Familien und Kinder in Viersen So investiert Viersen in seine Spielplätze

Viersen · Die Stadt Viersen plant, einige ihrer 91 Spielplätze attraktiver zu machen. Eine Fläche soll zudem nicht nur attraktiver werden, sondern auch für mehr Menschen zu nutzen sein. Was in Süchteln angedacht ist.

 Die Stadt hat ein neues Spielgerät mit Rutsche und Klettertürmen am Spielplatz Eintrachtstraße in Dülken aufgebaut.

Die Stadt hat ein neues Spielgerät mit Rutsche und Klettertürmen am Spielplatz Eintrachtstraße in Dülken aufgebaut.

Foto: Stadt Viersen

Einige Spielplätze sollen attraktiver werden. Das plant die Stadt Viersen im laufenden Jahr. Für eine große Fläche in Süchteln ist zudem eine Erweiterung des bestehenden Konzepts geplant.

Sie soll für Menschen mit und ohne Handicap gleichermaßen interessant werden. Einen ähnlichen inklusiven Platz an markanter Stelle nahe ihres Wahrzeichens, der Burg, hat etwa die Burggemeinde Brüggen 2022 eingerichtet – auch, um ein zusätzliches Freizeitangebot für die Brüggener und für Touristen zu schaffen.

Die Umgestaltung verspricht das spannendste und größte Vorhaben zu werden. Damit soll, so Stadtsprecher Frank Schliffke, in der ersten Jahreshälfte begonnen werden. Dann wird die Spielfläche Josef-Steinbüchel-Straße komplett neu von einer externen Firma gestaltet. Besonders berücksichtigt werden dabei inklusive Aspekte.

Zuvor hat die Stadtverwaltung die Wünsche von Kindern und Jugendlichen erfragt, die dann berücksichtigt werden sollen. Um die Wünsche des Nachwuchses zu erfahren, wurden nicht nur die beiden Jugendzentren „Evve“ und Josefshaus mit ins Boot geholt. Sondern Kinder, Jugendliche und auch interessierte Erwachsene konnten an einer digitalen Pinnwand über einen QR-Code Ideen und Wünsche mitteilen.

„Die Kosten für die Umgestaltung der Fläche belaufen sich auf rund 170.000 Euro“, erklärt Frank Schliffke. Nach Schätzung der Verwaltung entfallen davon etwa 113.500 Euro auf Spielgeräte inklusive Aufbau und Fallschutz. Hinzu kommen rund 58.500 Euro für  Arbeiten an Wege-, Pflanz- und Rasenflächen sowie weiterer Ausstattung, etwa Jugendbänke und Abfalleimer. Diese Summe wird, so hat es der Stadtrat beschlossen,  unabhängig vom jährlichen Budget zur Verfügung gestellt, das die Stadt nutzt, um die Spielplätze mit Geräten auszustatten.

Grundlage für alle städtischen Investitionen ist das Spielplatzkonzept. Es berücksichtigt normative Grundlagen, Aspekte des städtebaulichen und gesellschaftlichen Wandels, die Verankerung von Beteiligungsstrukturen, gesamtstädtische Maßnahmen und solche auf Stadtteilebene sowie die Finanzierung der Maßnahmen.

Perspektivisch ist darin auch der Fokus auf Inklusion gelegt – so, wie es in Süchteln umgesetzt werden soll.  „Zukünftig wird bei der Gestaltung von Spielflächen das Thema Inklusion eine größere Rolle spielen“, sagt Frank Schliffke. Dabei gehe es vor allem darum, die Spielflächen so zu gestalten, dass sich Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen willkommen fühlen, attraktive Spielangebote vorfinden und miteinander spielen können.

Wie viel Geld wird die Stadt dafür nutzen? Derzeit stehen für die Ausstattung der 91 Spielflächen regelmäßig pro Jahr 100.000 Euro zur Verfügung. „Dieser Etat wird ausgeschöpft“, erläutert der Stadtsprecher. „Eine Erhöhung der Mittel wurde aufgrund der allgemeinen Kostensteigerung beantragt.“ Hinzu kämen Projektmittel, wenn Spielplätze wie in Süchteln neu gestaltet werden. Dafür ist eine Beantragung notwendig, je nach Vorhaben variieren die Kosten. „Für die komplette Umgestaltung von Spielflächen sind Summen von mehreren Hunderttausend Euro realistisch“, meint Frank Schliffke.

Doch nicht nur in Süchteln wird das Spielen schöner. Außerdem plant die Stadt neue Spielgeräte auf vier Plätzen: „Auf der Spielfläche Eintrachtstraße wird die neue Spielanlage noch durch eine Nestschaukel ergänzt“, so der Sprecher. „Auf der Spielfläche Alsenstraße werden ein Spielturm und eine Nestschaukel aufgebaut.“ Nachdem am Siebenweg die Balancierstrecke abgebaut werden, wird sie durch ein ähnliches Gerät ersetzt. „In der Spiellandschaft Bockert werden Spielhütten ausgetauscht und am Blumenweg freut man sich über ein neues Reck“, nennt Schliffke weitere Beispiele.

Wie entscheidet die Stadt, in welchen Spielplatz investiert wird? Das liegt an den Ergebnissen der jährlichen Hauptkontrolle der Spielflächen im Frühjahr. Dann wird  festgestellt, welche Spielplatzgeräte nicht mehr in Ordnung sind und abgebaut werden müssen. „Ein Gremium aus Fachkräften erstellt eine Priorisierung der Spielflächen, für die eine Neuanschaffung vorgesehen ist“, erläutert der Stadtsprecher.

Dabei würden – neben planerischen und pädagogischen Gesichtspunkten – auch Anfragen und Wünsche aus der Bevölkerung berücksichtigt. Das bedeutet für das laufende Jahr: Änderungen sind noch möglich. Denn die Hauptkontrolle für dieses Jahr ist noch nicht abgeschlossen. „Deshalb kann noch keine verbindliche Aussage getroffen werden, welche Geräte im Laufe des Jahres zusätzlich abgebaut werden müssen und wo es weitere Neuausstattungen geben wird“, erklärt Schliffke.

 Ein Leuchtturmprojekt ist die Umgestaltung der Fläche an der Josef-Steinbüchel-Straße in Süchteln.

Ein Leuchtturmprojekt ist die Umgestaltung der Fläche an der Josef-Steinbüchel-Straße in Süchteln.

Foto: Nadine Fischer
Auch die kleine Spielfläche an der Alsenstraße sieht karg aus und soll deshalb neu ausgestattet werden.

Auch die kleine Spielfläche an der Alsenstraße sieht karg aus und soll deshalb neu ausgestattet werden.

Foto: Daniela Buschkamp

Regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf aufgefüllt werden die Fallschutzbereiche, die sich rund um die Spielplatzgeräte befinden. Darüber hinaus bereiten die Mitarbeiter der Städtischen Betriebe mit einer spezialisierten Sandreinigungsmaschine alle Sandflächen mindestens zweimal im Jahr auf.

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