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Asiatische Tigermücke: Stich, Symptome, Behandlung | Infos zur Mücke

Gefährliche Mückenart in Deutschland : Tigermücken - kleine, stechfreudige Biester breiten sich aus

Wer kennt das nicht: Kaum hat man sich zu Bett begeben und das Licht ausgemacht, beginnt auch schon das große Summen am Ohr: Eine Mücke macht sich zum Angriff bereit. Aber was hat man zu erwarten, wenn es eine asiatische Tigermücke ist?

In der Fachwelt heißt sie Aedes albopictus, im volkstümlichen Sprachgebrauch auch besser bekannt als asiatische Tigermücke. In Europa gehört sie nicht zu den einheimischen Mückenarten und kommt gewöhnlich in warmen Gegenden vor, wie etwa in den Tropen und Subtropen. Doch im Zuge des Klimawandels dringt die Aedes albopictus immer weiter nach Europa vor. Dadurch steigt das Risiko, an einer gefährlichen Viruskrankheit wie Chikungunya, Dengue-Fieber, Gelbfieber oder Zika zu erkranken.

Begünstigt wird die Verbreitung der asiatischen Tigermücke durch die milden Temperaturen im Winter und die heißen Sommer mit ihren extremen Regenfällen. Kurzum: Der Klimawandel beschert Europa die idealen Klimabedingungen für wärmeliebende Stechmücken wie die Aedes albopictus. Gefährlich ist die Tigermücke zunächst einmal nicht, denn sie muss erst die Erreger einer Krankheit in sich tragen, um sie auf den Menschen übertragen zu können. Nichtsdestotrotz muss davon ausgegangen werden, dass immer mehr Tigermücken versuchen werden, sich an die klimatischen Bedingungen in Europa anzupassen und heimisch zu werden. Eine Rolle spielt allerdings auch der zunehmende Reise- und Handelsverkehr, der die Ausbreitung dieser Mücken fördert und die blinden Passagiere direkt in unsere Vorgärten befördert. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die asiatische Tigermücke auch von Zugvögeln eingeschleppt werden.

Wie erkennt man die Tigermücke?

Die asiatische Tigermücke lässt sich im Grunde genommen leicht identifizieren. Denn zu ihren markanten Erkennungsmerkmalen gehören die gestreiften Hinterbeine, die Streifenmuster auf dem Unterleib und der mittig über den Rücken bis zum Kopf verlaufende weiße Strich. Aufgrund ihres Erscheinungsbildes hat ihr Entdecker, der britisch-australische Entomologe Frederick A. Askew Skuse (1863-1896), sie auch "The Banded Mosquito of Bengal" genannt. Aus dessen Tierbeschreibung aus dem Jahr 1894 geht ebenfalls hervor, dass der Unterleib in etwa doppelt so lang ist wie der Oberleib und der Stechrüssel um ein Wesentliches länger ist als die Fühler. Von der Größe her wird sie nicht größer als zehn Millimeter und ist damit kleiner als die gemeine Stechmücke.

Im Vergleich zu anderen Stechmücken erweist sich die Tigermücke als ein hartnäckiger Plagegeist. Meist bewegt sie sich in der Nähe des Bodens und sticht bevorzugt tagsüber, vor allem in den Morgen- und Abendstunden.

Wo kommt die Tigermücke vor?

Die schwarz-weiß gestreifte Tigermücke stammt ursprünglich aus den asiatischen Tropen. Doch in den vergangenen Jahren erobert der Blutsauger nach und nach den Globus und lässt sich gerne in der Nähe von Teichen, Tümpeln und kleineren Gewässern nieder - allerdings stets in der unmittelbaren Umgebung zum Menschen. Aber auch in den Hohlräumen von Autoreifen, in denen sich Regenwasser angesammelt hat, bei Wasserpfützen in Baumhöhlen und Felsnischen sowie in Getränkedosen und Regenwassertonnen fühlt sich die Tigermücke sehr wohl.

