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Ebola-Verdacht bei Polizisten aus Texas

Neuer Fall in den USA : Polizist aus Texas unter Ebola-Verdacht

Neuer Ebola-Verdacht in den USA: Ein Vertreter des Sheriffs im texanischen Frisco könnte sich bei dem am Mittwoch gestorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan angesteckt haben.

Er sei in dem Apartment gewesen, in dem Duncan vor seiner Ankunft in einer Spezialklinik in Dallas für einige Tage gelebt habe, sagte der Brandmeister von Frisco, Mark Piland. Am Mittwoch sei der Polizist krank geworden, weshalb er in ein Krankenhaus in Frisco gekommen sei.

Er zeige genügend Symptome von Ebola, um eine Untersuchung einzuleiten, sagte Piland. Um was für Symptome es sich handelte, ließ er zunächst offen.

Nach Behördenangaben hatte der Beamte keinen direkten Kontakt mit Duncan. "Die letzte Information, die wir haben, ist, dass er keinen eindeutigen Kontakt und keine eindeutigen Symptome hat", sagte Thomas Frieden von der US-Seuchenkontrollbehörde CDC am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Laut Piland ist der Deputy allerdings mit der Familie in dem Apartment zusammengetroffen.

Duncan war am Mittwoch in einem Krankenhaus in Dallas an den Folgen seiner Ebola-Erkrankung gestorben. Er war der erste Patient, bei dem das tödliche Virus außerhalb Westafrikas diagnostiziert worden war.

Die USA verstärken derweil den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika mit der kurzfristigen Entsendung von hundert Marineinfanteristen. Die bislang in Spanien stationierten Soldaten werden nach Liberia verlegt, wie das Pentagon am Mittwoch mitteilte. Die Marineinfanteristen sollen am Donnerstag an ihrem neuen Einsatzort eintreffen und den Nachschub unterstützen, bis andere Einheiten der US-Armee diese Aufgabe übernehmen. Ausgerüstet sind sie mit zwei Transportflugzeugen und vier Spezialflugzeugen vom Typ Osprey, die mit ihren Rotoren wie Hubschrauber starten und landen können.

Bislang waren rund 350 US-Soldaten in Westafrika stationiert, um bei der Eindämmung der Ebola-Epidemie zu helfen. In den kommenden Wochen soll die Truppenstärke auf bis zu 4000 anwachsen. Die Einheiten sollen unter anderem Krankenhäuser aufbauen und die Versorgung mit Hilfsgütern sicherstellen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Westafrika bereits fast 3900 Menschen an Ebola gestorben. Insgesamt infizierten sich mehr als 8000 Patienten mit dem gefährlichen Virus, vor allem in Liberia, Sierra Leone und Guinea.

"Unser Militär baut im Großen und Ganzen eine Infrastruktur auf, die nicht existiert, um den Transport von Personal und Ausrüstung und Nachschub zu erleichtern, damit mit dieser tödlichen Epidemie umgegangen werden kann", sagte US-Präsident Barack Obama am Mittwoch nach Beratungen mit ranghohen Militärvertretern im Pentagon. Die USA verfügten über "einzigartige Fähigkeiten", um die betroffenen Länder beim Kampf gegen Ebola zu unterstützen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: US-Polizist kommt mit Verdacht auf Ebola in die Klinik

(ap AFP)