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Whiskey: Herkunft, Geschmack und Rezepte - das müssen Sie wissen

Jahrhundertealte Spirituose : Das müssen Sie über Whiskey wissen

Egal ob als Single Malt oder im Cocktail: Der Whiskey ist seit hunderten von Jahren ein beliebter Drink. Wir verraten, woher er kommt, wie er schmeckt und welche Unterschiede es zwischen den verschiedenen Sorten gibt.

Wer in Irland mehr über die Entstehungsgeschichte von Whiskey erfahren will, wird wahrscheinlich früher oder später bei St. Patrick landen. Wie bei den meisten Geschichten steht der Heilige am Anfang. Denn nicht nur hat er den Iren die Dreifaltigkeit an einem Kleeblatt erklärt - er und seine Mönche haben vermutlich auch Gerätschaften mitgebracht, mit denen sich später Whiskey herstellen ließ. Und schließlich ist er auch dafür verantwortlich, dass in Irland und Schottland Klöster entstanden. Und dort wurde in den folgenden Jahren nicht nur gebetet, sondern auch destilliert.

So will es zumindest die irische Legende. Ganz anders klingt die Geschichte in Schottland. Klar ist: Whiskey erfreut sich seit Hunderten von Jahren großer Beliebtheit. Und es gibt immer mehr Destillerien. So kann man mittlerweile wählen, ob der Whiskey aus Irland, Schottland, den USA, Kanada oder sogar Japan kommen soll. Man kann darüber fachsimpeln, ob der Single Malt wirklich der beste ist oder ob Blends zu Unrecht früher verschrien waren. Den Whiskey selbst kann man pur, on the rocks oder im Cocktail trinken. Und man kann natürlich immer mehr über das Destillat erfahren: woraus genau es besteht, wo die Ursprünge liegen, woran ein guter Whiskey erkennbar ist – und warum er manchmal Whiskey und manchmal Whisky heißt. Wir verraten es.

Was ist Whiskey?

Whiskey ist eine Spirituose, die aus Getreide gebrannt wird. Häufig, zum Beispiel für die Single Malts, wird Gerste dafür verwendet. Aber es gibt auch Whiskey aus Mais, Roggen und anderem Getreide. „Der Unterschied zu vielen anderen Spirituosen ist, dass Whiskey für mindestens drei Jahre in einem Holzfass reifen muss, damit er sich überhaupt Whiskey nennen darf“, erklärt Alexander Fink von Blog Whiskytasters.

Wie viel Prozent Alkohol hat Whiskey?

Damit sich eine Spirituose Whiskey nennen darf, muss sie mindesten 40 % vol. Alkohol haben. Es gibt aber auch Whiskeys mit höherem Alkoholgehalt, bis hin zu etwa 65 % vol.

Wie lange ist Whiskey haltbar?

„Hier muss man zwischen geöffneten und geschlossenen Flaschen unterscheiden“, sagt Whiskey-Blogger Alexander Fink. „Geschlossene Flaschen sind theoretisch unbegrenzt haltbar. Der Korken, der die Flasche verschließt, ist allerdings nicht zu hundert Prozent dicht. Das bedeutet, dass über Jahre oder Jahrzehnte der Füllstand der Flasche abnimmt.“ Aber auch ein sehr alter Whiskey ist noch gut – und in vielen Fällen sogar besonders begehrt. Nicht umsonst kostet ein 15 Jahre alter Single Malt in der Regel mehr als ein zehn Jahre alter.

Aber was, wenn die Flasche schon offen ist? „Bei bereits geöffneten Flaschen reagiert der Sauerstoff mit dem Whiskey. Das kann zu einer Veränderung im Geschmack führen. Die Veränderung ist aber meistens kaum merkbar und findet auch erst nach einigen Monaten nach der Öffnung statt“, sagt Fink. Trinkbar bleibt der Whiskey trotzdem, auch, wenn sich der Geschmack verändert – Alkohol ist ein gutes Konservierungsmittel und Whiskey ein hochprozentiges Getränk.

Was sollte man bei Whiskey beachten?

