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Deutsche stehen auf Gefrorenes: 40 Kilogramm Tiefkühlkost im Jahr

Deutsche stehen auf Gefrorenes : 40 Kilogramm Tiefkühlkost im Jahr

In den Vereinigten Staaten wird am (heutigen) Dienstag der Tag der Tiefkühlkost begangen. Seit ihrem Verkaufsstart am 6. März vor 82 Jahren sind die gefrorenen Lebensmittel nicht nur in Amerika gefragt. Jeder Deutsche hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 40,4 Kilogramm Tiefkühlkost gegessen.

Das schätzt die Referentin des Deutschen Tiefkühlinstitutes und Ernährungswissenschaftlerin, Stefanie Hoppe. 2010 seien es noch 40,2 Kilogramm gewesen. Verkaufsschlager unter den gefrorenen Lebensmitteln im Supermarkt waren Fertiggerichte, Gemüse und Pizza. Bei Großverbrauchern belegten Backwaren den ersten Platz. Die Zahlen für das Jahr 2011 werden erst im April bekanntgegeben.

Es spreche sich herum, dass gefrorenes Obst und Gemüse gesund seien. "Vitamine und Mineralstoffe bleiben zum Teil besser erhalten, als im frischen Gemüse", sagt Hoppe. Denn das Gemüse aus dem Supermarkt habe schon einen längeren Transportweg hinter sich, bevor es beim Kunden ankomme.

Das Tiefkühlgemüse dagegen werde sofort nach der Ernte schockgefroren. Auch die angebotenen Fertiggerichte seien gesund. Die Hersteller passten sich dem Wunsch der Verbraucher nach frischen Produkten an und arbeiteten weitgehend ohne Zusatzstoffe. Es werde sehr viel Wert auf Rohware gelegt, weil die Qualitätskontrollen bei den Herstellern streng ausfielen.

Die letzte echte Innovation bei Lebensmitteln

Dem Verbraucher empfiehlt Hoppe, die Tiefkühlware möglichst zum Schluss in den Einkaufswagen zu legen oder eine Kühltasche zu nutzen. "Damit kann man garantieren, dass die Tiefkühlkette nur sehr kurz unterbrochen wird, also die Lagerung bei minus 18 Grad Celsius", sagt sie.

Zu Hause sollte das Produkt sofort in den Tiefkühlschrank gelegt werden. Die Haltbarkeit richte sich dann stark nach der jeweiligen Ware. "Bei einer Pizza kommt es auf den Belag an", erklärt die Ernährungsexpertin. Gefrorenes Obst und Gemüse könne zwischen sechs und zwölf Monate aufbewahrt werden.

"Die Tiefkühltechnik ist eigentlich die bislang letzte echte Innovation, die es bei Lebensmitteln gegeben hat", sagt der Sprecher der Verbraucherorganisation Foodwatch, Martin Rücker. Frische Zutaten ließen sich ohne großen Vitaminverlust über einen längeren Zeitraum konservieren, pflichtet er Hoppe bei.

Auch fertig verarbeitete Gerichte könnten in einer sehr hohen Qualität haltbar gemacht werden. "Wenn man sich das Angebot anschaut, kommt leider der weitaus größere Teil der Fertiggerichte mit sehr viel Zusatzstoffen aus", widerspricht er der Referentin. Es werde an teureren Zutaten wie Gewürzen, Kräutern und Gemüse gespart. "Stattdessen wird mit viel Salz und Aromen nachgeholfen, den Geschmack zu kitzeln." Aus seiner Sicht muss die Lebensmittelindustrie die Qualität noch deutlich verbessern.

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Verpackungen verschleiern Salzgehalt

Für den Verbraucher sei es sehr schwierig, zwischen minder- und hochwertigen Angeboten zu unterscheiden, kritisiert Rücker. Die Verpackungen ließen oft kaum erkennen, ob das Fertiggericht wirklich Geschmack enthalte oder dieser nur von Aromen rühre. "Das ist für viele ein echtes Problem, die auf ihren Salzkonsum achten sollen", erklärt er. Oft müsse sich der Verbraucher im Kleingedruckten errechnen, dass das Produkt doch nicht so gesund sei, wie es scheine.

Bei vielen Gerichten werde nicht der Kochsalzgehalt, sondern nur der Natriumgehalt angegeben, sagt Rücker und fügt hinzu: "Um herauszufinden, wie viel Salz in einem Produkt ist, braucht man eigentlich ernährungswissenschaftliches Fachwissen."

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(APD)