Erstmals tauchte die asiatische Tigermücke innerhalb Europas in Albanien auf, und zwar Ende der 1970er Jahre. Eine Dekade später eroberte sie von Genua aus ganz Italien und breitete sich in Europa aus. Mittlerweile hat es der invasive Blutsauger bis in den Süden von Deutschland geschafft. Und da in nächster Zukunft davon auszugehen ist, dass die Temperaturen global wärmer und die klimatischen Bedingungen für die asiatische Tigermücke immer attraktiver werden, könnte sie sogar hoch im Norden Europas heimisch werden. Und mit ihnen dann auch die Krankheitserreger des Dengue-Fiebers, des Gelbfiebers, das Zika- und Chikungunya-Virus.

Anmerkung: In Deutschland gibt es mehr als 50 Arten von heimischen Mücken, darunter auch die asiatische Tigermücke. Letztere ist vornehmlich zwischen den Monaten von März und November aktiv.

Wie sieht der Stich einer Tigermücke aus?

Der Stich einer asiatischen Tigermücke sieht im Großen und Ganzen wie ein klassischer Mückenstich aus. Es kommt zu den typischen Symptomen an der Einstichstelle. Die Ursache liegt darin begründet, dass der Körper nicht auf den Stich selbst reagiert, sondern vielmehr auf den Mückenspeichel, der ins Gewebe übertragen wird.

Zunächst wird durch den Einstich bereits nach wenigen Minuten ein unangenehmer Juckreiz ausgelöst. Hinzu kommt, dass die Haut durch das Kratzen immer mehr gereizt wird. Hierbei besteht die Gefahr, dass sich die Wunde entzündet und der Juckreiz sich noch mehr verstärkt. Also lieber nicht kratzen, auch wenn es schwerfällt.

Ein Mückenstich durch eine asiatische Tigermücke bringt aber nicht nur einen Juckreiz mit sich, sondern auch eine rötliche Verdickung der Haut, auch Quaddel genannt. In seltenen Fällen bildet sich an der Einstichstelle eine mit Wasser gefüllte Blase.

Symptome von Mückenstichen:

  • Juckreiz
  • Rötung der Haut
  • Schwellung
  • Quaddeln

Achtung: In der Regel erweisen sich die Stiche von heimischen Mücken als unbedenklich und ein Arzt muss bei den typischen Symptomen nicht besucht werden. Sollte der menschliche Körper aber allzu heftig auf den Einstich reagieren, so deutet dies meist auf eine allergische Reaktion oder eine schmerzhafte Entzündung hin. In diesem Fall ist es unausweichlich den Hausarzt zu konsultieren.

Warum ist die Tigermücke so gefährlich?

Der aus Asien stammende Blutsauger kann eine Vielzahl an Krankheitserregern übertragen - bis zu 22 Virenarten. Dazu gehören beispielsweise Gelbfieber-, Zika-, Chikungunya und Dengue-Fieber-Viren, die schwerwiegende Erkrankungen hervorrufen können.

Wichtig: Nicht jede asiatische Tigermücke trägt von Natur aus den Erreger in sich. Das bedeutet, dass Stechmücken, wie die asiatische Tigermücke, die gefährlichen Viren nicht selbst produzieren. Die Insekten müssen sie von einem bereits infizierten Wirt, und zwar von Mensch und Tier gleichermaßen, aufnehmen. Erst dann können sie bei ihrer nächsten Blutmahlzeit Krankheitserreger übertragen. Nicht jede Mücke kann jeden x-beliebigen Erreger weitergeben, wodurch das Risiko, an einer Krankheit zu erkranken, wieder sinkt.

Wie kann man sich vor der Tigermücke schützen?

Um sich den Plagegeistern zur Wehr zu setzen, raten Mediziner zu hautverträglichen Anti-Mücken-Sprays. Einen guten Schutz, auch wenn es bei der sommerlichen Hitze schwerfallen sollte, bietet langärmelige beziehungsweise langbeinige Kleidung. Denn je weniger freie Körperstellen als Appetithäppchen zur Verfügung stehen, desto unwahrscheinlich ist es, von einer Mücke gestochen zu werden. Gleichwohl sollte auf die Farbe der Kleidung geachtet werden. Denn während dunkle Stoffe die lästigen Blutsauger eher anziehen, wirken helle Kleidungsstoffe weitgehend abschreckend. An Fenstern und Türen bieten sich Fliegengitter und -netze an, die den Mücken den Zugang ins Innere des Hauses oder der Wohnung um einiges erschweren können. Tipp: Mücken zieht es stets zum Licht. Daher empfiehlt es sich, bei offenstehenden Fenstern und Türen nach Einbruch der Dämmerung die Innenbeleuchtung auszuschalten.