Es gibt mittlerweile zahlreiche Whiskey-Varianten und Sorten. Welche davon die beste ist – das ist vor allem Geschmackssache. „Man sollte zunächst also einmal wissen, in welche Richtung der Whiskey gehen soll. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob man einen milden, fruchtigen irischen Whiskey im Glas hat, oder einen kräftig getorften schottischen Single Malt“, sagt Whiskey-Blogger Alexander Fink. „Außerdem sollte man sich überlegen wie man den Whiskey trinken will. Für Cocktails oder zum Mixen empfiehlt sich ein Blended Whiskey. Zum pur Genießen ist dann meistens ein schöner Single Malt die bessere Wahl.“

Wer ganz unsicher ist, kann sich beim Barkeeper oder Whiskey-Händler seines Vertrauens beraten lassen. Um herauszufinden, welcher Whiskey der persönliche Liebling ist, kommt man um eine Sache nicht herum: Das Probieren

Wie trinkt man Whiskey am besten?

Auf Eis, pur oder mit ein paar Tropfen Wasser – wie Whiskey am besten getrunken werden sollte, ist vor allem eins: Geschmackssache. Während einige ihren Whiskey am liebsten eisgekühlt trinken, raten andere dringend davon ab. Sie sind überzeugt: Die Aromen können sich durch die Kälte nicht richtig entfalten. Sie bevorzugen ihren Whiskey bei Zimmertemperatur. "Gute, alte Single Malts sollte man am besten pur und ohne Eis genießen. Dadurch kann man am besten die komplexen Aromen herausschmecken", sagt Alexander Fink vom Blog Whiskytasters.

Einige Whiskey-Liebhaber geben ein paar Tropfen Wasser dazu, weil das den Geschmack ihrer Meinung nach richtig zur Geltung bringen soll.

Irisches Hausmittel: Heißer Whiskey

Bei der Temperatur, mit der der Whiskey serviert wird, sind keine Grenzen gesetzt. So wird in Irland bei Erkältung oder Schlaflosigkeit auch mal heißer Irish Whiskey als Hausmittel gereicht. Allerdings wird hier kein purer erhitzter Whiskey serviert. In der Regel wird er mit Zitrone, Nelken und Honig oder Zucker gemischt. Ist der pure heiße Whiskey für den Betroffenen zu stark, kann er auch mit heißem Wasser gemischt werden.

Womit kann man Whiskey mischen?

Theoretisch mit allem. Das bestätigt Whiskey-Kenner Alexander Fink: "Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass man Whiskey mit allem mischen kann, was einem schmeckt." Beliebt sind Cola, Limonade oder Ginger Ale, einige mischen ihren Whiskey auch gerne mit viel Wasser.

Trotzdem sollte nicht jeder Whiskey gemischt werden. Fink empfiehlt, teure oder spezielle Single Malts pur zu genießen und für das Mischen zu harmonischen und eher einfach zu trinkenden Varianten wie Blended Whiskey zu greifen.

Beliebt beim Mischen ist der amerikanische Bourbon. Nicht zuletzt, da während der Prohibition in den USA das Cocktail-Geschäft boomte. Nie wurde so viel Alkohol getrunken wie in der Zeit, in der er in den Prohibitions-Staaten verboten war. Das Cocktail-Geschäft boomte, und bis heute sind Cocktails in Amerika weiter verbreitet als in Europa. Im folgenden stellen wir die drei wichtigsten Whiskey-Cocktail-Klassiker vor.

Old Fashioned

Old Fashioned bedeutet altmodisch. Der Cocktail heißt so, weil es ihn schon sehr lange gibt. Bereits im 19. Jahrhundert wurde dieser Klassiker getrunken, damals unter dem Namen Whiskey Cocktail. Da dieser Shortdrink mehr oder weniger der Urform des Cocktails entspricht, sollte jeder, der sich mit Whiskey oder Cocktails beschäftigt, diesen Drink, der übrigens nichts für Zartbesaitete ist, kennen. Serviert wird er stilecht in einem Old-Fashioned-Glas, ein kleineres Glas tut es aber auch. Hier kommt das Rezept der International Bartenders Association, die weitgehend der Version aus den 19. Jahrhundert entspricht:

Zutaten:

  • Bourbon oder Rye Whiskey
  • Angosturabitter (ein Cocktailbitter, der wegen seines bitteren Geschmacks auch während der Prohibition in Amerika erlaubt war)
  • Zuckerwürfel
  • Eis
  • Cocktailkirsche
  • Orangenschale

Zubereitung:

Zuckerwürfel in Old-Fashioned-Glas geben und mit ein paar Spritzern Angosturabitter tränken. Ein paar Spritzer Wasser hinzugeben und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Das Glas mit Eiswürfeln auffüllen, 45 ml Whiskey hinzugeben und umrühren. Mit Orangenschale und Cocktailkirsche garnieren.

