Fragen und Antworten Neuer Corona-Impfstoff kommt – was er bringt und für wen er gedacht ist

Service | Düsseldorf · Es gibt viele Corona-Kranke und auch wieder Tote. Das RKI ruft zum Impfen auf. Nun liefern die Apotheken den ersten an Omikron angepassten Protein-Impfstoff aus. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Antje Höning
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Impfen schützt, aber viele sind impfmüde.

Impfen schützt, aber viele sind impfmüde.

Foto: dpa/Marcus Brandt

Die Krankheitswellen rollen weiter durch das Land. Es gebe eine „relativ hohe Zahl“ an Corona-Erkrankungen und viele für die Jahreszeit typische Erkältungen durch Rhinoviren, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht. Zudem nehmen bei Kindern die gefürchteten RSV-Infekte zu. „Insbesondere Kinder unter zwei Jahren sind von einer Krankenhauseinweisung mit RSV-Infektion betroffen“, so das RKI weiter. Das Institut mahnt mit Blick auf Corona: „Ältere Menschen haben weiter ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion.“ Schwung in die Impfkampagne könnte nun der neue Impfstoff von Novavax bringen.

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Foto: dpa/Lino Mirgeler

Wann kommt der neue Impfstoff von Novavax in die Praxen?

„Die Apotheken können den neuen Impfstoff Nuvaoxid XBB.1.5. ab 11. Dezember ausliefern“, sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein. Nuvaxovid ist der erste angepasste Corona-Impfstoff auf Proteinbasis, der für diese Wintersaison zugelassen wurde. Die EU hat grünes Licht gegeben.

Was ist das für ein Impfstoff?

Bei dem Vakzin des US-Herstellers Novavax handelt es sich um einen künstlich hergestellten Eiweiß-Bestandteil aus der Hülle des Virus, erläutert das RKI. Dieser werde durch moderne Verfahren unter Verwendung von biologischen Zellkulturen gewonnen und mit einem Wirkverstärker versehen. Der Impfstoff basiert - anders als der von Biontech und Moderna - also nicht auf der mRNA-Technologie.

Wird das der Impfkampagne einen Schub geben?

Apotheker Preis ist skeptisch: „Auf den ersten an die Subvariante XBB.1.5 angepassten Proteinimpfstoff musste lange gewartet werden. Dadurch werden wir nur eine geringe Steigerung bei den Impfzahlen erleben.“ Unpraktisch sei auch, dass ein Injektionsfläschchen (Vial) zehn Impfungen enthalte.

Für wen ist Novavax besonders geeignet?

Hier gilt dasselbe wie für andere Impfstoffe: „Besonders wichtig ist die jährliche Auffrischimpfung für über 65-Jährige. Gerade die Alten und sehr Alten haben schwere Verläufe“, sagt Preis und nennt Zahlen: In der vergangenen Woche gab es bundesweit 347 Covid-Todesfälle. Davon waren 118 zwischen 60 und 79 Jahren alt und 280 über 80 Jahre. In beiden Altersgruppen sind die Todesfälle gegenüber der Vorwoche gestiegen. „Ältere Mitbürger sollten bei Corona-Symptomen immer einen Test machen. Wenn man sich positiv getestet hat, sollte man mit dem Hausarzt sprechen und nach Paxlovid fragen. Die antiviralen Tabletten verhindern schwere Verläufe“, so der Apotheker.

Wie sicher ist der Impfstoff von Novavax?

Das Sicherheitsprofil von Nuvaxovid XBB.1.5 sei dem des ursprünglich zugelassenen Nuvaxovid vergleichbar sein, so das Paul-Ehrlich-Institut. Häufigste Nebenwirkungen von Nuvaxovid XBB.1.5 sind wie bei anderen Impfstoffen Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Unwohlsein.

Wie sieht es bei den Grippe-Impfungen aus?

ARCHIV - 28.02.2022, Sachsen, Dresden: Ein Mitarbeiterin im Impfzentrum hält eine Ampulle mit dem neuen Corona-Impfstoff von Novavax in der Hand. (zu dpa: «Wie Sachsen die einrichtungsbezogene Impfpflicht umsetzt») Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 28.02.2022, Sachsen, Dresden: Ein Mitarbeiterin im Impfzentrum hält eine Ampulle mit dem neuen Corona-Impfstoff von Novavax in der Hand. (zu dpa: «Wie Sachsen die einrichtungsbezogene Impfpflicht umsetzt») Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: dpa/Robert Michael

Die Nachfrage nach Grippe-Impfungen ist laut Apothekerverband weiterhin hoch. „Aktuell gibt es auch noch genug Influenza-Impfstoffe“, sagt Preis. Das ist nicht überall so: „In Österreich werden durch eine nationale Impfkampagne soviel Grippeimpfstoffe benötigt, dass es dort Engpässe gibt.“ Im Winter 2021/22 ließen sich in westlichen Bundesländern 41 Prozent der Über-60-Jährigen impfen, in den östlichen Ländern 56 Prozent.

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