Wissenswertes über den Wachmacher 10 Fakten, die Sie zum Kaffee-Experten machen

Hamburg · Die Deutschen lieben Kaffee. Doch was wissen wir über den Wachmacher? Überprüfen Sie Ihr Wissen. Hier sind zehn wichtige Fakten über Kaffee.

Was steckt in einer Tasse Kaffee? Experten wissen Bescheid.

Was steckt in einer Tasse Kaffee? Experten wissen Bescheid.

Foto: Christin Klose/dpa-tmn

1. Wie viel Kaffee trinken die Deutschen?

  • 169 Liter pro Kopf waren es laut dem Deutschen Kaffeeverband im Jahr 2021. Das entspricht 6,8 kg Röstkaffee. Und es sind 500 Millionen Tassen Kaffee mehr als im Vorjahr 2020.
  • Selbst im Corona-Lockdown im Frühling 2020, als Cafés und Restaurants geschlossen waren, stieg der Konsum zu Hause um drei Prozent. „Kaffee ist krisenfest“, so Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands.
  • Im Gesamtjahr 2020 waren es zu Hause 11 Prozent (+ 37.900 Tonnen Röstkaffee). 2021 wurden laut Verband noch mal 7900 Tonnen (2,1 Prozent) Kaffee mehr zu Hause konsumiert.
  • Der Konsum in der Gastronomie ging im Jahr 2020 um 23 Prozent (-30.300 Tonnen Röstkaffee) zurück. Der Trend setzte sich 2021 fort - wenn auch weniger rasant: 5,7 Prozent beziehungsweise 5800 Tonnen Röstkaffee wurden im vergangenen Jahr weniger außer Haus verkauft.
  • Der Kaffeegesamtmarkt legte im Jahr 2021 um 0,4 Prozent (2100 Tonnen Röstkaffee) zu.
  • Einen deutlichen Anstieg gab es 2021 bei ganzen Bohnen, die vorrangig in Kaffeevollautomaten frisch zubereitet werden: Ihr Absatz stieg demnach um 11,1 Prozent, nachdem es im Vorjahr sogar 26 waren.
  • Die Deutschen trinken ihren Kaffee gerne zu Hause - und dort schmeckt er uns laut einer Studie des Kaffeeverbands auch am besten.
  • Mehr als zwei Drittel trinken ihren Kaffee gern als Filterkaffee.
  • Die Hälfte der Haushalte hat eine klassische Kaffeemaschine - auch wenn Vollautomaten immer beliebter werden.
Was für ein Genuss: aromatischen Kaffee in der Sonne trinken.

Was für ein Genuss: aromatischen Kaffee in der Sonne trinken.

Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Fairer Kaffee: Vom Anbau der Bohnen bis zum Kauf der Konsumenten.

Fairer Kaffee: Vom Anbau der Bohnen bis zum Kauf der Konsumenten.

Foto: Uwe Zucchi/dpa-tmn

3. Wie brüht man einen guten Kaffee auf?

  • die Bohnen möglichst kurz vor dem Aufbrühen mittelfein mahlen
  • für einen Liter 60 Gramm Kaffeepulver in den Filter geben
  • den Kaffee innerhalb einer Stunde trinken und nicht länger auf der Warmhalteplatte stehen lassen
  • Auf keinen Fall sollte man Kaffee in Dosen umfüllen, sagt die Lebensmittelchemikerin Sara Marquart, die an der Technischen Universität München über Röststoffe im Kaffee promoviert hat. Denn dabei komme Sauerstoff in den Kaffee - Gift für das Aroma.
  • Besser ist es, die Tüte mit einem Clip zu verschließen. So lassen sich ganze Bohnen bis zu zwei Wochen kühl, trocken und dunkel lagern, ohne dass der Geschmack leidet.
  • Vom Kühlschrank rät Marquart ab. Ist die Tüte nicht vollkommen geschlossen, zieht das Pulver Feuchtigkeit, der Geschmack ändert sich. In einer Tiefkühltruhe dagegen lassen sich ganze Bohnen lange aufbewahren.

4. Woher stammt Kaffee? Und wie kam er zu uns

Nach wie vor ist Brasilien das wichtigste Kaffee-Exportland.

Nach wie vor ist Brasilien das wichtigste Kaffee-Exportland.

Foto: dpa-infografik GmbH/dpa-tmn

5. Wo wird Kaffee heute angebaut?

  • Kolumbien
  • Indien
  • Guatemala
  • Kenia
  • Costa Rica
  • Indonesien

6. Welche Kaffee-Sorten gibt es?

  • fruchtig,
  • beerig,
  • schokoladig. Aber Coffea arabica ist auch anspruchsvoll:
  • Es darf nicht zu heiß oder kalt, zu trocken oder zu nass sein.
  • Optimal sind Anbaugebiete in 600 bis 2000 Metern Höhe.
  • Arabica braucht Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad.
Kaffee-Lieferung in Säcken.

Kaffee-Lieferung in Säcken.

Foto: Peter Kneffel/dpa/dpa-tmn
  • Hitze,
  • tropische Schwüle und
  • Krankheiten besser aus und
  • wächst auch im Tiefland.
  • Sie ist resistenter gegen Schädlinge - dank des Koffeins, das ein natürlicher Insektenschutz ist. Denn in Robusta steckt doppelt bis dreimal so viel Koffein wie Arabica. Und deutlich mehr Chlorogensäure.
  • bitterer,
  • oft erdig und
  • holzig.

7. Was für Kaffee-Varietäten gibt es?

8. Wie verändert der Klimawandel die Kaffeewelt?

Der Klimawandel wirkt sich auch auf den Kaffeeanbau aus.

Der Klimawandel wirkt sich auch auf den Kaffeeanbau aus.

Foto: Nick Kaiser/dpa/dpa-tmn

9. Welcher Kaffee schont die Umwelt?

  • Für Plantagen wird Wald abgeholzt
  • Regen lässt Hänge abrutschen
  • Die Verarbeitung verbraucht viel Wasser - 132 Liter pro Tasse
  • Frachter schippern Millionen von Kaffeesäcken um die Welt
  • Wer per Hand mahlt, spart den Strom für die elektrische Mühle.
  • Statt jedes Mal 20 Minuten die Espressomaschine vorzuheizen, kann man sich zwischendurch auch mal einen Filterkaffee aufbrühen.
  • „Aber am schlimmsten für die Ökobilanz ist Kaffee, der in der Kanne bleibt und weggeschüttet wird“, sagt Sara Marquart.
  • Die schwierigste und wichtigste Entscheidung treffen Kaffeetrinker allerdings im Laden.
  • Fairtrade: Den Kaffeebauern, meist in Kooperativen, werden Mindestpreise garantiert.
  • UTZ: Zertifizierte Plantagen werden auf Umweltstandards und gute Bedingungen für die Arbeiter geprüft. Ziel ist eine nachhaltige Handelskette. Seit 2018 fusioniert mit:
  • Rainforest Alliance: Ziel ist ein umweltfreundlicher Anbau, der Ökosysteme und Artenvielfalt erhält.
  • 4CAssociation: Ein Basisstandard für Nachhaltigkeit, entstanden aus einer Kooperation von Industrie, Deutschem Kaffeeverband und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
  • Símbolo de PequeñosProductores: Das wohl einzige Siegel, bei dem die Standards von Organisationen der Produzenten geprüft werden. In Deutschland allerdings recht unbekannt.
  • Wo kommt der Kaffee genau her?
  • Gibt es Zwischenhändler?
  • Wieviel bekommt der Bauer genau?
(dpa)
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