Whiskey Sour

Auch der Whiskey Sour ist ein Klassiker – Sours können auch mit anderen Spirituosen angemischt werden. Wer mag, kann Eiweiß in den Drink geben, dann wird er Boston Sour genannt. Auch der Whiskey Sour ist ein alter Cocktail, der bereits im 19. Jahrhundert serviert wurde. Zur Herstellung braucht man einen Cocktail Shaker. Das Rezept nach der International Bartender Association sieht folgendermaßen aus:

Zutaten:

  • Bourbon
  • Frischer Zitronensaft
  • Zuckersirup
  • Eis

Zubereitung:

45 ml Bourbon, 30 ml Zitronensaft und 15 ml Zuckersirup zusammen mit Eis in den Shaker geben und gut schütteln, dann in ein gekühltes Glas geben. Wer mag, kann für einen Boston Sour ein Eiweiß mit in den Shaker geben.

Manhattan

Von diesem Drink mit süßem Wermut gibt es zahlreiche Varianten. Auch dieser Cocktail lässt sich bis 1870 zurückverfolgen. Es gibt zahlreiche Varianten, wir halten uns wieder an die Empfehlung der International Bartenders Association.

Zutaten:

  • Rye Whiskey (viele benutzen als alternative Variante auch kanadischen Whisky)
  • Süßer roter Wermut
  • Angosturabitter

Zubereitung: 50 ml Rye Whisky, 20 ml Wermut und ein paar Spritzer Angosturabitter mit Eis schütteln und das Getränk in ein Cocktailglas gießen.

Wie wird Whiskey hergestellt?

Die Whiskey-Herstellung besteht aus vier Teilen:

  • Vorbereitung des Getreides
  • Gärung
  • Destillation
  • Lagerung

Vorbereitung des Getreides

Als erstes muss die Gerste zum Keimen gebracht werden. Dazu werden die Körner auf dem Malzboden verteilt und eingeweicht. Die Gerste beginnt, zu fermentieren. Die in ihr enthaltene Stärke wird in Zucker zerlegt. Während des Vorgangs werden die Körner regelmäßig gewendet, damit sie gleichmäßig keimen.

Der Keimungsvorgang dauert in etwa fünf Tage. Danach wird die Gerste auf Roste gelegt und mit Heißlust getrocknet. Soll der Whiskey torfig werden (wie zum Beispiel bei vielen Scotch-Sorten), wird die Gerste über einem Torffeuer getrocknet.

Das fertige Malz wird im Anschluss dreimal gemahlen und mit heißem Wasser gemischt, um den Zucker zu extrahieren.

Gärung

Die entstandene Zuckerlösung wird, nachdem sie abgekühlt ist, mit Hefe gemischt. Die Mischung bleibt zwei bis vier Tage zur Gärung stehen. Die Hefe verwandelt den Zucker in Alkohol und Kohlenstoffdioxid. Das fertige Produkt, Wash genannt, hat einen Alkoholgehalt von etwa neun Prozent.

Destillation

Der Wash wird nun in der Destille destilliert. Er wird erhitzt, der Alkohol verdampft und wird in einen Kondensator geleitet, kühlt ab und wird wieder flüssig. Der Vorgang wird für Single Malts mindestens zweimal wiederholt. Je öfter destilliert wird, desto höher ist der Alkoholgehalt.

Lagerung

Jetzt kommt Farbe ins Spiel. Denn bisher ist der Whiskey klar. Dadurch, dass er mindestens drei Jahre in einem Fass gelagert wird, erhält er die bräunliche Tönung – und noch mehr Geschmack. Die meisten Aromen kommen bei der Lagerung hinzu.

Was ist der Unterschied zwischen Whisky und Whiskey?

Wie heißt es denn nun? Whiskey oder Whisky? Und wo liegt der Unterschied? Ist eins falsch und eins richtig? Wer sich zum ersten Mal mit dem Getränk beschäftigt, kommt schnell ins Grübeln. Dabei lässt sich vereinfacht sagen: Der Schottische Whisky schreibt sich ohne "e". Das gilt auch für den japanischen und den kanadischen Whisky. Der Irish Whiskey und viele Bourbon Whiskeys schreiben sich mit "e".

