Gesund beim Trinken: Der große Mineralwasser-Check

Gesund beim Trinken: Der große Mineralwasser-Check

Wasser ist für den Menschen überlebenswichtig. Aber nicht alle Trinkwasser sind gleich. Wer beim Kauf zum falschen Produkt greift, riskiert Herz- und Nierenprobleme. Lesen Sie hier, welche Inhaltsstoffe bei Mineralwasser zu beachten sind.

Obwohl der Mensch zu bis zu 80 Prozent aus Wasser besteht, kann er keine Wasserreserven bilden. Die Flüssigkeit, die der Körper für die Umsetzung biologischer Prozesse braucht, müssen deshalb über die Nahrung und übers Trinken aufgenommen werden. Rund zwei Liter Mineralwasser, Saft oder Tee sind laut Ärzte und Ernährungswissenschaftler notwendig, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Doch obwohl jedes Wasser auf den ersten Blick gleich aussieht, unterscheiden sich die Produkte stark.

Verschiedene Wassersorten

Mineralwasser Den größten Unterschied macht beim Trinkwasser die Abfüllung. Mineralwasser etwa, muss direkt aus der Quelle gewonnen und abgefüllt werden. Es handelt sich dabei um Regenwasser, das langsam durch verschiedene Gesteinsschichten in die Tiefe gesickert ist, und dabei Mineralien aus dem Felsen gewaschen hat. Je nach Konzentration der Mineralien im Wasser, erhält die Flüssigkeit ihren individuellen Geschmack. Mineralwasser wird in Deutschland amtlich zugelassen, einzig erlaubte Änderungen ist das Untermischen von Kohlensäure und der Entzug von Schwefel und Eisen.

Mineralwasser kann auch verunreinigt sein - hier finden Sie Infos dazu.

Quellwasser stammt wie Mineralwasser direkt aus der Quelle. Es muss jedoch keine Mineralien enthalten.

Tafelwasser ist künstlich hergestellt und basiert meistens auf Leitungswasser dem Zusätze wie Meersalz, Kohlensäure und Mineralstoffe beigemengt sind.

Sodawasser enthält mindestens 570 Milligramm Natrium pro Liter.

Heilwasser ist ein reines Mineralwasser, das zusätzlich heilende, krankheitslindernde Wirkung hat. Es zählt nicht zu den Lebensmitteln, sondern fällt unter das Arzneimittelgesetz, da seine Wirkung wissenschaftlich nachgewisen ist. Trotzdem ist es nicht verschreibungspflichtig und kann dauerhaft genutzt werden.

Leitungswasser stammt Größtenteils aus Grundwasser, außerdem aus Oberflächenwasser aus Seen und Flüssen. Da es manchmal mit chemischen Produkten aus der Landwirtschaft in Berührung kommt, muss es in manchen Fällen speziell gereinigt werden.

Eine Flüssigkeit, viele Inhaltsstoffe

Welche Inhaltsstoffe ein Wasser hat, macht sich zunächst am Geschmack bemerkbar. Mineralwasser mit hohen Werten an Mineralien wie Natrium und Kalium, schmeckt "salziger". Ein als "natriumarm" gekennzeichnetes Wasser dagegen, schmeckt milder.

Da Mineralien wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Chlorid jedoch nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf verschiedene biologische Prozesse im Körper einwirken, sollten Menschen die gesundheitlich vorbelastet sind, beim Kauf von Mineralwasser wählerisch sein.

  • Hintergrund : Bluthochdruck - Das können Sie selbst tun

Eine überhöhte Dosis von Natrium und Kalium im Trinkwasser beispielsweise, kann bei Patienten mit entsprechender Vorgeschichte stark erhöhten Blutdruck oder Nierenproblemen auslösen. Denn diese Mineralien sind Salze, die zum einen den Wasserhaushalt im Körper beeinflussen, zum anderen auch an die Regulation des Blutdrucks gekoppelt sind. Ärzte empfehlen deshalb häufig "natriumarmes" Wasser zu trinken.

Ausreichend versorgt

Da der Körper durch die täglich Nahrung mit den meisten Mineralstoffen versorgt wird, ist eine zusätzlich Aufnahme durch das Wasser nicht unbedingt nötig. Auf der anderen Seite kann man die Mineralstoffdosierung im Wasser gezielt nutzen, um medizinisch auf den Körper einzuwirken.

Magnesium etwa ist vor allem für Sportler von Bedeutung. Das Mineral ist wichtig für die Muskulatur und beugt Krämpfen vor. Eine hohe Magnesium-Konzentration im Wasser kann deshalb gerade nach anstrengender körperlicher Aktivität sinnvoll sein. Das gleiche gilt für Kalium, Chlorid und Calcium.

Mit dem Trinkwasser lässt sich außerdem der Säure-Basen-Haushalt des Körpers steuern. Dafür sollte man zu Wasser mit hohem Anteil an Hydrogencarbonat greifen, das bedeutet mindestens 600 Milligramm pro Liter - es reguliert den pH-Wert des Blutes.

Richtiges Trinken in jedem Alter

Vor allem für Senioren kann eine Mineralisierung über das Trinkwasser sinnvoll sein. Calciumreiches Mineralwasser (mindestens 150 Milligramm pro Liter) etwa, sorgt für stabilere Knochen und Zähne, und wirkt somit prophylaktisch gegen Osteoporose.

Trinkwasser, das für Babys genutzt wird, unterliegt dagegen besonderen Auflagen. Darauf sollte ein Etikett zu finden sein, auf dem "Geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung" steht. Das Wasser enthält dann weniger als 20 Milligramm Natrium pro Liter und unter 10 Milligramm Nitrit.

Gesunde Erwachsene müssen zwar nicht auf die Inhaltsstoffe des Wassers achten, aber darauf, dass genügend Flüssigkeit über den Tag zu sich genommen wird. Nach Möglichkeit sollten eineinhalb bis zwei Liter Wasser täglich getrunken werden. Situationen wie trockenen Büroluft oder Krankheit sorgen jedoch dafür, dass sich der tägliche Flüssigkeitsbedarf erhöht.

Vorsicht vor schadstoffhaltigem Wasser

Aber nicht nur gesunde Stoffe können in Wasser vorkommen, auch Schadstoffe sind oftmals darin enthalten. Verbraucherschützer wie "Stiftung Warentest" nehmen deswegen regelmäßig die gängigsten Mineralwasssersorten unter die Lupe. Getestet wird der Mineralstoffgehalt und das Vorkommen von Giftstoffen und Keimen.

Zu den schädlichsten Stoffen im Wasser gehört das radioaktive Uran. Schon in geringen Mengen, kann es Leber und Niere schädigen. Auch das krebserregende Arsen kann in Mineralwasser vorkommen. Aus diesem Grund sollten Verbraucher, die regelmäßig zu einem bestimmten Produkt greifen, darüber genauere Informationen von Verbraucherschützern einholen. Erst im Juni 2012 hat Stiftung Warentest die gängigsten Mineralwasser einer großen Prüfung inklusive mikrobiologischer Untersuchung unterzogen.

Hier geht es zur Infostrecke: Diese Mineralstoffe sind im Wasser

(ham)