Recklinghausen: Zwischen Baustelle und Büro: Die Zeichner der Architekten

Recklinghausen : Zwischen Baustelle und Büro: Die Zeichner der Architekten

Bauzeichner brauchen einen Blick für Details.

Häuser, Brücken und Straßen: Der Architekt hat eine Vision. Und der Bauzeichner hilft ihm bei der Umsetzung, indem er maßstabsgerechte Pläne anfertigt. Er berechnet auch die notwendige Menge an Baustoffen.

Den überwiegenden Teil der Arbeit verbringt Jonas Baier im Büro. Der 19-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr als Bauzeichner und arbeitet in dem Architekturbüro "Feja + Kemper" in Recklinghausen. Mit Hilfe moderner Software bringt er Entwürfe der Vorgesetzten auf den Bildschirm und erstellt Ansichten aus verschiedenen Perspektiven. "An dem Beruf reizt mich, dass ich das Stadtbild verändern kann", sagt Baier. Neben der Tätigkeit am Schreibtisch unterstützt der Bauzeichner Architekten und Bauingenieure auf der Baustelle.

Ob im Architektur- oder Ingenieurbüro oder im Tief-, Straßen- und Landschaftsbau: Überall sind Bauzeichner tätig. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Jugendlichen lernen im Betrieb oder in einer Behörde sowie in der Berufsschule. "Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben", sagt Michael Assenmacher vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Die Mehrheit hatte 2012 jedoch mindestens die mittlere Reife. "Bewerber sollten Freude am Zeichnen und ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben", erklärt Barbara Schlesinger von der Bundesarchitektenkammer. Auch wenn der Großteil der Arbeit am Computer erledigt wird, kann es vorkommen, dass Bauzeichner noch mit Papier und Stift eine Skizze erstellen.

Ebenfalls ein Muss: Gute Kenntnisse in Mathematik sowie ein gutes Verständnis für technische Zusammenhänge. Bauzeichner müssen statische Vorgaben zur Belastung eines Baukörpers verstehen. Weiter seien Kenntnisse der Bauphysik erforderlich – schließlich müssen die Fachkräfte Aspekte wie Energieeffizienz und Schallschutz berücksichtigen. Notwendig sei weiter eine sorgfältige Arbeitsweise. Zeichentechniken oder Bauvorschriften – Azubis nehmen beides durch. Sie lernen, Baustoffe und Bauelemente nach ihren Eigenschaften zu unterscheiden und wie sie entsprechend in den bautechnischen Unterlagen einzufügen sind. Im dritten Ausbildungsjahr spezialisieren sich die künftigen Bauzeichner: Zur Auswahl stehen die Schwerpunkte Architektur, Ingenieurbau sowie Tief-, Straßen- und Landschaftsbau.

Die Ausbildungsvergütung hängt vom Bundesland und der Betriebsgröße ab. Nach dem Tarif des Bauindustrieverbands Hamburg/Schleswig-Holstein verdienen Azubis im ersten Ausbildungsjahr 664 Euro, im zweiten 914 und im dritten 1194 Euro.

(dpa)
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