Warum das so ist – dazu gibt es viele Theorien. Die Jamesons Destillerie in Irland ist der Sache nachgegangen und im Archiv auf eine Antwort gestoßen. Denn auch in Irland gab es lange Zeit den Whisky ohne "e". Im 19. Jahrhundert starteten die Destillerien in Dublin eine Image-Kampagne, um hervorzuheben, dass ihr Destillat den anderen überlegen sei. Erkennbar sei dieser überlegene Whiskey durch die Schreibweise mit "e". Dass sich heute alle Irish Whiskeys mit "e" schreiben, ist noch relativ neu. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entschlossen sich die irischen Destillerien, zusammenzuarbeiten und eine gemeinsame Schreibweise zu verwenden.

Allerdings unterscheidet sich das irische „Lebenswasser“ nicht nur in der Schreibweise von den anderen Sorten. Bei irischen Whiskey kommt sowohl gemälzte als auch ungemälzte Gerste zum Einsatz. Auch das Trocknen über dem Torffeuer, das vielen Scotch Whiskys ihr torfiges Aroma verleiht, entfällt beim Irish Whiskey. Stattdessen entfaltet sich hier der Geschmack der Gerste. Das dreifache Destillieren sorgt zudem dafür, dass der Alkoholgehalt im irischen Whiskey höher ist als der im Scotch.

Wie viele Whiskey-Sorten gibt es?

Das kommt darauf an, wie man unterscheidet. Geht man geografisch vor, gibt es drei Sorten mit langer Geschichte:

  • Irish Whiskey
  • Scotch Whisky
  • Amerikanischen Bourbon

Alle drei unterscheiden sich im Geschmack, was auch an den verschiedenen genutzten Zutaten liegt. Mittlerweile bekommen die drei Konkurrenz, zum Beispiel vom japanischen Whisky. Auch in anderen Ländern wird Whiskey hergestellt. Das macht eine Kategorisierung nach Ländern unübersichtlich. Zum Glück geht es auch anders, wenn man nach der Herstellungsart unterscheidet. Das macht Alexander Fink in seinem Blog Whiskytasters. Er unterscheidet sechs Sorten:

Grain: Diese Sorte wird fast ausschließlich für Blended Whiskeys verwendet. Der Grain Whiskey wird aus Weizen, ungemälzter Gerste und teilweise aus Hafer, Roggen und Mais hergestellt.

Blended Whiskeys: Blended Whiskeys sind Mischungen verschiedener Whiskeys. Das Ergebnis schmeckt immer gleich, zum Beispiel bei Johnnie Walker.

Rye: Rye ist englisch für Roggen – woraus dieser Whiskey zum Großteil hergestellt wird. Ein Rye Whiskey muss einen Roggenanteil von mindesten 51 Prozent haben.

Bourbon: Dieser Whiskey ist in den USA geläufig, kann aber auch anderswo herkommen. Bourbon Whiskey besteht aus Mais. Auch hier gilt wieder: Der Mais-Anteil muss bei mindestens 51 Prozent liegen, damit sich der Whiskey Bourbon nennen darf.

Corn: Beim Corn Whiskey ist der Mais-Anteil noch um einiges höher als beim Bourbon. Corn Whiskey muss zu mindestens 80 Prozent aus Mais bestehen.

Malt: Malt Whiskey, auch Single Malt genannt, ist ein Whiskey, der ausschließlich aus gemälzter Gerste besteht.

Wann wurde der erste Whiskey produziert?

Destillierten Alkohol gibt es schon lange, sogar die alten Ägypter sollen ihn getrunken haben. Noch heute gibt es ihn in verschiedenen Formen: Wodka, Cognac, Gin – und eben auch Whiskey. Wer den ersten Whiskey gebrannt hat, ist umstritten. Während die Iren sicher sind, die ersten gewesen zu sein, steht für die Schotten fest: Als erstes gab es Scotch Whisky. Der Name kommt tatsächlich aus dem Gälischen. Er soll sich von „Uisge Beatha“ ableiten. Uisge bedeutet Wasser, Beatha Leben. Der Name "Lebenswasser" ist geläufig für Spirituosen. Auch Aquavit bedeutet Lebenswasser.