Alles neu bei der „Apotheken Umschau“: Die „Rentner-Bravo“ will jünger und männlicher werden

Relaunch für „Apotheken Umschau“ : Die „Rentner-Bravo“ will jünger und männlicher werden

Die „Apotheken Umschau“ hat zwar eine Auflage, von der andere Magazine nur träumen können - trotzdem plant die Zeitschrift nun einen umfassenden Neustart. Die „Rentner-Bravo“ soll sie aber bleiben.

„Apotheken Umschau“ will jünger und männlicher werden. Die auch „Rentner-Bravo“ genannte Zeitschrift plant einen Relaunch, wie der Wort & Bild Verlag mitteilte. „Wir wollen klar machen, dass man das bequem auch mit 35 lesen kann“, sagte Chefredakteur Hans Haltmeier und lieferte ein sehr anschauliches Beispiel: „Fußpilz ist völlig altersunabhängig. Wo sonst lesen Sie ausführliche Beispiele über Fußpilz?“

Die „Apotheken Umschau“ erscheint alle zwei Wochen - nach Verlagsangaben mit einer Auflage von 8,91 Millionen Zeitschriften. 1999 waren es noch 5,93 Millionen, 2010 waren es noch 10,09 Millionen. Sie ist in 87 Prozent aller deutschen Apotheken zu haben und hat nach Verlagsangaben knapp 19 Millionen Leser pro Ausgabe. Das erste überarbeitete Magazin erscheint am 1. Oktober.

Künftig soll es in der Rubrik „Männersache“ um Gesundheitsthemen gehen, die vor allem die Männer betreffen. So wird beispielsweise - illustriert mit einem Comic grummelig dreinschauender Spermien, die erst „Upps“ sagen und dann „Hurra!“ - das Thema „Müde Spermien“ behandelt.

„Wir haben die Männer bislang vielleicht ein bisschen wenig beachtet“, sagte Haltmeier. Das solle sich künftig ändern. „Wir werden die Themen gendergerecht aufarbeiten.“ Die sogenannten Männerthemen sollen „kantiger“ und „nicht so bierernst“ präsentiert werden. Die Zielgruppe der Zeitschrift seien Frauen und Männer ab 40 Jahren.

Außerdem soll auch das digitale Angebot und der Auftritt in sozialen Medien wie Instagram ausgebaut werden. Es soll mehr Interaktion mit den Lesern geben, mehr Selbsttests, Umfragen, Mitmachaktionen und Verlosungen.

Bei allen neuen Ideen soll die Identität der Zeitschrift aber erkennbar bleiben: „Gesundheit - maximal verständlich bei erhaltender Richtigkeit“, formulierte Wort & Bild-Geschäftsführer Dennis Ballwieser.

„Wir sind ja nicht nur die "Apotheken Umschau", wir sind auch die "Rentner-Bravo"“, sagte Haltmeier. „Wir werden immer stolz als "Rentner-Bravo" durch die Gegend gehen.“ Die emotionale Verbundenheit mit den Lesern sei sehr groß. „Wir kriegen Leserbriefe in Versform - mit gemalten Blumen.“

(lukra/dpa)
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