Ernährung: Wie Eltern ihre Kinder zu dicken Erwachsenen machen

Ernährungserziehung: Wie Eltern ihre Kinder zu dicken Erwachsenen machen

Weltweit sind mehr als 124 Millionen Kinder extrem dick, das ergab eine aktuelle Studie der Weltgesundheitsorganisation. Doch wie entsteht das falsche Essverhalten? Wir erklären, wie Eltern ihre Kinder zum Dicksein erziehen.

Kalte Pommes in der Pausendose, eingeschweißte Schokohörnchen oder Milchschnitten als Snack für zwischendurch — dass das nicht gesund sein kann, hält mancher für Allgemeingut. Doch das ist es nicht. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die Zahl der fettleibigen Kinder in vier Jahrzehnten verzehnfacht:1975 waren weltweit etwa elf Millionen Fünf- bis 19-Jährige fettleibig, im vergangenen Jahr stieg diese Zahl auf 124 Millionen.

Susanne Fischer ist als Ernährungsberaterin in Grundschulen unterwegs. Sie unterstützt dort Projekte zur Gesundheitsförderung und macht mit Drittklässlern einen Ernährungsführerschein. Was die Kinder dort zeigen und erzählen, hat oft eher mit schnellem Abspeisen zu tun, als mit bewusster Ernährung. "Dabei sind die Kinder in Sachen Ernährung so neugierig und begeisterungsfähig", sagt sie. Hier erfahren Sie, zu welchen neuen Kindererkrankungen Übergewicht führt.

Das ist die eine Hälfte. Die andere ist: Die Begeisterung des Nachwuchses für würzige Kräuter und Gemüsesticks mit Dip hält sich oft in Grenzen. Die Folge: In jeder Schulklasse, die Fischer besucht, sitzen mindestens drei oft auch mehr übergewichtige Kinder. Das entspricht den Ergebnissen der KiGGS-Studie zur Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen: 15 Prozent aller Grundschulkinder sind übergewichtig. 6,4 Prozent von ihnen sogar so schlimm, dass es behandlungsbedürftig ist.

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Der Anteil übergewichtiger Kinder und Jugendlicher hat sich gegenüber den 1980er- und 1990er-Jahren um 50 Prozent erhöht. Inzwischen sind Ernährungsexperten wie Mathilde Kersting von der Ruhr-Uni Bochum froh, dass die Zahl nicht weiter steigt. Prävention wäre wichtig, sagt sie. Denn wenn die Ernährung einmal falsch läuft, gräbt sich das tief ins Gedächtnis. Einen ungesunden Lebensstil wieder umzukehren, sei fast aussichtslos. Als Geschäftsführerin des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund (FKE) kennt sie die Studien, die das belegen.

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(wat)
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