Tausende tote Tiere auf Zypern Neues Coronavirus tötet Katzen

Düsseldorf · Nachdem auf Zypern bereits Tausende Tiere an einem neuen Coronavirus gestorben sind, gibt es nun auch in Großbritannien einen ersten Fall. Er wurde offenbar durch ein Tier von der Insel eingeschleppt. Was man zu dem neuen Virus wissen muss.

Das Coronavirus F-CoV-23 kann für Katzen gefährlich werden.

Das Coronavirus F-CoV-23 kann für Katzen gefährlich werden.

Foto: dpa/Patrick Pleul

F-CoV-23 heißt die neue Variante dieses offenbar für Katzen sehr gefährlichen Virus. Auf Zypern verendeten bereits Tausende Tiere an der neuen Erregervariante. Dort streunen Katzen oftmals frei herum, Ansteckungswege von Tier zu Tier gibt es reichlich. Experten vermuten, dass dies über Kot oder orale Wege geschieht. Offenbar wurde nun ein infiziertes Tier aus Zypern nach Großbritannien eingebracht – dort wächst jetzt die Sorge vor einer Ausbreitung unter den Vierbeinern.

Das neue Katzen-Coronavirus hat Eigenschaften eines Hunde-Coronavirus übernommen, nämlich dessen Spike-Protein, also das Protein, welches für den Eintritt in die Wirtszelle verantwortlich ist. Dies könnte auch der Grund sein, so vermuten Forscher, warum sich das neue Virus derart schnell unter den Tieren weiterverbreitet hat – eigentlich unüblich für Coronaviren bei Katzen. Wichtig zu wissen: Mit dem Virus Sars-CoV-2, das beim Menschen Covid-19 verursacht, hat dieses Virus nichts zu tun.

Verschiedene Symptome können auf eine Infektion hinweisen

Coronaviren bei Katzen sind schon lange bekannt. Bei ihnen tritt das Coronavirus meist als Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) auf. Typische Symptome sind Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Atemschwierigkeiten, Fieber oder Augenentzündungen. Kommt es zu einer schweren Bauchfellentzündung, ist das Tier in der Regel nicht mehr zu retten.

Für den Menschen stellen Coronaviren bei Katzen bisher keine Gefahr dar

Dies scheint nach bisherigen Erkenntnissen auch für das neue Katzen-Coronavirus F-CoV-23 zu gelten. Eine Übertragung des Virus auf den Menschen oder auch auf andere Haustiere ist bisher nicht bekannt. Umgekehrt können Katzen sich allerdings sehr wohl auch mit dem menschlichen Coronavirus infizieren. Sie scheiden es aus; dass sie es weiterverbreiten, darauf gibt es bisher keine Hinweise.

In Deutschland gibt es aktuell keinen bekannten Fall einer mit dem neuen Coronavirus infizierten Katze. Ob das so bleibt, lässt sich derzeit nicht vorhersehen. Bisher sehen aber auch für England Experten keinen Grund zur Panik. Ein Ausgehverbot für Hauskatzen gibt es dort bisher nicht. Besitzer sollten achtsam sein und bei Symptomen mit ihren Tieren einen Arzt aufsuchen.

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