Forscher der University of Toronto: Fast Food macht ungeduldig

Forscher der University of Toronto: Fast Food macht ungeduldig

Ithaca (RPO). Wer Fast Food isst, will damit oft Zeit sparen. Offensichtlich rufen aber schon die Logos der Fast-Food-Anbieter die Erinnerungen an Hektik und Eile hervor und lösen damit im Unterbewusstsein Ungeduld aus - selbst wenn wir eigentlich genug Zeit haben. Das hat ein kanadisches Forscherduo anhand von Experimenten herausgefunden.

Die Resultate zeigten, dass Fast Food auch unser tägliches Verhalten beeinflusse und nicht einfach nur eine ungesunde Ernährungsform sei, schreiben Chen-Bo Zhong und Sanford DeVoe von der University of Toronto im Fachmagazin "Psychological Science".

Fast Food ist eine Ernährungsform der Neuzeit - geprägt vom Bedürfnis, Zeit und Aufwand zu sparen. Sie könnte aber auch unsere Psyche und unser Verhalten verändern, vermuteten die Wissenschaftler. In einem ersten Experiment erblickten Versuchsteilnehmer für Millisekunden Fast-Food-Symbole auf einem Bildschirm, ohne diese aber in der kurzen Zeit bewusst wahrnehmen zu können.

Die daran anschließende Leseaufgabe erledigten sie in deutlich höherer Geschwindigkeit als eine Kontrollgruppe, bei der nur schwarze Rechtecke auf dem Bildschirm erschienen waren. Das zweite Experiment untersuchte die Vorliebe für zeitsparende Produkte wie zum Beispiel ein Duschgel für Haare und Körper.

Nachdem sich die Probanden an einen Aufenthalt in einem Fast-Food-Restaurant erinnert hatten, wählten sie vermehrt die zeitsparenden Produkte aus - ein weiterer Hinweis dafür, dass Fast Food Ungeduld oder ein Gefühl von Zeitdruck auslöst.

  • Tipps für gesünderes Fast Food

Ungeduld bei Fast Food

Das letzte Experiment untersuchte schließlich die Verbindung zwischen Fast Food und dem Geldsparen: Wenn jemand Geld spart, tut er nämlich nichts anderes, als zugunsten eines höheren späteren Gewinnes auf eine sofortige Bedürfnisbefriedigung zu verzichten. Das erfordert Geduld. Im Experiment mussten die Versuchspersonen unterschiedliche Logos anschauen, darunter auch solche von Fast-Food-Ketten, die bei einer Kontrollgruppe fehlten.

Wiederum zeigten die Personen, die mit Fast Food konfrontiert wurden, bei der darauf folgenden Entscheidungsfrage eine Form der Ungeduld: Sie zogen nämlich eine direkte Bezahlung eines kleineren Betrags der späteren Bezahlung eines höheren Betrags vor.

Offensichtlich kann das Gefühl des Zeitdrucks oder der Ungeduld also auch dann auftauchen, wenn es völlig unsinnig ist. "Das Problem ist, dass das Gefühl, Zeit sparen zu müssen, automatisch über das Unterbewusstsein ausgelöst wird, wenn wir mit Fast Food konfrontiert werden - auch wenn kein Grund dafür besteht und wir gerade im Park einen Spaziergang machen", erklärt Chen-Bo Zhong.

(DDP/nbe)