die Forscher vermuten, dass die verschiedenen Auswirkungen zusammengenommen den Körper bis hin zu einer Herzinsuffizienz schwächen können.

"Um das Risiko einer Herzschwäche und anderer Herzkrankheiten zu reduzieren, empfehlen wir bearbeitetes Fleisch zu vermeiden, und den Konsum von unverarbeitetem rotem Fleisch auf zwei Mahlzeiten pro Woche zu beschränken", sagte Dr. Joanna Kaluza, Co-Autorin der Studie. "Stattdessen ist es sinnvoll, sich von vielen Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und vermehrt von Fisch zu ernähren."

(ham)