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Essen gegen die klirrende Kälte: Diese Speisen wärmen von innen

Essen gegen die klirrende Kälte : Diese Speisen wärmen von innen

Düsseldorf/Mönchengladbach (RPO). Wer glaubt, ein Pfefferminztee sei genau das Richtige für kalte Tage, liegt falsch: Minze wirkt kühlend auf den Körper. Andere Speisen dagegen wärmen von innen, wenn man den Ideen der traditionellen chinesischen Medizin folgt. Wärme von Innen, die können wir brauchen, wenn sich die Sonne nicht zeigen will.

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) unterteilt Lebensmittel in kühlende und wärmende Speisen. Yin und Yang, Kälte und Wärme, werden als unterschiedliche Energieträger verstanden, die man dem Körper möglichst ausgeglichen zuführen sollte. Nach dieser Vorstellung kann auch eine heiße Speise kühlend wirken. Pfefferminz- und Kamillentee sowie schwarzen und grünen Teesorten spricht die Traditionell chinesische Medizin diese Eigenschaften zu. Andere Lebensmittel hingegen sorgen für wohlige Wärme von innen.

Speisen können ausgleichen

Mit sinkenden Temperaturen im Herbst und Winter ist es nach diesem ganzheitlichen Ansatz wichtig, seinen Wärmehaushalt richtig zu regulieren. Dreh- und Angelpunkt ist bei der TCM die so genannte "starke Mitte". Gemeint ist damit ein gut funktionierender Verdauungsapparat. Durch falsche Ernährung kann dieser geschwächt werden. Das führt dazu, dass wir uns nicht mehr wohl fühlen. Darum ist die TCM im Gegenspiel der Speisen stets auf Ausgleich bedacht.

Frostbeulen sollten wärmend essen

Wer friert, der sollte wärmende Speisen zu sich nehmen. Umgekehrt kann der, dem zu warm ist, sich durch die Ernährung von innen kühlen. "Keinesfalls sollten Menschen, die zum Beispiel hohen Blutdruck haben, oder von Hitzewallungen geplagt sind noch zusätzlich Speisen zu sich nehmen, die zusätzlich für Wärme von innen sorgen", erklärt Dr. Marie Wittmann. Sie ist Ärztin in Mönchengladbach und arbeitet im Schwerpunkt mit TCM. Meiden sollten diese "Heißblüter" das, was die Frostbeulen eben erst anheizt, nämlich: tiefgrüne Kohlsorten, Lamm- und Rehfleisch oder Gewürze wie Paprika, Rosmarin oder Kurkuma.

Chili nicht für jeden gut

Chili zählt zu den heißen Speisen und ist ein No-Go für diese Menschen. Helfen kann es hingegen allen anderen, die eine Erkältung haben. Scharfe Gewürze wie Chili, Curry, Knoblauchgranulat und getrockneter Ingwer geben nur kurzfristige Hitzeimpulse, genauso wie Alkohol. Nach diesen "heißen" Genüssen kühlt man schnell wieder aus. Besser ist deswegen eine ausgewogene Ernährung mit warmen Speisen. Und wer gerade in der Erkältungszeit auf den Pfefferminztee nicht verzichten möchte, sollte ihm zumindest Fenchel beimischen — der hat nämlich eine stark wärmende Wirkung. Als Getränke empfiehlt die Medizinerin allerdings lieber reine Tees aus Fenchel, Anis, Kümmel, Vanille oder aber Kaffee.

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Grünes Gemüse wärmt

Gedünstetes Gemüse wie zum Beispiel alle grünen Gemüsesorten oder Kartoffeln, wärmen den Körper von innen. Auch Lamm-, Rind- und Hühnerfleisch sind Wärmespender. Freunde süßer Genüsse können einen Bratapfel zubereiten: An sich ist zwar der Apfel kein wärmendes Lebensmittel, durch Rosinen, Koriander, Kardamon, Ingwer und Zimt angereichert ist dieses Gericht jedoch genau das Richtige für kalte Herbst- und Wintertage. "Die Zubereitung im Backofen macht ihn ähnlich wie das Dünsten von Speisen bekömmlich. Das stärkt unsere Mitte", erklärt Dr. Marie Wittmann.

Obst und Rohkost machen kalt

Obst und Rohkost sind für Dauerfröstler eher ungeeignet, denn ihre Verdauung bindet viel Energie und die fehlt dann im Herbst und Winter für die Wärmeproduktion. Ruth Rieckmann, die als Ernährungsberaterin in Bonn arbeitet, sieht jedoch die Ernährung eher pragmatisch: "TCM ist für die meisten Oecotrophologen ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei ergänzen sie sich ganz gut. Ich rate Patienten oft aus dem einen wie anderen Bereich etwas zu." Mandarinen sind als Zitrusfrucht zwar nach TCM kühlend, doch in den Wintermonaten tut es auch mal gut, sich einen Vitaminschub zu gönnen. Die Mandarine ist laut Rieckmann außerdem die wärmste der Zitrusfrüchte.

Probieren, was einem gut tut

Wer sich beim Einkauf und Kochen an die saisonalen Produkte hält, der liegt nach Auffassung der Oecotrophologin aus Bonn nicht falsch: Die gesunde Mischung macht es. Allerdings darf im Winter der Rohkostsalat mal etwas kleiner sein und dafür können öfter mal Aufläufe, Eintöpfe oder ein leckerer Braten mit Rotwein auf den Tisch. Am besten ist, so sind sich die Fachleute einig, man probiert es selber aus. So lässt sich leicht herausfinden, welche der Expertenratschläge einem selber gut tun. Hier finden Sie viele wärmende Speisen und auch Rezepte im Überblick.