Begehrter Arbeitsplatz: Wie man Karriere bei EU-Institutionen macht

Begehrter Arbeitsplatz : Wie man Karriere bei EU-Institutionen macht

Brüssel/Bonn (RPO). Eine Karriere bei der EU-Kommission in Brüssel, im Dienst der EU-Parlamentarier in Straßburg oder beim Europäischen Rechnungshof in Luxemburg - davon träumen sehr viele. Der Einstieg ist nur über Auswahlverfahren möglich. Und Deutsche müssen sich neben der eigenen Sprache auch in einer der beiden Amtssprachen - Englisch oder Französisch - verständigen können.

"Die Arbeit bei der Europäischen Union ist unglaublich bunt und vielfältig", sagt Maximilian Strotmann, stellvertretender Sprecher des EU-Kommissars für Verwaltung in Brüssel. 50 Jahre nach der Unterzeichnung der Römischen Verträge sind allein bei der Kommission 23.000 Mitarbeiter beschäftigt. Neun Prozent davon sind Deutsche, die viertgrößte Gruppe nach Belgiern, Franzosen und Italienern.

Die Aufgaben als EU-Beamter sind vielfältig: Nach Informationen des Europäischen Amts für Personalauswahl (EPSO) gibt es für Hochschulabsolventen Stellen in Management und Verwaltung, aber auch in Wissenschaft und Forschung. Zudem sind Dolmetscher und Übersetzer in der EU begehrt. Bewerber ohne Hochschulabschluss können eine Laufbahn als Assistenten einschlagen. Sie werden als Sachbearbeiter vergleichbar dem gehobenen Dienst in Deutschland eingesetzt.

Ob mit oder ohne Hochschulabschluss - der Einstieg in die Beamtenlaufbahn ist nur über Auswahlverfahren, so genannte Concours, möglich. Nach Vorauswahltests müssen die Anwärter eine schriftliche und eine mündliche Prüfung bestehen. Wie viele Bewerber in jeder Stufe weiterkommen, ist vorab festgelegt. Bei Erfolg landen sie auf Reservelisten, von denen die Institutionen Mitarbeiter rekrutieren.

"Die Auswahlverfahren werden potenziell für mehrere Stellen ausgeschrieben", erklärt Strotmann. Jeder Concours sei aber anders konzipiert. Wer einmal scheitert, kann sich wieder bewerben. "Es geht darum die besten Leute zu finden", erklärt Strotmann. "Aber auch darum, neutral zu bleiben und Chancengleichheit zu gewähren." So gibt es zum Beispiel keine Länderquoten.

Laufende und geplante Auswahlverfahren werden in Tageszeitungen, der Fachpresse und im Amtsblatt der EU angekündigt, das auf der Webseite des EPSO eingesehen werden kann. Dort ist auch nachzulesen, welche Voraussetzungen die Bewerber erfüllen müssen. Deutsche Bewerber müssen sich zum Beispiel auch in einer der beiden anderen Amtssprachen - Englisch oder Französisch - verständigen können.

"Gute Voraussetzungen sind studienbegleitende Vorerfahrungen", sagt Ditmar Königsfeld vom Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen der Zentralen Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn. Ein Praktikum bei der EU könne also nicht schaden.

Zur Vorbereitung auf den Concours bieten neben dem Auswärtigen Amt auch politische Stiftungen und private Anbieter Kurse an. "Wichtig ist, dass die Dozenten auch aus der Kommission oder anderen EU-Institutionen kommen", sagt Königsfeld. Dazu sollten sich Anwärter mit Fragen aus vorangegangenen Auswahlverfahren beschäftigen und diese auch unter Zeitdruck beantworten. Neben den Auswahlverfahren für das EU-Beamtentum gibt es auch die Möglichkeit, sich auf befristete Stellen für Angestellte zu bewerben.

"Die Faszination ist, in Europa für Europa zu arbeiten", sagt Maximilian Strotmann. Und es lohnt sich auch finanziell: Ein einfacher Assistent erhält ein Einstiegsgehalt von rund 2500 Euro. Ein Hochschulabsolvent mit dreijährigem Studium in der Besoldungsgruppe AD 5 hat ein Grundgehalt von etwa 4000 Euro. Dazu kommen verschiedene Zulagen. Aber Geld ist nicht alles. "Ich glaube, es gibt auch Leute, die es schwierig finden", sagt Strotmann. Immerhin müsse man unter Umständen Deutschland hinter sich lassen und ständig in Fremdsprachen kommunizieren.

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