Auch der Geruch spielt eine wesentliche Rolle, warum Stechmücken heiß auf Blut sind und Mensch regelrecht zum Mücken-Magnet werden. Das liegt daran, dass die Blutsauger den menschlichen Körperschweiß äußerst verführerisch finden. Schon deswegen sollte man sehr viel Wert auf die Körperhygiene legen. Gerade im Sommer ist es angebracht, mehrmals am Tag duschen zu gehen, sodass der Schweiß weggewaschen wird und der natürliche Körpergeruch für eine gewisse Zeit weniger intensiv auf die Mücken wirkt.

Potenzielle Brutstätten trockenlegen

Wie jede andere Mückenart braucht auch die asiatische Tigermücke Wärme und Wasser, um die eigene Population zu vermehren. Denn schon in der kleinsten, stehenden Wasserquelle legen die fliegenden "Mini-Zebras" ihre Larven ab.

Dazu gehören:

  • Wasserreste in der Gießkanne,
  • eine offenstehende Regentonne,
  • ein wohltemperiertes Planschbecken
  • oder mit Wasser gefüllte Untersetzer von Blumentöpfen

als ideale Brutstätten. Vor diesem Hintergrund sollten den Stechmücken alle Möglichkeiten zum Ausbrüten der Larven genommen werden, indem stehendes Wasser in der unmittelbaren Umgebung von Gärten und Terrassen entfernt werden. So kann man zumindest dafür sorgen, dass sich die Mücken-Population nicht so stark vermehrt.

Schon gewusst? Die asiatische Tigermücke ist kein Freund von Luftbewegungen. Daher empfiehlt es sich zum Schutz vor Mückenstichen einen Ventilator aufzustellen, der dafür sorgt, dass ein regelmäßiger und leichter Luftzug herrscht. Damit Mücken erst gar nicht in die Nähe kommen, lohnt sich auch der Einsatz von Mückenschutz-Kerzen mit ätherischen Ölen wie etwa die mit Rosmarin, Lavendel, Zitrone und Pfefferminze.

Tipp: Als bewährtes Hausmittel hat sich der sogenannte Zitronen-Nelken-Mix erwiesen. Einfach eine Zitrone mit dem Messer halbieren und die Gewürznelken in die Zitronenhälften stecken. Der verströmende Duft vertreibt die Plagegeister.

Welche Krankheiten überträgt die Tigermücke?

Milde Winter und feuchtheiße Sommer begünstigen die Ausbreitung der asiatischen Tigermücke. Aufgrund der stark zunehmenden Vermehrung steigt auch das Risiko einer Übertragung von exotischen Krankheitserregern. So kann die Tigermücke beim Menschen Krankheiten wie Zika, Chikungunya oder das Dengue-Fieber sowie bei Tieren die Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) übertragen. Doch bevor es so weit kommen kann, muss die Mücke zuvor einen erkrankten Menschen beziehungsweise Tier gestochen haben, um mit einem darauffolgenden Stich einen gesunden Menschen beziehungsweise Tier zu infizieren.

Die asiatische Tigermücke als möglicher Überträger von Viren

Ungefähr drei Wochen benötigt eine Mückenlarve, um schließlich zum Blutsauger zu werden. Bereits nach den ersten Blutmahlzeiten kann die weibliche Tigermücke gefährliche Krankheitserreger übertragen. Während sich die Männchen nur von Nektar und Pflanzensäften ernähren, benötigen die Weibchen zudem noch Blut. Besorgniserregend ist allerdings die Tatsache, dass die asiatische Tigermücke mehr als 20 Viren übertragen und dadurch schwere Erkrankungen auslösen kann.

