Studie zum Thema Ernährung: Essen ist für Deutsche Nebensache

Studie zum Thema Ernährung : Essen ist für Deutsche Nebensache

Nur noch in der Hälfte der deutschen Haushalte wird täglich gekocht, jeder Dritte unter 25-Jährige isst stattdessen unterwegs eine Kleinigkeit. Nur für jeden Zweiten hat die Ernährung noch einen hohen Stellenwert.

Das hat eine am Freitag in Berlin veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse gezeigt. Bei etwa einem Drittel der Befragten läuft beim Essen dagegen der Fernseher oder Computer. Vor allem jüngere Menschen essen oft mit der Gabel in der einen und dem Smartphone in der anderen Hand, beklagen die Autoren der Studie. Währenddessen würde zusätzlich noch der Fernseher laufen. Bei vier von zehn jungen Erwachsenen verkomme das Essen dadurch zur Nebensache.

Der Herd bleibt oft kalt

Täglich gekocht wird nur in jedem zweiten Haushalt. In jeder dritten Familie wird immerhin drei- bis fünfmal pro Woche ein Essen selbst zubereitet. Beim Rest bleibt der Herd meist kalt. Stattdessen kommen immer öfter schnelle Fertiggerichte auf den Tisch. Im Durchschnitt greifen vier von zehn Menschen mindestens ein- bis zweimal in der Woche zu Tütensuppe oder Tiefkühlpizza.

Die meisten essen laut Studie nach dem Motto: Hauptsache, es schmeckt. 45 Prozent ist es am wichtigsten, dass ein Essen lecker ist. Deutlich weniger, nämlich 35 Prozent, legen Wert auf gesunde Kost. Die größte Hürde auf dem Weg zu einer gesünderen Ernährung ist die tickende Uhr: Die Hälfte der Bevölkerung nennt fehlende Zeit und Ruhe als Hauptgrund - von den unter 25-Jährigen sogar fast drei Viertel.

Gesunde Ernährung und der Beruf

Bei den Geringverdienern gibt zudem mehr als jeder dritte fehlendes Geld als Hindernis an. Oft siege aber schlichtweg der "innere Schweinehund" gegen die guten Vorsätze, meinen die Autoren der Studie.

Allerdings fällt es vielen Menschen tatsächlich schwer, eine gesunde Ernährung mit ihrer Arbeit zu vereinbaren. "Ein Drittel aller Berufstätigen beklagt, dass eine gesunde Ernährung bei seiner Arbeit schlichtweg nicht möglich ist", erklärte Forsa-Chef Manfred Güllner. Hauptprobleme seien die begrenzte Auswahl und der Zeitdruck. Vier von zehn Berufstätigen geben an, dass sie bei der Arbeit nicht viel essen, dafür dann aber abends zu Hause umso reichlicher. Forsa befragte im Januar 1000 Erwachsene zu ihrem Essverhalten.

(AFP/anch/csi)