Dengue-Fieber: Das Dengue-Virus zählt zu den Erregern, die sich aufgrund des Klimawandels am schnellsten ausbreiten. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jedes Jahr 100 Millionen Menschen an dieser Infektionskrankheit, vornehmlich in den Ländern Brasilien, Thailand, Laos, Indonesien, Australien und die Philippinen. Aber auch in europäischen Gefilden ist die asiatische Tigermücke bereits heimisch geworden. An Dengue-Fieber erkrankte Menschen zeigen Symptome wie hohes Fieber, starke Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, die von einem Hautausschlag begleitet werden. In schweren Krankheitsfällen drohen bei Dengue innere Blutungen, die lebensbedrohlich enden können.

Zika-Fieber: Sticht eine Tigermücke einen infizierten Menschen, so kann sich der (möglicherweise) aufgesaugte Zika-Virus in der Mücke vervielfältigen und auf weitere Menschen übergeben werden. Die Infektion mit dieser Fieberkrankheit verläuft gewöhnlich unauffällig. In der Regel ähneln die Symptome denen des Dengue-Fiebers. Bei einer Infektion mit dem Zika-Virus kann es während der Schwangerschaft zu Fehlbildungen des Kindes kommen. Für Gewissheit sorgt eine Blutuntersuchung auf Zikavirus-Infektion.

Chikungunya-Fieber: Die ersten Symptome nach einer Infektion mit dem Chikungunya-Virus machen sich erst nach gut zwei Wochen bemerkbar. Betroffene leiden meist an hohem Fieber, gefolgt von starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Darüber hinaus treten schwere Gelenkschmerzen mit einer hohen Berührungsempfindlichkeit, Schwellung der Lymphknoten, Hautausschlag und leichte Schleimhautblutungen auf. Im Allgemeinen klingen die Symptome innerhalb der nächsten zwei Wochen von selbst ab.

West-Nil-Fieber: In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung mit dem West-Nil-Virus ohne Symptome. Die wenigen Ausnahmen zeigen indes einen grippeähnlichen Krankheitszustand, der sich durch Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellung, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Hautausschlag auszeichnet. Selten, aber lebensgefährlich wirkt sich bei einer Infektion mit dem West-Nil-Virus eine Hirnhautentzündung aus.

Neben den typischen Symptomen, die sich nach einer Übertragung eines Krankheitserregers durch die asiatische Tigermücke bemerkbar machen, können noch Begleiterscheinungen wie Hepatitis oder Myokarditis auftreten.

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Was sollte man beim Stich einer Tigermücke tun?

Wer von einer asiatischen Tigermücke gestochen wurde, sollte zunächst einmal nicht in Panik geraten und stattdessen Ruhe bewahren. Denn angesichts der äußerst geringen Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung gibt es keinen Grund zur Beunruhigung.

Die typische Behandlung eines Mückenstichs

Der Stich lässt sich wie ein gewöhnlicher Mückenstich behandeln, indem man die Einstichstelle mit einem Eiswürfel, Eis-Packs oder kaltem Wasser kühlt. Natürlich und juckreizmildernd wirken frischer Zitronen- oder Limettensaft, eine aufgeschnittene Zwiebel und Apfelessig. Aber auch Honig, das ein Natur-Antibiotikum enthält, mindert den Juckreiz und verhindert die Bildung von Quaddeln. Eine entzündungshemmende Wirkung hat außerdem der eigene Speichel, der einfach rund um die Einstichstelle einmassiert wird. Ebenfalls gut geeignet bei einem Mückenstich sind Gels und Salben aus der Apotheke. Sie wirken juckreizdämpfend, entzündungshemmend und antibakteriell.

Alternativ lässt sich ein Stich auch mithilfe konzentrierter Hitze behandeln, und zwar mit einem elektronischen Stichheiler. Mit einem solchen Gerät wird die Einstichstelle kurzfristig auf etwa 50 Grad Celsius erhitzt, wodurch die von der Mücke injizierten Proteine zerstört werden. Das wiederum lindert die Schmerzen und den Juckreiz.

Vorsicht bei grippeähnlichen Beschwerden